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Mittwoch, 17.09.2014 | 10:45 Uhr
Der BVB feierte gegen den FC Arsenal einen hochverdienten 2:0-Erfolg
© getty
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Borussia Dortmund feiert im ersten Spiel der diesjährigen Champions-League-Saison gegen den FC Arsenal einen Auftakt, der nicht viel besser hätte laufen können. Taktisch, emotional und spielerisch war der BVB perfekt eingestellt. Es war eine kleine Ansage an Europa.

Jürgen Klopp ist ein sehr emotionaler Mensch. Das merkt man während der 90 Minuten an der Seitenlinie, aber auch vor und nach einer Partie des BVB. So auch nach dem hochverdienten 2:0 (1:0)-Erfolg am Dienstag gegen die Gunners.

"Einige Szenen werde ich lange in Erinnerung haben. Dieses Spiel hefte ich mir ab", sagte Klopp nach den 90 Minuten im Signal-Iduna-Park. Tatsächlich hat die Borussia an diesem Abend sehr wenig falsch gemacht. Die Mannschaft fand eine gute Mischung aus wahnsinniger Euphorie und kühler Taktik.

Der Gegner aus London wusste die ersten 20 Minuten nicht so wirklich, wie ihm geschieht. Die Wenger-Truppe, die normal für schönen Ballbesitz-Fußball steht, kam kaum bis über die Mittellinie. In der Regel sind für das gunner'sche Spielgeschehen Jack Wilshere und Mikel Arteta verantwortlich - gegen den BVB kamen die beiden Spieler im Zentrum überhaupt nicht zurecht. Aggressiv und bissig zeigte sich Dortmund auf den entscheidenden Arealen des Spielfelds.

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Nahe an der Perfektion

So hatte Klopp nach dem Spiel nichts zu beanstanden und lobte sein Team in höchsten Tönen: "Das war nahe an der Perfektion, alles hat mir gefallen. Wir haben Pressing und Gegenpressing gespielt." Mehr geht fast nicht.

Wilshere und Arteta wurden "gefangen", wie es der Coach so schön nach Spielende formulierte. Und wurden die Gefangenen gestellt, schaltete der BVB-Express in Rekordzeit auf Höchstgeschwindigkeit. Allen voran Pierre-Emerick Aubameyang, der gemeinsam mit Ciro Immobile die Abwehr der Londoner ordentlich durcheinanderwirbelte.

Aubameyang und Immobile teilten sich in Abwesenheit des verletzten Marco Reus dessen Aufgabengebiet im Sturm. Mal agierte der eine etwas tiefer, mal der andere. Einzig und alleine der Torabschluss ließ in der ersten halben Stunde zu wünschen übrig. Immobile merkte man aber an, dass er immer besser mit dem BVB-Spiel zurechtkommt. Auch Klopp konstatierte, dass es dem Neuzugang aus Turin gut tat, dass er am Wochenende nur einige Minuten spielte.

Sinnbild Großkreutz

Der Italiener krönte seine starke Leistung mit einem tollen, wenn auch etwas glücklichen Treffer zum 1:0 kurz vor der Pause. Es war der erste Treffer von Immobile im vierten Pflichtspiel für die Schwarz-Gelben."Ich bin sehr glücklich, dass ich getroffen habe und der Mannschaft helfen konnte. Es war nicht einfach für mich, ich musste mich erst an das Spiel von Borussia Dortmund gewöhnen", sagte der 24-Jährige sichtlich zufrieden nach dem Spiel.

Die "Vorarbeit" für den Treffer lieferte Kevin Großkreutz nach gewonnenem Zweikampf an der eigene Eckfahne. Immobile brachte anschließend nach einem Sprint über das halbe Feld etwas glücklich, aber gekonnt die Kugel im Tor des machtlosen Wojciech Szczesny unter.

Wie in vielen tollen CL-Abenden war die Nummer 19 des BVB mal wieder ein Sinnbild des Erfolgs. Großkreutz - im linken Mittelfeld aufgestellt - war nicht zu halten. Wie aufgedreht beackerte er die Außenbahn. Er gewann wichtige Zweikämpfe und bediente die Stürmer mit feinen Pässen. So geschehen vor dem 2:0, als der Aubameyang mit einem feinen Heber gekonnt in Szene setzte.

Nicht immer schaffte es der Weltmeister, seine Motivation in die richtigen Bahnen zu lenken. Ab und an überpaced Großkreutz, am Dienstag aber war er der Garant für den absolut verdienten Sieg gegen die Gunners. Auch Jürgen Klopp befand anerkennend: "Arsenal schlägt man nicht im Vorbeigehen, die haben uns alles abverlangt."

Ohne Reus, Kagawa und Hummels - egal!

Dabei hatte der BVB an diesem ersten Champions-League-Spieltag einige wichtige Ausfälle zu verkraften. Neben Mats Hummels, Ilkay Gündogan, und Marco Reus fehlten kurzfristig noch Shinji Kagawa und Lukasz Piszczek. Zudem musste Sebastian Kehl zur Pause verletzungsbedingt raus.

Doch das war dem Spiel der Borussen nicht anzumerken. Auch wenn Klopp nach dem Spiel sagte, dass alle Verletzten in der Mannschaft vermisst werden, war ihr Fehlen kaum zu bemerken. Auf dem Platz hinterließen sie keine Lücke.

Der FC Arsenal hingegen trat fast in Bestbesetzung an, wobei man eher die Gunners spielten, als würden wichtige Pfeiler fehlen. Der Auftritt in Dortmund hinterlässt wohl nicht nur bei den Arsenal-Fans einige Fragen, auch Arsene Wenger dürfte diese Vorstellung nicht gefallen haben.

Lukas Podolski jedenfalls war bedient: "Wir haben hochverdient verloren und hatten keine Chance. Borussia hat uns von Beginn an unter Druck gesetzt. Sie haben ein sehr gutes Pressing gespielt. Wir sind der FC Arsenal und müssen in solchen Spielen mit breiter Brust auftreten." Vor einer breiten Brust war bei dem Auftritt in Dortmund nichts zu sehen.

Es geht Richtung Statement

Die Gunners wirkten in jeder Hinsicht überfordert und hatten erst in der 76.Minute ihren ersten und einzigen Torschuss durch Danny Welbeck. Der Auftritt von Borussia Dortmund wird man in Europa zur Kenntnis genommen haben. Denn es war nicht nur ein einfacher Sieg, sondern auch ein leises Statement: "Hallo Europa! Mit uns kann man rechnen."

Der BVB hat den stärksten Gruppengegner über 90 Minuten dominiert. Auch wenn es nur der Auftakt in die Champions-League-Saison war, haben die Gelb-Schwarzen mit ihrer Leistung ein Ausrufezeichen gesetzt - wenn auch nur ein kleines.

Borussia Dortmund - FC Arsenal: Die Statistik zum Spiel

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