Mittwoch, 26.02.2014
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ANALYSENachberichtSTATISTIKPIR - MUNDIASHOWTORJÄGER

BVB auf dem Weg ins Viertelfinale

Ein normaler Höhepunkt

Borussia Dortmund feiert nach dem Sieg über Zenit St. Petersburg (4:2) seine Moral und eine Lehrstunde in Sachen Pressing. Das Spiel passt in den Saisonverlauf, sollte aber nicht zu hoch gehängt werden.

Robert Lewandowski erzielte in St. Petersburg seine Europacuptore 17 und 18 für den BVB
© getty
Robert Lewandowski erzielte in St. Petersburg seine Europacuptore 17 und 18 für den BVB

Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Heute Abend waren wir nahe am Optimum. Das war eine Pressing- und Gegenpressing-Lehrveranstaltung. Die Mannschaft hat sensationell gut in den Räumen agiert, hat die Zweikampfe gesucht, gefunden und gewonnen, und tolle Momente daraus entstehen lassen. Das war ein Klassespiel."

Luciano Spalleti (Trainer Zenit St. Petersburg): "Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht und so Tore abgegeben. Nur in einigen Momenten haben wir auf einem Level mit Dortmund gespielt. Wir fahren nach Dortmund in der Hoffnung, die nächste Runde zu erreichen. Im Fußball kann man immer die Wende schaffen, alles hängt vom Willen ab."

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): "Ich bin erleichtert. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Es wäre eine fantastische Geschichte, wenn wir wieder ins Viertelfinale einziehen würden. Das würde für Nachhaltigkeit sprechen."

Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund): "Das war eine klasse Leistung. Wir haben einen super Start hingelegt und ein super Gegenpressing über die gesamte Distanz aufgezogen. Das ist eine sehr, sehr gute Ausgangsposition, die man nutzen sollte, um ins Viertelfinale einzuziehen. Schön, dass die Mannschaft auf jedes Gegentor die passende Antwort hatte. Über die Leistung von Robert Lewandowski brauchen wir nicht reden, die ist schon über die gesamte Saison richtig gut."

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Wir haben das Spiel mit den frühen Toren in die richtige Richtung gelenkt. Wir haben am Ende das Spiel sehr gut dominiert. Es war klar, dass Zenit noch einmal kommen würde und das Spiel so nicht wegschenkt. Beide Gegentore waren kurios."

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Nachbetrachtung:

Erleichterung war zu spüren, als Spieler und Verantwortliche von Borussia Dortmund über den Sieg gegen Zenit St. Petersburg sprachen. Es hatte sich ja eine Wiedergutmachungsstimmung über den Klub gelegt nach dem peinlichen 0:3 beim kriselnden Hamburger SV.

Eine Reaktion hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von der Mannschaft im Vorfeld der Partie erwartet. Er bekam, was er wollte. Aber es kam nicht überraschend. Der BVB hat in dieser Saison schon mehrmals bewiesen, dass ihm das schöne Essen im gepflegten Restaurant der Champions League mehr schmeckt, als die Pizza und Burger in der Liga, um es in der Bildsprache Pep Guardiolas zu formulieren.

Der BVB hat die anspruchsvolle Vorrundengruppe, wenn auch mit etwas Glück, als Erster überstanden und auch im Gipfeltreffen mit dem FC Bayern eine ansprechende Leistung gezeigt. Probleme bereiteten eher die Gegner, die am Dortmunder Status in der Liga kratzen, wie Wolfsburg, Leverkusen oder Gladbach. Auch aggressive, taktisch gut geschulte Teams wie Augsburg und Hertha brachten den BVB schon zum stolpern.

Das dank das russischen Energieriesen Gazprom solvente St. Petersburg war aber nichts von alldem: Nicht giftig, nicht gewitzt und nicht gut vorbereitet. Die Russen, die aufgrund der langen Winterpause seit zehn Wochen kein Pflichtspiel mehr bestritten hatten, gingen dem BVB von der ersten Minute auf den Leim und waren nach fünf Minuten schon fast ausgeschieden.

BVB-Trainer Jürgen Klopp sah ein Spiel "nahe am Optimum" und eine "Pressing- und Gegenpressing-Lehrveranstaltung". Zenit war das perfekte Demonstrationsobjekt. Das Team von Luciano Spalleti schien von Dortmunds Stärken nichts gewusst oder zumindest im Vorfeld nicht beeindruckt gewesen zu sein und vollführte im Spielaufbau sportlichen Selbstmord.

Dortmund hat in dieser Saison schon gezeigt, dass dieser urtypische Klopp-Powerfußball noch immer in der Mannschaft steckt, sobald sich Gegner wie Stuttgart, Hamburg (im Hinspiel) und Frankfurt in ihr Schicksal fügen. Die Partie gegen Zenit war also ein ganz normaler Höhepunkt und folgte einem erwartbaren Muster.

Die engen Spiele auf Augenhöhe waren in dieser Spielzeit das Problem. Und davon werden in diesem Jahr, nicht nur in der Champions League, noch mehr kommen.

Zenit St. Petersburg - Borussia Dortmund: Daten zum Spiel

SPOX

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