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Champions League, 5. Spieltag

Chelsea demütigt Schalke

Dienstag, 25.11.2014 | 22:41 Uhr
Chelsea jubelt, Königsblau erlebt einen schrecklichen Abend
© getty
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Der FC Schalke hat am fünften Spieltag der Gruppenphase eine deutliche 0:5 (0:3)-Schlappe gegen Roberto Di Matteos Ex-Klub FC Chelsea kassiert und damit die höchste Heimniederlage ihrer Europapokal-Geschichte eingestellt. Im Februar 2014 verloren die Knappen 1:6 gegen Real Madrid.

Vor 54.442 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena erzielte John Terry schon nach zwei Minuten den Führungstreffer für Chelsea. Willian schloss eine schöne Kombination der Gäste zum 2:0 ab, ehe Jan Kirchhoff den Ball in der 44. Minute ins eigene Netz köpfte.

In der zweiten Hälfte erhöhten Didier Drogba und Ramires mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten (77., 78.) auf 5:0.

Weil Sporting im Parallelspiel 3:1 gegen Maribor gewinnen konnte, sind die Knappen in Gruppe G auf den dritten Platz abgerutscht. Verliert man am letzten Spieltag in Maribor, droht sogar das komplette Aus in Europa-Pokal.

Reaktionen:

Roberto Di Matteo, Trainer Schalke: "Wenn man schon in der ersten Minute ein Gegentor bekommt, wird es sehr, sehr schwierig. Wir haben zu viel Respekt und zu viel Raum gegeben, das haben sie brutal ausgenutzt. Wir wollten natürlich etwas anderes abliefern. Sie haben heute ihre ganze Klasse gezeigt."

Dennis Aogo, Schalke: "Wir haben nach dem 0:1 schlecht reagiert und bis auf die Chance von Eric Maxim Choupo-Moting kaum eine Möglichkeit gehabt. Man muss schon sagen, dass da ein großer Unterschied zu erkennen war."

Benedikt Höwedes, Schalke: "Es fehlen mir die Worte. Ich kann mich nur bei allen Zuschauern, die heute ins Stadion gekommen sind, für unsere Leistung entschuldigen."

Jose Mourinho, Trainer Chelsea: "Ich bin sehr zufrieden. Wir haben eine fantastische Leistung gezeigt - von der ersten bis zur letzten Minute. Es war außerdem beeindruckend, wie wir trotz der hohen Führung solide weitergespielt haben. Am Ende hätte das Ergebnis auch noch höher ausfallen können."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Di Matteo stellt seine Mannschaft, die Wolfsburg am Wochenende 3:2 besiegen konnte, auf einer Position um. Aogo ersetzt Fuchs auf der linken Seite.

Chelsea-Trainer Mourinho bleibt bei der Elf, die West Bromwich Albion am Samstag souverän 2:0 schlug. Schürrle sitzt erneut nur der Bank.

2., 0:1, Terry: Unfassbar. Nach nur einer Minute lässt sich die Schalke-Defensive überrumpeln, Fährmann rettet gegen Diego Costa mit Glück zur Ecke - die dann den Rückstand bringt. Terry setzt sich im Zentrum gegen Kirchhoff und Höwedes durch und köpft rechts oben ein.

13.: Fast der Ausgleich. Choupo-Moting hält an der Sechzehnerkante einfach mal drauf. Cahill fälscht ab und macht den Ball so zur Bogenlampe, die über Courtois hinweg an die Latte rauscht.

29., 0:2, Willian: Nach einer schönen Kombination mit Fabregas und Hazard taucht Willian 14 Meter halbrechts vor dem Schalker Tor auf und zieht ab. Santana kommt zu spät, Fährmann steht schlecht und bekommt das Leder in die Torwartecke. Den muss er haben!

41.: Nach einem katastrophalen Höger-Schnitzer ist Costa auf und davon, umkurvt Fährmann und muss eigentlich nur noch einschieben - rutscht dann aber aus. Glück für Schalke.

44., 0:3, Kirchhoff (ET): Auweia! Ecke Chelsea, in der Mitte springen Santana und Kirchhoff völlig unbedrängt zum Ball. Letzterer köpft für Fährmann unhaltbar in die linke Torecke.

60.: Willian wird an der linken Strafraumkante nicht angegriffen und flankt den Ball zum rechts aufgerückten Ivanovic. Der Außenverteidiger nimmt die Kugel volley und verfehlt den linken Knick nur um wenige Zentimeter.

77., 0:4, Drogba: Ein langer Ball hebelt die Schalker Abwehr aus. Willian legt quer zu Drogbar, der den Ball aus fünf Metern über die Linie drückt.

78., 0:5 Ramires: Es geht weiter. Drogba ist über links frei und flankt butterweich an den zweiten Pfosten, wo Ramires allen Verteidigern enteilt ist und problemlos einnickt.

Fazit: Absolut verdienter Sieg der Blues, die Schalke in allen Belangen überlegen waren und die Partie schon früh entschieden.

Der Star des Spiels: Eden Hazard. Wahnsinns-Leistung des Belgiers. Nie vom Ball zu trennen, mit toller Übersicht und dem richtigen Auge für seine Mitspieler. War zwar "nur" an einem Tor direkt beteiligt, trotzdem Dreh- und Angelpunkt der Chelsea-Offensive.

Der Flop des Spiels: Jan Kirchhoff erlebte einen Horror-Abend. Verlor den Zweikampf vor der Ecke zum 0:1 im Verbund mit Höwedes, ließ Hazard vor dem 0:2 ziehen und entschied das Spiel mit seinem Eigentor noch vor der Pause. Nach 45 Minuten war das Spiel für Kirchhoff beendet.

Der Schiedsrichter: Jonas Eriksson. Solide, unaufgeregte Partie des Schweden. Lag bei allen wichtigen Entscheidungen richtig. Auch Terrys Einsatz vor dem 0:1 war zwar hart, aber nicht regelwidrig. Hazards Ellenbogen gegen Uchida hätte er allerdings mit einer Gelben Karte ahnden müssen.

Das fiel auf:

  • Chelsea ging sofort voll drauf - was den Gastgeber zunächst komplett aus dem Konzept brachte. Defensiv kamen die Knappen in der Anfangsphase überhaupt nicht in die Zweikämpfe, offensiv wurden die Bälle leichtfertig verschenkt.
  • Di Matteo kehrte im Vergleich zum Wolfsburg-Spiel wieder zum gewohnten 4-2-3-1, das sich in der Rückwärtsbewegung zu einem 4-5-1 formierte, zurück. Für mehr Stabilität sorgte diese Umstellung aber nicht. Ob über die Außen oder durch die Mitte - Chelsea kombinierte sich nach Belieben durch die Schalker Abwehr.
  • Huntelaar war über 90 Minuten abgemeldet. Schalke schaffte es kein einziges Mal, seinen Topstürmer erfolgsversprechend in Szene zu setzen. Der Niederländer versuchte in der zweiten Hälfte zwar, sich die Bälle tief im Mittelfeld abzuholen, fand aber auch dort kaum statt.
  • Chelsea empfing Schalke mit zwei dicht gestaffelten Viererreihen, die sich auch bei schnellen Ballverlusten sofort wieder formierten und Königsblau so überhaupt keinen Raum für Konter ermöglichten.
  • Erschreckend, wie wenig Gegenwehr Schalke leistete. Vor allem in der zweiten Hälfte, als Chelsea das Pensum deutlich sichtbar verringerte, gab es kaum Pressing vor der Mittellinie und viel zu viel Platz für den Londoner Ballvortrag. Die Tore vier und fünf waren die Konsequenz.

FC Schalke 04 - FC Chelsea: Die Statistik zum Spiel

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