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Demonstration mit Lerneffekt

Mittwoch, 22.10.2014 | 09:07 Uhr
Die Bayern ließen der Roma beim 7:1 keine Chance
© getty
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Dem FC Bayern ist mit dem 7:1-Sieg in Rom Historisches gelungen. Die Mannschaft scheint Pep Guardiolas System mit Dreierkette immer besser zu verinnerlichen. Allerdings liefert das Spiel nicht nur positive Erkenntnisse.

Die größte Schwachstelle einer Dreierkette liegt in den freien Außenräumen, die bei eigenem Ballbesitz hinter der letzten Reihe entstehen. Gelingt es dem Gegner, das Mittelfeld nach einem Ballgewinn schnell zu überspielen und seine aufgerückten Außenspieler in genau diesem Bereich zu bedienen, sehen sich die zurückgeilten Verteidiger meist unangenehmen Eins-gegen-Eins-Situationen gegenüber.

Dass diese Gefahr besteht, weiß auch Pep Guardiola. Trotzdem entschied er sich auch gegen die Roma wieder für die Dreierkette. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Zunächst passiert es im passstarken Mittelfeld der Bayern (einzig Bernat lag gegen Rom bei unter 90 Prozent Passgenauigkeit) nur höchstselten, dass der Gegner durch einen Ballverlust zum schnellen Gegenangriff eingeladen wird. Besonders Lahm und Alonso verfügen über die nötige Ruhe und Übersicht, sich aus brenzligen Situationen zu befreien und den freien Nebenmann zu finden.

Alonso gibt den Takt vor

Darüber hinaus machten es die Bayern Rom durch ein intensives Gegenpressing unmöglich, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Angefangen bei Müller und Lewandowski, die Manolas und Yanga-Mbiwa schon anrannten, bevor diese die Annahme des Balles vorbereiten konnten, über Robben und Bernat, die sofort einrückten, um alle möglichen Anspielstationen zuzustellen.

Weil Götze und Lahm gleichzeitig den Passweg durch das Zentrum blockierten, blieb den Giallorossi so oft nur der blinde Befreiungsschlag übrig. Versuche, die Umklammerung der Gäste spielerisch zu lösen, endeten meist in katastrophalen Ballverlusten vor dem eigenen Sechzehner.

Während auch die Dreierkette vorrückt, um den Druck weiter zu erhöhen, lässt Alsonso sich fallen und sichert ab. Der Spanier, der erneut die meisten Ballaktionen aller Spieler auf dem Platz hatte (119), antizipiert in solchen Situationen wahnsinnig schnell und konnte eine Vielzahl römischer Angriffe abfangen.

Rom gibt Ball und Punkte ab

Das Team von Rudi Garcia hat in den letzten Wochen gezeigt, dass es durchaus in der Lage ist, seine Spielweise abhängig vom Wettbewerb umzustellen. In der Serie A macht die Roma das Spiel, in der Champions League beschränkte man sich gegen spielstarke Gegner bisher auf eine massierte Defensive, aus der man kontert.

So auch der Plan gegen die Bayern, der allerdings gründlich in die Hose ging, weil der FCB den Hausherren durch Guardiolas aggressives Gegenpressing fast überhaupt keine Möglichkeit zum Kontern gab.

Dazu kam, dass sich die gesamte Defensive in einer desolaten Form präsentierte. Cole bekam auf links überhaupt keinen Zugriff und konnte Robben regelmäßig nur hinterherrennen. Nicht anders ging es Torosidis auf der anderen Seite oder den beiden Innenverteidigern, die sich immer wieder aus dem Sechzehner rausziehen ließen, die entscheidenden Zweikämpfe dann aber viel zu lasch führten.

Gervinhos Warnschüsse

Wie wichtig das intensive Forechecking für die Stabilität des Systems mit Dreierkette ist, offenbarten die 15 Minuten nach der Pause. Während Garcia in der Halbzeit an die Ehre seiner Truppe appellierte, schickte Pep sein Team nach einer kurzen Ansprache schon wieder auf den Platz, wo die Bayern fast eine Viertelstunde warten mussten, bis auch die Hausherren aus der Kabine kamen.

Mit der 5:0-Führung im Rücken agierten einige Bayern-Spieler dann zu nachlässig, gingen vorne nicht mehr voll drauf und erlaubten Rom so deutlich mehr Freiräume im Spielaufbau und im Mittelfeld. Räume, die die Roma zu nutzen wusste.

Immer wieder suchten der Gastgeber jenen Raum hinter der Dreierkette, in den zumeist Gervinho über rechts startete. Der Ivorer kam so zu mehreren hervorragenden Torgelegenheiten, scheiterte allerdings am Pfosten oder am starken Manuel Neuer.

Guardiola erkannte die Gefahr und reagierte prompt. Rafinha kam für Müller, dazu die Umstellung auf Viererkette. Damit nahm er der Roma nicht nur ihre an diesem Abend gefährlichste Waffe, sondern entlastete gleichzeitig seine Offensivspieler, die nun nicht mehr so aggressiv gegen Ball und Gegner pressen mussten. Dank der Umstellung Guardiolas kam Rom zu keiner weiteren zwingenden Torchance mehr, sondern rannte im Gegenteil sogar in zwei Münchener Konter.

Rom: Kein Prüfstein

Der erhoffte Prüfstein für Guardiolas System war der AS Rom nicht, dafür präsentierten sich die Giallorossi viel zu schwach. Dennoch konnte Guardiola dem Spiel zwei wichtige Erkenntnisse abgewinnen.

Die Mannschaft hat Peps 3-2-3-2 mehr und mehr verinnerlicht und ist jederzeit in der Lage, auch gegen einen sehr tiefstehenden Gegner Überzahl zu erzielen und Torchancen zu kreieren. Dass es die Bayern nur sehr selten mit einem Gegner zu tun haben, der selber Interesse am Ballbesitz hat, ist ein Grund, warum Guardiola dieses System etabliert.

Das Spiel gegen Rom hat aber auch eindrucksvoll gezeigt, was passiert, wenn vorne einige Spieler ihre Aufgaben vernachlässigen - sei es durch das Gefühl des sicheren Siegens oder durch müde Beine.

Guardiola wird es deshalb auch in Zukunft so handhaben, nach klaren Führungen oder sichtbar nachlassender Kondition zurück zur Viererkette zu wechseln. Denn klar ist auch: Eine Mannschaft wie Gladbach (So., 17.30 Uhr im LIVE-TICKER), die über pfeilschnelle Außenspieler verfügt, kann solche Aussetzer eiskalt ausnutzen.

AS Rom - Bayern München: Die Statistik zum Spiel

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