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Limits und Lichtblicke

Von Daniel Reimann
Donnerstag, 19.02.2015 | 08:39 Uhr
Timon Wellenreuther (l.) gab gegen Real Madrid ein ordentliches Champions-League-Debüt
© getty
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Schalke hat gegen Real Madrid im Rahmen seiner Möglichkeiten vieles richtig gemacht und dennoch verloren. Roberto Di Matteo hat Königsblau zwar stabilisiert - doch damit gleichzeitig auch limitiert. Immerhin gibt es mehrere Lichtblicke.

Bei "Sky" lief die Szene rauf und runter. In Zeitlupe war zu sehen, wie Dani Carvajal auf rechts einen Weg vorbei an Dennis Aogo suchte. Als Carvajal zur Körpertäuschung ansetzte und Richtung Mitte zog, wurde die Wiederholung nochmals verlangsamt, mit dem Fokus auf Kevin-Prince Boateng. Der stand einige Meter von Carvajal entfernt, zwischen Gegenspieler Isco und dem Sechzehner und zog sich die Stutzen hoch. Kein Scherz.

In vielen anderen Szenen wurden Madrids Außenspieler mit zwei Mann attackiert oder zumindest gestellt. Boateng hätte wenigstens ein paar Schritte nach außen machen können, um Carvajals Spielraum zu begrenzen und optisch Druck auszuüben. Doch durch seine kurze Passivität, wegen der einmaligen Stutzenkorrektur kam Carvajal zur entscheidenden Flanke vor dem 1:0.

Es war einer von sehr wenigen defensiv fahrlässigen Momenten bei Schalke 04. Ganz nach dem Gusto von Roberto Di Matteo verteidigte Königsblau kompakt und gewissenhaft. Die beiden Ketten verschoben akkurat. Real blieben nur selten Lücken, meist wurden diese durch starke Einzelaktionen gerissen. So wie durch Cristiano Ronaldo vor dem 0:2, als er Atsuto Uchida und Marco Höger mit ein wenig Glück gleichzeitig vernaschte.

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Effektivität entscheidet

Doch sonst machte Schalke ein starkes Spiel - im Rahmen seiner Möglichkeiten. Diese bestehen in erster Linie in einer soliden Defensive. Nach vorne hingegen geht wenig. Einerseits wegen der zahlreichen Ausfälle der Kreativspieler Draxler, Farfan und Obasi, die schmerzlich vermisst werden.

Andererseits ist es auch eine Krux von Di Matteos Spielphilosophie. Der Italiener hat den Fokus so sehr auf konstante Defensivarbeit gelegt, dass gerade gegen Kaliber wie Real Madrid Torchancen Mangelware sind.

"In solch einem Spiel kriegst du nicht viele Gelegenheiten. Denn es ist nicht einfach, sich gegen Real Madrid Torchancen herauszuspielen", analysierte Di Matteo. Vor allem haderte er mit der mangelnden Kaltschnäuzigkeit seiner Truppe.

"Real hatte vielleicht drei Chancen und damit zwei Tore geschossen. Ein entscheidender Punkt war außerdem unser Lattentreffer in der zweiten Halbzeit, wenn wir da den Ausgleich erzielen, kann das Spiel auch anders ausgehen", sagte Schalkes Trainer. So phrasenhaft der letzte Satz klang, so bezeichnend ist er für die Partie: Ohne absolute Effektivität kann Schalke gegen den Titelverteidiger kaum bestehen.

"Uns fehlten die Optionen nach vorne"

Es ist wohl auch der einzige Vorwurf neben den vereinzelten individuellen Aussetzern wie von Boateng, den man Schalke wirklich machen kann. Oliver Kahn hätte sich im "ZDF" nichtsdestotrotz "gewünscht, dass sie mutiger auftreten". Wenn man dazu auch noch Benedikt Höwedes hört, der sagt, man habe "auf einen Lucky Punch gewartet", mag man Schalke tatsächlich fehlende Zielstrebigkeit ankreiden.

Doch Höwedes fügte der Vollständigkeit halber hinzu, welch verheerende Auswirkungen ein mutigerer Auftritt hätte haben können. Schalkes Vorsicht im Angriffsspiel "mag zwar für den Zuschauer so aussehen, als hätten wir keine Lust mehr. Aber wir wollten nicht denselben Fehler wie letztes Jahr machen." Damals verlor man vor heimischem Publikum mit 1:6.

Auch sein Coach schlug in die gleiche Kerbe und wies auf das brandgefährliche Umschaltspiel der Madrilenen hin. "Wenn du gegen Madrid aufmachst, sind sie so konterstark", erklärte er und brachte es treffend auf den Punkt: "Uns fehlten die Optionen nach vorne."

Stabilisiert - und limitiert

Gerade unter den Bedingungen, dass Schalke wichtige Kreativspieler fehlen und unter Di Matteo das Verteidigen quasi neu erlernt werden musste, ist die Partie durchaus als Statement zu werten. Schalke bot dem Titelverteidiger die Stirn und hielt lange gut mit. Über ein 1:1 hätte sich Madrid nicht beschweren brauchen. Das war es wohl, was Vorstandsboss Clemens Tönnies beinahe euphorisch verkünden ließ: "Wir haben Werbung für Schalke 04 gemacht."

Darüber hinaus war für Tönnies vor allem eines erkennbar: Fortschritt. "Ich sehe eine deutliche Entwicklung und diese trägt Di Matteos Handschrift." Tatsächlich ist die defensive Stabilisierung unter Di Matteo bemerkenswert. Das letzte Mal, dass Schalke zwei Tore kassiert hat, liegt über zwei Monate zurück (1:2 gegen Köln Mitte Dezember).

Doch durch die Fokussierung auf ein sicheres Abwehrfundament hat Di Matteo sein Team auch ein wenig limitiert. Es war Schalke anzumerken, dass im Angriffsspiel bisweilen Kreativität und Konzept fehlten. "Spielerisch kann man nach vorne wenig bis gar nichts erkennen", bemängelte auch Kahn. "Da gab es wenige Ideen."

Zwei junge Hoffnungsträger

Es war ausgerechnet ein Debütant, der für ein wenig Spielwitz in der Schalker Offensive sorgte. Der 19-jährige Felix Platte kam wegen der Verletzung von Klaas-Jan Huntelaar zu seinem ersten Auftritt in der Königsklasse. Voller Nervosität, wie er hinterher zugab.

"Ich war sehr nervös", sagte er über seine Einwechslung. "Auf dem Platz ging es aber wieder. Die erste Aktion war gelungen, dann lief es gut", so der Youngster. Platte brachte frischen Wind ins Sturmzentrum und wäre beinahe zum Star der Partie avanciert, wenn sein Volleykracher in der 75. Minute nicht nur den Querbalken getroffen hätte.

"Ich habe eigentlich schon damit gerechnet, dass der reingeht. Ich stand da rum und hab dann einfach mal draufgehalten", so der trockene Kommentar. Auch wenn es nicht klappte, war er einer der Lichtblicke aus königsblauer Sicht.

Mit dem Rücken zur Wand

Der andere war Timon Wellenreuther. Schalkes dritter Torwart feierte ebenfalls sein Europacup-Debüt - und bestand die Prüfung mit Bravour. Bei beiden Gegentoren war er machtlos. Doch darüber hinaus fischte er einen Ronaldo-Freistoß spektakulär raus, verkürzte zweimal im Eins-gegen-Eins stark den Winkel und wirkte souverän beim Abfangen von Flanken.

"Das war ein großer Augenblick", sagte er hinterher, wenngleich er "lieber zu Null gespielt" hätte. Nichtsdestotrotz haben beide gegen den Titelverteidiger einen bemerkenswerten Auftritt hingelegt. Dass sie in dieser Saison noch zu zahlreichen Einsätzen in der Königsklasse kommen, darf jedoch bezweifelt werden.

Schalke steht nach einem ordentlichen Spiel dennoch mit dem Rücken zur Wand. Im Bernabeu muss Königsblau mindestens zwei Tore mehr als der Gegner schießen. Wie sagte Höwedes nach dem Spiel? "Wir wollen in Madrid gut verteidigen." Viel mehr scheint bei Schalke derzeit (noch) nicht möglich.

FC Schalke 04 - Real Madrid: Die Statistik zum Spiel

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