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2:4! Schalker Aufholjagd bleibt aus

Von Daniel Reimann
Mittwoch, 05.11.2014 | 22:35 Uhr
Im Hinspiel gewann Schalke gegen Sporting mit 4:3
© getty
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Der FC Schalke 04 hat am 4. Spieltag der Champions League das Rückspiel gegen Sporting mit 2:4 (1:1) verloren. Schalke verpasst damit die Gelegenheit, einen großen Schritt Richtung Achtelfinale zu machen.

Vor 45.000 Zuschauern im Estadio Jose Alvalade brachte Islam Slimani die Königsblauen per Eigentor in Führung (17.). Wenig später köpfte Mahamadou-Naby Sarr zum Ausgleich ein.

Nach der Pause drehte Jefferson die Partie per Fernschuss (52.), ehe Nani mit einem Abstauber für die Vorentscheidung sorgte. Dennis Aogo erzielte noch den Anschlusstreffer (88.), Slimani machte jedoch kurz darauf den Deckel drauf (90.+1)

Am kommenden Spieltag (25.11.) muss Schalke gegen Chelsea ran, während Sporting auf Maribor trifft. Schalke hat dabei von den Verfolgern noch die beste Ausgangsposition, der Vorsprung auf die Verfolger ist jedoch geschmolzen.

Reaktionen:

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04): "Wir machen das erste Tor, aber wir haben nicht viele Gelegenheiten herausgespielt. Aus zwei Chancen machen wir zwei Tore. Die Effektivität war super, aber am Ende war es zu wenig, um zu gewinnen. Wir haben noch zwei Spiele, sind noch Zweiter in der Gruppe und müssen unsere Punkte holen."

Benedikt Höwedes (FC Schalke 04): "In der ersten Halbzeit haben wir keinen vernünftigen Spielaufbau hinbekommen und sind dann immer mehr unter Druck geraten. Wir hatten heute auch kein Schiedsrichterglück. Letztendlich haben wir die Tore zu leicht hergeschenkt und blöd verloren hier. Damit ist das schlimmste Szenario eingetreten."

Ralf Fährmann (FC Schalke 04): "Wir sind ein Kumpel- und Malocher-Klub. Wir werden kämpfen, malochen und arbeiten. Dann werden wir auch wieder in die Spur finden."

Horst Heldt (Sportvorstand FC Schalke 04): "Wir haben es immer noch selbst in der Hand. Wir müssen jetzt sehen, dass wir gegen Chelsea punkten. Wir brauchen Punkte aus den letzten beiden Spielen. Das ist klar."

Der SPOX-Spielfilm

Vor dem Anpfiff: Sporting wechselt viermal durch, die Viererkette ist zur Hälfte umgestellt. Vorne sollen Nani und Mane über die Außen für Wirbel sorgen.

Di Matteo nimmt im Vergleich zum 1:0 gegen Augsburg zwei Wechsel vor: Obasi und Fuchs ersetzen Kirchhoff und den verletzten Draxler (Oberschenkelverletzung).

17., 0:1, Slimani (Eigentor): Aogo schlägt einen Freistoß von der rechten Seite mit links gefährlich vor das Tor. Choupo-Moting und Slimani steigen gemeinsam hoch und der Algerier erwischt den Ball. Das Leder schlägt im rechten Winkel ein.

26., 1:1, Sarr: Jefferson schlägt einen Freistoß herein, die Schalker sind unsortiert und so kann Sarr aus kurzer Distanz einnicken. Slimani wäre auch bereit gewesen, da sehen die Knappen wirklich nicht gut aus.

29.: Nächste Sporting-Chance: Carvalho spielt Doppelpass mit Slimani und schließt vom rechten Strafraumeck ab, Fährmann ist wieder zur Stelle.

32.: Aogo bringt einen Eckball herein und wie im Hinspiel ist eine Sporting-Hand am Ball. Manch einer zeigt hier auf den Punkt, doch die Pfeife von Schiedsrichter Tagliavento bleibt stumm.

36.: Schalke kombiniert sich schön über rechts durch, Uchida bringt die Kugel zur Mitte. Dort legt Huntelaar für Meyer ab, doch sein Schuss aus 14 Metern geht übers Tor.

37.: Nani zieht aus der Distanz ab, Fährmann kann den Ball nicht festhalten und so kommt Slimani an den Abpraller. Der Winkel ist zu spitz, er legt den Ball quer, aber Uchida passt auf und klärt zur Ecke.

38.: Starker Seitenwechsel auf Mane, der den Ball am rechten Strafraumeck herunternimmt und auf Mario durchsteckt. Der Mittelfeldspieler steht frei vor Fährmann, bekommt den Ball aber nicht am Schalker Keeper vorbei.

52., 2:1, Jefferson: Nani hat auf links alle Zeit der Welt, narrt Uchida und legt ab auf Jefferson. Obasi schaut voller Ehrfurcht zu, wie dieser die Kugel mit links ins rechte Eck schweißt.

66.: Boateng führt sich gut ein, er flankt von der rechten Seite, Huntelaar legt ab und Obasi steht frei vor Patricio. Der Nigerianer will am Keeper vorbeigehen, der klaut ihm das Leder aber vom Fuß.

72., 3:1, Nani: Joker Carrillo lässt Fuchs stehen wie einen E-Jugendlichen, geht bis zur Grundline und passt in den Rückraum. Dort steht Nani völlig frei und schiebt ein.

88., 3:2, Aogo: Boateng leitet einen langen Ball stark in den Lauf von Aogo weiter. Der nimmt die Vorlage in vollem Lauf mit, geht noch ein paar Schritte und knallt das Leder in den Winkel.

90.+1, 4:2, Slimani: Deckel drauf! Steiler Ball in die Spitze von Sporting, wo Slimani Neustädter entwischt und vor Fährmann ins linke Eck einschiebt.

Fazit: Ein absolut verdienter Sieg für Sporting, das mehr Biss, Spielfreude und Leidenschaft zeigte.

Star des Spiels: Nani. War schon Ende der ersten Halbzeit an vielen guten Aktionen der Gastgeber beteiligt. Sein Spielwitz, sein Blick für Räume und sein Ballgefühl sind in der Offensive von Sporting Gold wert. Lieferte den Assist zum 2:1 und machte selbst das 3:1.

Flop des Spiels: Chinedu Obasi. In Halbzeit eins blieb er komplett blass, im zweiten Durchgang fiel er zweimal negativ auf: Durch seine Passivität beim Tor von Jefferson und durch seine Fahrlässigkeit bei der Riesenchance in der 66. Minute. Dazu mit vier Fouls und enttäuschender Zweikampfquote (38 Prozent).

Der Schiedsrichter: Paolo Tagliavento. Fiel früh im Spiel negativ auf, als er den Ellbogenschlag von Silva gegen Meyer übersah und auch nicht unterbrach, als dieser mit blutiger Lippe auf dem Rasen lag. Zum Ausgleich gab er Sarr wenig später Gelb für ein vergleichbar harmloses Foul. Das Handspiel aus der 32. Minute war zumindest elfmeterwürdiger als das aus dem Hinspiel. In der 64. Minute, als Taglievento weiterspielen ließ, wurde Meyer klar getroffen - allerdings vor dem Strafraum. Insgesamt eine schwache Leistung.

Das fiel auf:

  • Schalke war von Beginn an auf sichere Defensivarbeit bedacht. Die Außenverteidiger rückten nur selten weit auf, Aogo und Höger mischten sich gar nicht erst in Offensive Belange ein. Das Offensivtrio agierte lange zu hektisch, um tatsächlich gefährliche Spielzüge vorzutragen.
  • Sporting ließ Königsblau nur wenig Spielraum. Die Sechser standen tief, sobald Schalke länger in Ballbesitz war, das Zentrum war dicht. Es war symptomatisch für diese Partie, dass die beiden Tore in der ersten Halbzeit per Standard fielen. Erst nach dem Ausgleich löste sich der Knoten auf beiden Seiten.
  • Als Sporting des Schwung des Ausgleichs nutzte, agierte S04 viel zu passiv. Nani und Mane konnten problemlos am gegnerischen Strafraum Bälle behaupten und ohne Geleitschutz in die Spitze starten. Schalke fehlte es an der Abstimmung zwischen Innen- und Außenerteidigern sowie an der nötigen Aggressivität im Defensivzweikampf.
  • Genau dafür bekam Schalke nach Wiederanpfiff die Quittung. Das 2:1 spiegelt genau die beschriebenen Symptome wieder: Nani durfte links unbedrängt auf Unterstützung warten, Jefferson wurde gar nicht erst am Schuss gehindert. Vor dem 1:3 war es vor allem Fuchs, der langsamer schaltete als eine herkömmliche Bahnschranke.

Sporting Lissabon - Schalke 04: Die Statistik zum Spiel

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