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Auf der Suche nach Zeit

Donnerstag, 11.12.2014 | 08:48 Uhr
Die Bayern sind als Gruppensieger in die K.o.-Runde der Champions League eingezogen
© getty
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Der FC Bayern München hat in einer schweren Champions-League-Gruppe souverän als Gruppensieger das Achtelfinale erreicht. Das abschließende Spiel gegen ZSKA Moskau zeigte noch einmal deutlich die Überlegenheit der Münchner. Trainer Pep Guardiola konnte rotieren, experimentieren und Erkenntnisse für die entscheidenden Momente 2015 sammeln. Denn es gibt auch ein Problem.

Als 80 Minuten gespielt waren, ertönte ein Signal in der Allianz Arena. Es war der Ton, der die Aufmerksamkeit auf die beiden Videotafeln im Norden und im Süden des Stadions lenken soll. Denn dort wurden zum letzten Mal die Ergebnisse aus den anderen Stadien eingeblendet.

AS Rom 0, Manchester City 1 war gleich zu Beginn der Einblendung zu lesen. Auch auf dem Rasen dürfte das Resultat problemlos zu erkennen gewesen sein. Dem FC Bayern konnte der Ausgang des Parallelspiels herzlich egal sein, er stand schon vor Anpfiff als Gruppensieger fest. Aber ZSKA Moskau kämpfte noch um den Einzug ins Achtelfinale.

Wobei kämpfte in der Betrachtung des Spiels eigentlich nicht das richtige Wort ist. So teilnahmslos ließen die Russen den Abend über sich ergehen. ZSKA hätte gewinnen müssen, um die Runde der letzten 16 zu erreichen. Aber es kam nichts. Kein forscher Beginn, kein Aufbäumen am Ende, auch dazwischen war einfach nur: nichts.

So steht nicht nur das Ausscheiden aus der Champions League zu Buche, sondern auch das Aus im Europapokal. Der AS Rom geht als Dritter in die Europa League.

Warmlaufen für die K.o.-Runde

Es spricht für das Standing des FC Bayern in Europa, wenn der russische Meister schon den ganzen Mut an der Passkontrolle am Münchner Flughafen abgibt.

Aber es spricht nicht unbedingt für die Qualität der Champions League, wenn ein Team wie ZSKA Moskau selbst gegen eine bunt durchgemischte Elf der Münchner chancenlos ist.

Auch die anderen Favoriten auf den Titel wie Real Madrid, der FC Chelsea, der FC Barcelona oder Paris St.-Germain nahmen die Gruppenphase nur als Aufwärmprogramm auf dem Weg zu den K.o.-Spielen im kommenden Jahr.

Immer die bessere Mannschaft

Einzig Manchester City hatte aus dem Kreis der Großen in der Vorrunde Probleme, mit dem AS Rom aber auch eine Hausnummer als Gegner. Wobei die wahre Größe beider Teams im Vergleich zum FC Bayern in den direkten Duellen deutlich wurde.

"Wir haben das in der Gruppenphase überragend gemacht", bilanzierte Trainer Pep Guardiola. "Wir waren in jedem Spiel besser als unser Gegner." Selbst bei der einzigen Niederlage bei Manchester City dominierten die Münchner das Spiel in Unterzahl.

Gegen ZSKA Moskau reichte eine Leistung mit "großer Seriosität", wie Guardiola meinte. "Ich bin sehr stolz auf meinen Kader."

Guardiola lernt weiter

Der Trainer hat in dieser Vorrunde mal wieder etwas über seine Mannschaft gelernt. Im Auftaktspiel gegen ManCity hat sie Siegermentalität gezeigt und den Siegtreffer in der letzten Minute erzwungen. Die beiden Spiele gegen Moskau waren seriöse Pflichterfüllungen. Das Hinspiel in Rom magisch, das Rückspiel souverän. Das Unterzahlspiel in Manchester ein Zeichen, dass die Spieler seinen Ideen folgen.

Guardiola probierte dabei einiges aus. Gegen ZSKA verschaffte er einigen Leistungsträgern vor den abschließenden drei Bundesligaspielen gegen Augsburg, Freiburg und Mainz eine Pause. Xabi Alonso saß 90 Minuten auf der Bank. Franck Ribery, Thomas Müller, Arjen Robben und Robert Lewandowski spielten jeweils nur eine Halbzeit.

Dafür formierte Guardiola ein neues Mittelfeld aus Pierre-Emile Hojbjerg, Gianluca Gaudino und Bastian Schweinsteiger. Sebastian Rode spielte Rechtsverteidiger.

Schweinsteiger dominant im Mittelfeld

Vize-Kapitän Schweinsteiger war an der Seite der beiden Youngster sofort der prägende Mann des Bayernspiels im Mittelfeld. Mit 156 Ballaktionen hatte er die meisten aller Spieler (Hojbjerg 133, Gaudino 49).

Trotzdem ist Schweinsteiger nach seiner langen Verletzungspause noch ein gutes Stück von seiner Bestform entfernt, er wird das Wintertrainingslager in Katar brauchen wie kein Zweiter, um sich für die Rückrunde in Schuss zu bringen.

Nach den ersten Kurzeinsätzen Schweinsteigers und dem Spiel gegen ZSKA ergibt sich aber langsam ein Bild, wie Guardiola die Symbiose der beiden Aufbauspieler Xabi Alonso und Schweinsteiger plant.

Bringt die Auslosung mehr Zeit?

Der Spanier bleibt wohl die Instanz im Zentrum vor der Abwehr, als klarer Sechser. Schweinsteiger besetzt die etwas offensivere Halbposition. Komplettiert wird das Dreier-Mittelfeld dann von David Alaba, der ebenfalls im Trainingslager wieder einsteigen will, noch aber nur Kraftaufbautraining absolviert.

Die Besetzung des Mittelfelds ist für Guardiola von zentraler Bedeutung. In den K.o.-Spielen braucht er hier seine besten Leute. Auf Philipp Lahm und Thiago Alcantara wird er aber zumindest im Achtelfinale sicher verzichten müssen. Bei Alaba und Schweinsteiger hingegen dürfte die Zeit reichen, um rechtzeitig auf der Höhe zu sein.

Der Gruppensieg sollte den Münchnern auch etwas zusätzliche Zeit verschafft haben. In der Auslosung (Mo., 12 Uhr im LIVE-TICKER) geht man den dicken Brocken größtenteils erstmal aus dem Weg. Nur in einem waren sich alle einig: Paris muss es nicht unbedingt sein.

Der Endstand in Bayerns Gruppe E

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