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Die Bayern knacken Barcas Rekord

Mittwoch, 27.11.2013 | 19:52 Uhr
Arjen Robben schoss den FC Bayern in der 17. Minute in Moskau in Führung
© getty
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Der FC Bayern München hat auch sein fünftes Gruppenspiel der Champions League gewonnen und damit einen neuen Rekord in der Königsklasse aufgestellt. Der 3:1 (1:0)-Sieg bei ZSKA Moskau war der zehnte in der Champions League in Folge, der FC Barcelona hatte 2002/2003 neun Spiele hintereinander gewonnen.

Vor 11.000 Zuschauern in Moskau, eine Kurve war nach rassistischen Beleidigungen der ZSKA-Anhänger im Heimspiel gegen Manchester City gesperrt, erzielten Arjen Robben (17.), Mario Götze (56.) und Thomas Müller (65./FE) die Tore für die Bayern, Keisuke Honda traf für Moskau (61./FE).

Während die Bayern schon vor dem Spiel für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert waren, muss ZSKA im letzten Spiel bei Viktoria Pilsen Platz drei in der Tabelle der Gruppe D verteidigen.

Bayern-Kapitän Philipp Lahm musste nach 28 Minuten mit einer Muskelverhärtung ausgewechselt werden.

Die Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern): "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Zehn Siege hintereinander in Europa zu schaffen, ist nicht einfach. Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns. Trotz der schlechten Verhältnisse haben wir das ganz gut gemacht. Die Mannschaft hat einen sehr guten Charakter, da spielen die äußeren Bedingungen keine Rolle."

Arjen Robben (Bayern): "Wir mussten nach dem Sieg in Dortmund vor allem vom Kopf her umschalten. Das war eine super Leistung am Samstag, dann darf man in so einem Spiel nicht nachlassen. Das ist der Fehler, der oft gemacht wird. Aber wir haben einen super Charakter in der Mannschaft."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: ZSKA muss weiterhin auf Spielmacher Dzagoev (Oberschenkelverletzung) verzichten. Angreifer Doumbia fehlt ebenfalls verletzt, für den Ivorer spielt Musa.

Die Bayern beginnen mit einer Änderung im Vergleich zum 3:0 in Dortmund: Für den verletzten Mandzukic (Wadenprobleme) spielt Götze im Sturm. Der 18-jährige Angreifer Julian Green steht erstmals in einem Pflichtspiel im Kader der ersten Mannschaft.

17., 0:1, Robben: Kroos ist links frei und spielt in die Gasse auf Müller, knapp außerhalb des Sechszehners. Müller spielt den Pass klug in den Rücken der Abwehr auf Robben, der den Ball mit links halbhoch in der Torwartecke versenkt.

28.: Missverständnis zwischen Alaba und Kroos auf links, Alaba spielt einen Rückpass Musa in die Füße. Der zieht aus 20 Metern von rechts ab, drei Meter am Tor vorbei.

28.: Lahm fasst sich hinten an den linken Oberschenkel und deutet sofort seine Auswechslung an. Thiago kommt, Neuer übernimmt die Kapitänsbinde.

47.: Akinfeev haut einen Rückpass weit nach vorne. Die Bayern spekulieren auf Abseits, Boateng zieht noch den Kopf weg. Honda ist jedoch nicht im Abseits und steht völlig frei vor Neuer. Honda wartet lange, viel zu lange und lässt sich von Neuer den Ball vom Fuß klauen.

50.: Alaba kann die Flanke von Nababkin von rechts nicht verhindern, in der Mitte sind Boateng und Dante unsortiert. Das Tor ist leer, doch Honda trifft den Ball aus drei Metern nicht richtig, Neuer nimmt den Kullerschuss locker auf.

56., 0:2, Götze: Kroos spielt den Ball zu Götze, der 25 Meter vor dem Moskauer Tor ins Dribbling geht, an drei Moskauern vorbeizieht und den Ball vom Elferpunkt ins rechte untere Eck schießt.

61., 1:2, Honda (Elfmeter): Tosic trifft mit einem Schuss Dantes Hand, Schiedsrichter Gautier zeigt auf den Punkt. Honda verwandelt sicher, links unten schlägt's ein.

65., 1:3, Müller (Elfmeter): Robben steckt rechts im 16er für Götze durch, der den linken Pfosten trifft. Der Ball kommt zu Robben, der im Vorbeigehen von Shchennikov klar gefoult wird. Müller versenkt den Ball im linken Eck.

79.: Über Honda kommt der Ball zu Milano, der die Kugel von links an den 16er zum blanken Tosic spielt. Der packt den Hammer aus und trifft die Latte.

88.: Pflichtspieldebüt für Green. Der Deutsch-Amerikaner kommt für Götze.

Fazit: Die Bayern dominieren die erste Halbzeit, spielen aber defensiv eine schlampige zweite Hälfte und bieten Moskau zu viel an.

Der Star des Spiels: Toni Kroos leitete die ersten beiden Bayern-Tore mit glänzenden Pässen aus dem Zentrum ein. Er war mit 125 Kontakten mit Abstand am häufigsten am Ball und kam auf eine Passgenauigkeit von 91 Prozent und gewann überragende 86 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Flop des Spiels: Keisuke Honda. Moskaus bester Fußballer hätte nach der Pause zwei Mal den Ausgleich erzielen müssen, scheiterte aber beide Male kläglich. Traf immerhin vom Elfmeterpunkt.

Der Schiedsrichter: Antony Gautier (Frankreich). Obwohl der Boden schwer zu bespielen war, gab es kaum unkontrollierte Fouls. Gautier hatte so relativ wenig Arbeit. Die Gelbe Karte für Martinez war korrekt, der Elfmeterpfiff nach Dantes Handspiel dagegen nicht, als Dante aus kurzer Distanz von Tosic angeschossen wurde.

Das fiel auf:

  • Die Bayern hatten anfangs Probleme, auf dem seifigen Untergrund ihr dominantes Passspiel aufzuziehen. Moskau zog zwei eng gestaffelte Viererketten tief in die eigene Hälfte und versuchte bei Ballbesitz über die ballsicheren Honda und Tosic Gegenangriffe zu fahren, was zu Beginn auch ordentlich gelang.
  • Anders als in Dortmund spielte Martinez auf der Sechserposition und baute die Angriffe als dritter Verteidiger zwischen Boateng und Dante auf. Kroos war meistens Martinez' erste Anspielstation, während Lahm als vorderster Zentrumsspieler agierte und bisweilen Götze oder den einrückenden Müller in Strafraumnähe assistierte.
  • Nach Lahms Auswechslung übernahm Thiago die Rolle von Kroos als Ballverteiler, Kroos rückte eine Linie weiter nach vorne. Die Bayern wurden bis zur Pause immer dominanter, allerdings fehlte es etwas an Tempo und im letzten Drittel an Passgenauigkeit.
  • Nach dem Wechsel attackierte ZSKA früher und deutlich aggressiver und provozierte so einige schnelle Ballverluste der Bayern, deren Abwehr dann auch noch unsortiert war. So kam Moskau zu mehreren guten Chancen. Die Nachlässigkeiten der Münchner ermöglichten Moskau 15 Torschüsse, die Bayern kamen nur auf 8.
  • Weil ZSKA mehr Risiko ging und dadurch Räume öffnete, entwickelte sich ein völlig anderes Spiel als vor der Pause. Die Bayern mussten deutlich weitere Wege gehen, hatten aber auch mehr Platz im Angriffsspiel.

ZSKA Moskau - FC Bayern: Die Statistik zum Spiel

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