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Bayer scheitert am ASM-Bollwerk

Mittwoch, 26.11.2014 | 22:32 Uhr
Lucas Ocampos erzielte gegen Leverkusen das einzige Tor des Spiels
© getty
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Bayer Leverkusen hat am 5. Spieltag der Champions League seine zweite Niederlage kassiert. Wie schon im Hinspiel verloren die Leverkusener dabei unglücklich mit 0:1 (0:0) gegen den AS Monaco. Lucas Ocampos erzielte das Tor des Tages.

Vor 26.000 Zuschauern in der BayArena spielte in der ersten Halbzeit nur Leverkusen, während die Gäste 70 Minuten lang keinen einzigen Schuss auf Bernd Lenos Tor brachten. Trotzdem ging Monaco in der 71. Minute durch den eingewechselten Lucas Ocampos in Führung.

Danach probierte es Bayer noch einmal mit einer Schlussoffensive, abgesehen von einem Schuss durch Drmic kam dabei aber nichts Zählbares mehr heraus. Insgesamt verlor Leverkusen trotz eines Torschussverhältnisses von 19:4 und über 60 Prozent Ballbesitz.

Aufgrund des 1:0-Sieges von Zenit St. Petersburg über Benfica Lissabon im zweiten Spiel der Gruppe C standen die Leverkusener bereits vor der Partie als Achtelfinalteilnehmer fest, während Benfica definitiv ausgeschieden ist. Auf den Gruppensieg haben allerdings sowohl Leverkusen, als auch Zenit und Monaco noch Chancen.

Reaktionen:

Roger Schmidt, Trainer Leverkusen: "Wenn man das Spiel sieht, kann man nur riesig enttäuscht sein. Wir waren noch überlegener als im Hinspiel, sind 90 Minuten angerannt. Monaco hat an den Lucky Punch geglaubt."

Bernd Leno, Leverkusen: "Es ist sehr enttäuschend. Wenn man als Erster weiterkommt, ist das ein Riesenvorteil. Man geht den Riesenbrocken aus dem Weg. Heute hatten wir einen Matchball, es ist enttäuschend, dass wir es nicht geschafft haben. Wir hätten uns in Lissabon einen ruhigen Abend machen können."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Roger Schmidt bietet, anders als beim 3:1-Sieg in Hannover am vergangenen Bundesliga-Spieltag, Wendell und Donati statt Hilbert und Boenisch als Außenverteidiger auf. Außerdem rückt Castro für Rolfes in die Startelf, gemeinsam mit Bender bildet er das defensive Mittelfeld.

Bei Monaco gibt es gegenüber dem 2:2-Unentschieden gegen Caen vier Änderungen: Leonardo Jardim bringt statt Fabinho, Kondogbia, Bernardo Silva und Germain Raggi, Bakayoko, Moutinho und Dirar in die Mannschaft. Ex-Leverkusener Berbatov wird in der Spitze von Dirar und Ferreira-Carrasco flankiert.

26.: Das wäre es fast gewesen! Son flankt aus dem Halbfeld, Abdennours Klärungsversuch landet bei Bender im Strafraum. Der zieht aus halbrechter Portion sehenswert ab und knallt den Ball an die Latte. Da hätte Subasic keine Chance gehabt.

40.: Interessante Freistoßvariante von Bayer: Calhanoglu legt den Ball quer und zieht sofort Richtung Strafraum durch. Castro chippt den Ball in den Sechzehner, wo der Türke frei zum Kopfball kommt. Calhanoglu kann ihn jedoch nicht drücken.

66.: Unfassbar! Der soeben für Son eingewechselte Drmic wird von Bender angespielt und steht nach einer Drehung frei vorm Keeper. Und dann? Schiebt er den Ball weit am Tor vorbei.

68.: Nächste Großchance für Bayer. Bellarabi spielt auf der linken Seite Calhanoglu frei, der es mit einem Schlenzer ins lange Eck versucht. Der Ball streicht am Pfosten vorbei.

71., 0:1, Ocampos: Zum ersten Mal im Spiel bringt Monaco einen Schuss aufs Tor - und der ist direkt drin. Nach einem Ballverlust auf der linken Abwehrseite ist Dirar durch und bringt eine perfekte Flanke an den Fünfmeterraum, die Joker Ocampos aus kürzester Distanz unhaltbar für Leno über die Linie drückt.

Fazit: Unnötige Niederlage für Leverkusen, die sich die Gastgeber aber selbst zuzuschreiben haben. Aus dem riesigen Chancenplus konnte Bayer keinen Nutzen ziehen, stattdessen ließ man sich von Monaco - wie im Hinspiel - eine Lektion in Sachen Effizienz erteilen.

Der Star des Spiels: Die Viererkette von Monaco. Jardim bot mit Raggi, Abdennour und Carvalho drei gelernte Innenverteidiger auf, und dieses Rezept ging gut auf. Die normalerweise so gefährliche Bayer-Offensive kam kaum zur Entfaltung, immer wieder blockten die Verteidiger die diversen Schussversuche ab, in der Luft waren Abdennour und Carvalho kaum zu bezwingen. Den Strafraum hielten sie mit wenigen Ausnahmen komplett dicht.

Der Flop des Spiels: Stefan Kießling. Hatte wie alle Leverkusener Angreifer einen extrem schweren Stand und war beim Ex-Bremer Abdennour gut aufgehoben. Kießling konnte sich überhaupt nicht einbringen und brachte nicht einen einzigen Ball aufs Tor.

Der Schiedsrichter: Paolo Tagliavento hatte das Spiel nur bedingt unter Kontrolle. Der Italiener ahndete Ellbogen-Einsätze mehrfach nicht und zögerte zu lange, überhart agierende Spieler zu verwarnen. So bewegten sich unheimlich viele Zweikämpfe am Rande des Legalen, mehrere Spieler mussten zwischenzeitlich behandelt werden und der Spielfluss litt extrem.

Das fiel auf:

  • Monaco spielte unheimlich defensiv - bei gegnerischem Ballbesitz hielten sich regelmäßig alle Feldspieler in der eigenen Hälfte auf, häufig patrouillierten sogar neun Spieler um den eigenen Strafraum herum. Es wurde früh deutlich, dass die defensive Stabilität allererste Priorität bei Jardim hatte.
  • Kamen die Monegassen dann mal selbst an den Ball, gab es fast nur lange Bälle, die von der Bayer-Defensive aber schnell abgefangen wurden. Von Spielaufbau keine Spur, Berbatov hing lange Zeit völlig in der Luft. Erst nach der Pause verirrten sich gelegentlich mehrere Franzosen in die Hälfte der Leverkusener, dann allerdings wurde es auch schnell gefährlich.
  • Bayer tat sich mit der engmaschigen Verteidigung des Gegners sehr schwer und konnte kaum mal in den gegnerischen Strafraum vordringen. So versuchten es die Leverkusener häufig mit Schüssen aus der Distanz, die in der Regel aber abgeblockt wurden. Es mangelte an Ideen, auch weil Bayer viel zu oft durch die Mitte wollte. Vor allem Son und Bellarabi verhedderten sich dabei immer wieder.
  • Erst als Monaco in der Schlussphase selbst mal zaghafte Angriffsversuche wagte, taten sich für Leverkusen ein paar Gelegenheiten für ihr normalerweise so beliebtes Konterspiel auf. Calhanoglu und Drmic kamen auch direkt zu großen Chancen, konnten diese aber nicht nutzen. Als dann stattdessen Ocampos traf, zog sich Monaco natürlich sofort wieder zurück.

Bayer Leverkusen - AS Monaco: Die Statistik zum Spiel

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