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Juve darf vom Finale träumen

Dienstag, 05.05.2015 | 22:36 Uhr
Carlos Tevez erzielte per Elfmeter sein siebtes Saisontor in der Champions League
© getty
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Juventus Turin hat gute Chancen, zum ersten Mal seit 2003 das Finale der Champions League zu erreichen. Die Italiener besiegten Real Madrid zuhause mit 2:1 (1:1).

Vor 41.182 Zuschauern im Juventus Stadium brachte der ehemalige Real-Stürmer Alvaro Morata Juventus früh in Führung (8.). Cristiano Ronaldo gelang aber mit seinem 76. Tor in der Champions League der Ausgleich (27.). Doch Carlos Tevez sicherte Juventus mit einem verwandelten Foulelfmeter den 50. Heimsieg in der Geschichte der Champions League.

Die Italiener untermauerten damit ihre Heimstärke: seit 13 Europapokalpartien sind sie ohne Niederlage (8 Siege, 5 Remis), die letzte Heimpleite gab es im Champions-League-Viertelfinale 2012/13 gegen den FC Bayern München (0:2).

Reals Serie von sechs ungeschlagenen Auswärtsspielen endete dagegen bei einem Angstgegner. Sechs der letzten sieben Spiele in Turin haben die Königlichen verloren. Einen Sieg gab es nur beim ersten Gastspiel im im Februar 1962. Auf italienischem Boden wartet Real seit Dezember 2004 auf einen Sieg.

Das Rückspiel findet am 13. Mai im Estadio Santiago Bernabeu in Madrid statt.

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Die Reaktionen:

Massimiliano Allegri (Trainer Juventus Turin): "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Jungs, ich kann nur den Hut ziehen. Das Ergebnis ist der gerechte Lohn für unseren Aufwand. Wir haben mit hoher Intensität gespielt und nur wenig zugelassen."

Carlo Ancelotti (Trainer Real Madrid): "Das Spiel hätte besser für uns laufen können. Wir haben alles versucht, aber zum Teil mit zu wenig Effektivität. Außerdem hatten wir Pech, weil wir das 1:2 hätten erzielen können. Es war aber nicht nur ein schlechtes Spiel von Ramos."

Alle Stimmen zu den CL-Halbfinal-Hinspielen

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Allegri rotiert nach dem finalen Schritt zur Meisterschaft in der Serie A wieder zurück: Für Barzagli, Padoin, Pereyra und Llorente spielen Chiellini, Evra, Pirlo und Morata.

Bei Real gibt es gegenüber dem 3:2 in Sevilla nur eine Änderung: Für Hernandez spielt Bale, der erstmals seit dem 18. April wieder in der Startelf steht. Ramos gibt wieder den defensiven Part an der Seite von Kroos im Zentrum.

1.: Lichtsteiner spielt den Ball von rechts aus dem Halbfeld diagonal in den Lauf von Vidal, der nimmt das Leder auf halbrechts mit in den Strafraum, wartet aber einen Tick zu lange und wird von Varane im letzten Moment gestoppt.

7.: Langer Ball auf Morata, der schüttelt Pepe ab und versucht's aus 25 Metern mit dem Heber. Casillas eilt schnell genug zurück und packt sicher zu.

8., 1:0, Morata: Marchisio passt von rechts in den Strafraum auf den einlaufenden Tevez. Der zieht aus 13 Metern ab. Casillas wehrt den Flachschuss zur Seite ab, aber Morata steht goldrichtig und staubt aus einem Meter ab.

12.: Kroos hat 25 Meter vor dem Tor etwas Platz und zieht ab. Buffon kratzt das Ding aus dem linken Eck.

27., 1:1, Ronaldo: James setzt sich auf rechts gegen Evra durch und bringt den Ball an die Seitenlinie zu Carvajal. Der hebt die Kugel wieder in den Strafraum auf James, dessen Flanke nickt Ronaldo aus zwei Metern ins Tor.

41.: Klasse Angriff von Real. Am Ende hinterläuft Isco Marcelo auf links und bekommt den Ball perfekt in den Strafraum. Seine Flanke mit links setzt James aus drei Metern per Flugkopfball an die Latte.

57., 2:1, Tevez (FE): Real läuft in einen Juve-Konter. Tevez geht Eins-gegen-eins in den Strafraum und wird von Carvajal gefoult. Tevez tritt selbst an und verwandelt sicher halbhoch in die Mitte.

64.: Hernandez verlängert eine harte Flanke von rechts mit der Hacke. Ronaldo verpasst am Fünfer nur um einen Schritt den möglichen Ausgleich.

90.: Und dann hat Juve nochmal die Chance! Nach einer Flanke von links kommt Llorente am langen Pfosten frei zum Kopfball. Er bekommt aber keinen Druck hinter seinen Kopfball aus vier Metern, sodass sich Casillas die Kugel im Nachfassen schnappt.

Fazit: Juve dominierte die Anfangsphase, dann hatte Real den Daumen auf der Partie. Mit einem Konter holte Real die Italiener zurück und war dann nicht mehr in der Lage zurückzuschlagen.

Der Star des Spiels: Carlos Tevez. Funktionierte zu Beginn perfekt als Anspielstation zwischen den Linien und leitete auch das 1:0 ein. Ging dann etwas im Mittelfeld unter, war beim Konter dann aber zur Stelle. Holte den Elfmeter heraus und verwandelte sicher.

Der Flop des Spiels: Gareth Bale. Als Stürmer eine glatte Fehlbesetzung. Fand keinen Zugang zum Spiel und verlor sich im Bereich zwischen Juves Mittelfeld und Abwehr. Wurde nach der Systemumstellung als Rechtsaußen etwas besser eingebunden, blieb aber ohne Effektivität. Wurde in der 86. Minute ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Martin Atkinson (England). Mit einer etwas kleinlichen Linie in den Zweikämpfen. Die Strafstoßentscheidung war richtig. Hätte Carvajal für sein Foul an Tevez, das zum Elfmeter führte aber eigentlich verwarnen müssen. Die restlichen Verwarnungen waren korrekt.

Das fiel auf:

  • Juventus überraschte Real mit seiner aggressiven und offensiven Ausrichtung in der Anfangsphase. Real leistete sich viele Fehler im Passspiel, war nicht kompakt, weil das Vierermittelfeld nicht gut gestaffelt war, und bekam deshalb keine Ruhe ins Spiel. Nach dem Rückstand wurde Reals Ballbesitz sicherer und die Königlichen gewannen die Kontrolle über das Spiel - auch wenn es selten zwingend wurde.
  • Mit seinem schnellen, vertikalen Spiel kam Juventus zu Beginn immer wieder hinter das Mittelfeld und die Abwehr von Real. Nach der atemberaubenden Anfangs-Viertelstunde hatten die Pässe nach vorne aber zu viel Streuung und Juve verlor seinen Zugang zum Spiel. Der anfangs als Anspielstation zwischen den Linien funktionierende Tevez hing etwas zu weit im Mittelfeld.
  • Ronaldo und Bale funktionierten als Sturmduo nicht wirklich. Ronaldo war sehr aktiv, ließ sich immer wieder auf links fallen, verlagerte dann das Spiel und ging dann in den Strafraum. Bale dagegen hatte keine Bindung zum Spiel und verlor sich meistens im Nirgendwo.
  • Als Real Juve wieder zurück ins Spiel holte und nach dem 1:2 die Kontrolle verlor, reagierte Ancelotti mit der Hereinnahme von Hernandez und der Umstellung auf 4-3-3. Der Mexikaner ging ins Zentrum, Ronaldo auf links und Bale auf rechts. Allegri brachte im Gegenzug Barzagli für Sturaro und wechselte auf 5-3-2. Die wütenden, aber unkontrollierten Angriffe der Madrilenen verteidigten die Italiener dann souverän.

Juventus Turin - Real Madrid: Die Statistik zum Spiel

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