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Am Ende ist's auch egal

Mittwoch, 10.12.2014 | 08:54 Uhr
Trotz des 1:1 gegen Anderlecht steht der BVB als Gruppensieger im Achtelfinale
© getty
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Jürgen Klopp tauschte seine Elf gegen den RSC Anderlecht auf sechs Positionen. Nach einer starken zweiten Halbzeit steht Borussia Dortmund am Ende trotzdem nur mit einem Punkt da. Die Gründe? Die gleichen wie immer. Doch meckern wollte angesichts des Gruppensiegs niemand.

Ein wenig überrascht war man schon, als man gegen 19.30 Uhr die offizielle Aufstellung des BVB zu lesen bekam. Sechs Änderungen nahm Jürgen Klopp im Vergleich zum 1:0-Sieg in der Liga gegen Hoffenheim am vergangenen Freitag vor.

Mats Hummels meldete sich nach dem Aufstehen mit einem Hexenschuss ab, Sebastian Kehl war durch eine in Hoffenheim erlittene Rippenprellung nicht einsatzfähig. Lukasz Piszczek wurde von Klopp als "Vielspieler" geschont, Adrian Ramos, Sven Bender und Pierre-Emerick Aubameyang saßen auf der Bank.

Eine etwas ungewöhnliche Maßnahme, ein Team derart umzubauen, das quasi seit Beginn der Saison auf der Suche nach sich selbst ist und in den letzten Spielen langsam auf dem Weg dorthin war. Zumal Klopp in den vergangenen Wochen wenig an seiner Aufstellung änderte, eben um seinen Jungs Sicherheit und Selbstvertrauen zu geben.

Und dennoch setzte der BVB-Coach gegen den belgischen Meister die Rotationsmaschine in Gang. Letztlich aber zeigten die Spieler, die Klopp brachte, das typische BVB-Gesicht in dieser Saison. Im positiven, wie im negativen Sinne.

Langerak wieder im Kasten

Im ersten Durchgang war der Truppe durchaus anzusehen, dass sie in dieser Besetzung noch nie zusammengespielt hatte. Neven Subotic und Matthias Ginter standen beispielsweise zwei Mal schlecht, was in der 11. Minuten beinahe bestraft worden wäre. Doch Mitchel Langerak, der wieder den Vorzug vor Roman Weidenfeller bekam, parierte ausgezeichnet.

"Es war die ganze Zeit schon klar, dass Mitch heute das Champions-League-Spiel kriegt. Das hat mit der Gesamtsituation nichts zu tun", sagte Klopp bereits vor dem Spiel und nahm damit den Wind aus der T-Frage. Der Keeper rechtfertigte das Vertrauen abermals mit einer mehr als soliden Leistung.

Ob er am Wochenende wieder im Tor stehen werde, wollte Klopp nicht beantworten: "Ich weiß, dass Mitch ein guter Torwart ist, deswegen muss er mich nicht überzeugen. Ich weiß nicht, wen ich am Wochenende auf die Torhüterposition stellen kann. Dazu werde ich mir noch Gedanken machen."

Musste der Australier zu Beginn noch auf der Hut sein, weil Dortmund im ersten Durchgang noch die eine oder andere brenzlige Situation zu, so steigerten sich die Gelb-Schwarzen nach der Pause vor allem im Pressing und ließen den Gästen aus Anderlecht somit kaum noch eine Chance.

Kuba-Comeback nach 318 Tagen

Ciro Immobile, Shinji Kagawa und Henrikh Mkhitaryan hatten nach dem Wechsel unzählige Chancen. Doch einzig der Italiener fand den Weg ins Glück, als er in der 58. Minute nach Vorarbeit von Nuri Sahin erst Olivier Deschacht mit einem Wackler alt aussehen ließ und dann cool einschob. Am Ende hatte Dortmund 19 Torschüsse abgefeuert - und lediglich einen Treffer erzielt. Das alte Leid eben.

Sahin feierte ein starkes Comeback nach langer Verletzungspause in seinem ersten Pflichtspiel in dieser Saison, Ilkay Gündogan hatte bis zu seiner Auswechslung in der 66. Minute überragende 127 Ballaktionen. Immobile gab insgesamt acht Schüsse auf des Gegners Kasten ab. Zudem feierte Jakub Blaszczykowski nach 318 Tagen sein Comeback im BVB-Dress.

Einzig der abermals unglückliche Auftritt von Kagawa schien das positive BVB-Bild an diesem Abend trüben zu können. Doch dann kam die 84. Spielminute, als Erik Durm Anthony Vanden Borre nicht am flanken hintern konnte, in der Mitte Kevin Großkreutz gegen Mitrovic unglücklich verteidigte und es am Ende doch wieder nur 1:1 stand. Abermals brachten individuelle Fehler die Gelb-Schwarzen um den verdienten Lohn.

"Aber alles ist gut..."

So richtig sauer wollte man an diesem Abend allerdings nicht sein. Warum auch? Der BVB steht als Gruppenerster im Achtelfinale der Champions League, hat in einer Gruppe mit Arsenal, Anderlecht und Galatasaray 13 Punkte gesammelt, bei einem Torverhältnis von 14:4. Das kann sich - bei den argen Problemen in der Liga - definitiv sehen lassen.

Ins selbe Horn blies auch der Trainer: "Das Gegentor hätte nicht sein müssen, wir hätten noch das eine oder andere Tor schießen können. Aber alles ist gut, denn 13 Punkte in der Gruppe, das ist schon eine Marke."

Die Königsklasse ist passe und erst ab nächstem Frühjahr wieder interessant. Nun gilt es sich auf die Liga zu konzentrieren. Bis Weihnachten sind noch drei Partien. Nach dem Spiel bei der Hertha am Samstag steht unter der Woche die Partie gegen den VfL Wolfsburg an - aus dieser Sicht war es wohl gar nicht so leichtsinnig von Klopp, einige Spieler zu schonen.

In der Liga hinkt der BVB dem Konzert der Großen nämlich noch deutlich hinterher. Dort gilt es nun, die wichtigen Punkte zunächst im Kampf gegen den Abstieg zu holen.

Hinter die Champions League kann der BVB erst mal einen Haken machen. Das Ziel Achtelfinale wurde erfüllt. Und irgendwie passt dieses unnötige Unentschieden gegen den RSC Anderlecht zum Abschluss der Vorrunde auch in die bisherige BVB-Saison.

Borussia Dortmund - RSC Anderlecht: Die Statistik zum Spiel

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