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Champions League, 4. Spieltag

Bayer stößt Tür zum Achtelfinale auf

Von Daniel Reimann
Dienstag, 04.11.2014 | 19:55 Uhr
Zenit und Leverkusen lieferten sich ein hart umkämpftes Duell
© getty
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Bayer Leverkusen hat am 4. Spieltag der Champions-League-Gruppenphase einen wichtigen 2:1-Auswärtssieg bei Zenit St. Petersburg eingefahren und ist nun dem Achtelfinale ganz nah.

Vor 15.000 Zuschauern im Petrovski Stadium traf Heung-Min Son für Leverkusen in der zweiten Hälfte per Doppelpack (68., 72.). Kurz vor Schluss erzielte Salomon Rondon für Zenit noch den Anschlusstreffer (88.).

Leverkusen steht damit in er Gruppe C weiter an der Tabellenspitze und hat auf Platz drei nun fünf Punkte Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Spielen.

Zenit St. Petersburg hingegen bleibt mit vier Punkten an dritter Stelle und wird in den letzten beiden Partien ums Achtelfinale kämpfen müssen.

Am kommenden Spieltag (26.11.) muss die Werkself gegen den AS Monaco ran, während Zenit auf Benfica trifft.

Reaktionen:

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir sind sehr diszipliniert aufgetreten und haben uns den Sieg verdient. Großes Lob an Emir Spahic, er hat auf die Zähne gebissen. Die Freistoßvariante zum 1:0 wollten wir eigentlich schon im Hinspiel ausprobiert haben."

Rudi Völler (Sportdirektor Leverkusen): "Wir haben konzentriert gespielt und auch gut angefangen. Danach ist Zenit stärker geworden, vor allem Hulk ist immer gefährlich. Nach der Pause haben wir es gut gemacht und verdient gewonnen."

Heung-Min Son (Leverkusen) über das Freistoßtor: "Hakan wollte schießen. Karim kam dann zu uns und sagte, wir sollten die Variante spielen. Zum Glück hat das gut geklappt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Zenit beginnt im 4-2-3-1 mit zwei Änderungen im Vergleich zum Hinspiel: Shatov und Kerzhakov ersetzen Rondon (Bank) und Faizulin (nicht im Kader).

Leverkusen beginnt mit Calhanoglu auf der Sechs und Brandt in der Offensive. Links hinten ersetzt Jadvej Wendell.

8.: Donati mit einer ersten Flanke in den Strafraum, diese wird zu kurz geklärt und Bellarabi kann aus 18 Metern Maß nehmen. Der erste Warnschuss fällt noch etwas zu hoch aus.

13.: Eine Freistoßflanke von Hulk aus riesiger Distanz segelt an Freund und Feind vorbei. Leno sieht verdutzt zu, wie die Kugel an den linken Pfosten kracht.

22.: Leno! Idealer Pass von Danny in die Gasse zu Kerzhakov, aber Zenits Mittelstürmer scheitert an einer Fußabwehr des Bayer-Schlussmanns.

24.: Danny mit dem Steilpass auf Kerzhakov, der trifft aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Leno hat auch den Winkel geschickt verkürzt.

32.: Starkes Solo von Kießling in den Strafraum, dann prüft Bellarabi Juri Lodygin mit einem Flachschuss von knapp außerhalb des Sechzehners.

68., 0:1, Son: Alles rechnet mit einem direkten Freistoß von Calhanoglu, aber er spielt nur flach an den Sechzehner zu Bellarabi. Zurückgelegt zu Son und der packt seine sensationelle Schusstechnik aus und trifft aus 20 Metern unhaltbar ins rechte Eck. Tolle Variante!

72., 0:2, Son: Son hat nicht nur einen gewaltigen Schuss, er ist auch pfeilschnell. Diesmal der Abschluss mit links und viel Gefühl, Lodygin ist erneut machtlos. Kießling leitete die Szene mit einem perfekten Steilpass ein.

88., 1:2, Rondon: Jetzt auch Zenit mit einem höchst sehenswerten Treffer. Eine Co-Produktion der beiden Einwechselspieler, Ryazantsev mit dem perfekten Pass in den Strafraum und Rondon mit einer technisch ganz anspruchsvollen Direktabnahme.

Fazit: Leverkusen überstand die Drangphase von Zenit in der ersten Hälfte glücklich, steigert sich dann aber nach der Pause. Insgesamt ein hart erarbeiteter Dreier.

Der Star des Spiels: Heung-Min Son. Sein Fernschuss war schon allererste Sahne. Wie er dann aber vor dem zweiten Tor seinen eher schmächtigen Körper geschickt zwischen Ball und Gegner brachte, trotz wackliger Balance ruhig blieb und cool einschob, verdient Bewunderung. Starker Auftritt des Matchwinners.

Der Flop des Spiels: Oleg Shatov. Hulk und Co. stellten die Werkself oft vor Probleme. Einzig Shatov fiel im Offensivquartett der Russen merkbar ab. Der Linksaußen fand nur selten Bindung zum Spiel und war auf seinem linken Flügel weitestgehend abgemeldet. Leistete sich obendrein einige Fehlpässe.

Der Schiedsrichter: Alberto Undiano Mallenco (Spanien) begann recht kleinlich, sah sich aber im Verlauf des Spiels auch härteren Zweikämpfen ausgesetzt. In Halbzeit zwei gab es einige sehr knifflig zu bewertende Aktionen, die meist zugunsten von Leverkusen gewertet wurden. Zumindest beim Foul von Jedvaj an Hulk (62.) lag Mallenco jedoch falsch.

Das fiel auf:

  • Beide Teams gingen von Beginn an ein unheimliches Tempo. Zenit und Bayer schenkten sich nichts, Zweikämpfe wurden hart geführt - wer zurückzieht, verliert. Die Intensität war zu jedem Zeitpunkt gewaltig.
  • Leverkusen stand extrem hoch, um das eigene Pressing möglichst früh ansetzen zu können. Der Ballführende oder Ballempfänger wurde sofort und direkt angelaufen, Raumdeckung und Absicherung wurden bewusst vernachlässigt. Das funktionierte allerdings nur zeitweise und gleichzeitig drohte Bayer damit ins Verderben zu rennen.
  • Mit ihrem riskanten Pressing bot die Werkself auch enorme Räume für Konter, die Zenit mit einem schnellen, vertikalen Direktspiel gut nutzte. Oft war der Defensivverbund auf sich allein gestellt, wenn Witsel oder Danny das Spiel der Russen plötzlich schnell machten.
  • Besonders auffällig: Bei Zenit klappte die Abseitsfalle vorbildlich, Kießling und Co. wurden häufig zurückgepfiffen. Bei Bayer hingegen fehlte es manchmal an der Feinabstimmung, zum Beispiel als Toprak viel zu hoch stand, Kerzhakov duchstartete und Spahic vergaß, zu den zwei Meter höheren Außenverteidigern aufzurücken.
  • Nach Wiederanpfiff stand Bayer kompakter, riskierte offensiv nicht mehr ganz so viel. Dennoch mussten Spahic und Toprak oft mit überlebenswichtigen Grätschen retten. Nach dem Führungstreffer bot Zenit größere Lücken, die den konterstarken Gästen in die Karten spielten.

Zenit St. Petersburg - Bayer Leverkusen: Die Statistik zum Spiel

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