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Champions League, 3. Spieltag

Zweimal Kießling! Bayer rasiert Donezk

Von Daniel Reimann
Mittwoch, 23.10.2013 | 22:34 Uhr
Stefan Kießling erzielte das 1:0 gegen Schachtjor Donezk
© getty
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Bayer Leverkusen hat am 3. Spieltag der Champions-League-Gruppenphase zu Hause gegen Schachtjor Donezk einen 4:0 (1:0)-Kantersieg gefeiert. Dabei traf Stefan Kießling doppelt.

Vor 25.184 Zuschauern in der BayArena hatte ausgerechnet Stefan Kießling Bayer Leverkusen per Kopfball in Führung gebracht (22.). Nach der Pause erhöhte Simon Rolfes per Foulelfmeter (50.), ehe Sidney Sam das 3:0 besorgte (57.). Im Anschluss durfte Kießling seine tolle Leistung mit seinem zweiten Treffer krönen (72.).

In der Tabelle der Gruppe A zieht Leverkusen damit an Donezk vorbei auf Platz zwei. Weil Manchester United parallel gegen Real Sociedad gewann, hat Bayer auf die Red Devils nach wie vor einen Punkt Rückstand.

Reaktionen:

Trainer Sami Hyypiä (Bayer Leverkusen): "Unsere Mannschat hat heute offensiv sehr gut gespielt. Wir haben den Ball sehr gut laufen lassen. Wir haben 90 Minuten stark gespielt und verdient gewonnen."

Kapitän Simon Rolfes (Bayer Leverkusen): "Wir haben jetzt eine gute Ausgangsposition. Wichtig ist, dass heute wieder die Null steht. Der Sieg für uns war hochverdient. Nach den ganzen Diskussionen hat Stefan eine Topleistung abgeliefert, das ist bemerkenswert."

Sportchef Rudi Völler (Bayer Leverkusen): "Wir haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Ich habe mich unwahrscheinlich für Stefan Kießling gefreut. Was auf ihn in den letzten Tagen eingeprasselt hat, war schon sehr heftig. Das muss man schon hart sein, um das wegzustecken. Wir sind jetzt erst einmal froh, dass wir sechs Punkte haben."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Hyppiä tauscht im Vergleich zum Hoffenheim-Spiel gleich viermal aus: Son beginnt für Hegeler als Linksaußen, auf der Sechs darf Can statt Reinartz ran. In der Viererkette kommen Spahic und Donati für Wollscheid und Hilbert.

Bei Schachtjor beginnt zum dritten Mal in Folge die gleiche Startelf in der Champions Leauge.

13.: Erste Duftmarke der Gäste: Rakitskiy tritt einen Freistoß aus 30 Metern direkt aufs Tor. Sein Schuss geht allerdings zwei Meter an der Torwartecke vorbei.

22, 1:0, Kießling! Ein Son-Schuss wird geblockt, Sam schnappt sich den zweiten Ball. Rechts raus auf Donati, der direkt flankt. In der Mitte steigt Kießling schulmäßig hoch und köpft aufs linke Eck - drin!

45.: Konter der Gäste nach einer Leverkusener Ecke. Alex Teixeira wird geschickt, Boenisch ist zu langsam und zieht zurück. Teixeira zieht aus 13 Metern von halbrechts ab, trifft aber nur das Außennetz.

49.: Kießling wird in Erwartung einer Flanke von Srna leicht zu Boden gedrückt und fällt. Der Referee gibt Strafstoß. Muss man allerdings nicht zwingend pfeifen.

50., 2:0, Rolfes (Elfmeter): Rolfes lässt sich nicht zweimal bitten. Perfekter Schuss, stramm ins rechte Eck. Pyatov ahnt die Ecke, kommt aber nicht dran.

57., 3:0, Sam! Perfekter Ball in die Gasse von Son, die Fahne bleibt unten. Sam steht frei vor Pyatov und schiebt unhaltbar ins rechte Eck ein.

67.: Toprak mit dem Ballverlust gegen Adriano, der über rechts Vollgas gibt und zur Mitte flankt. Leno kommt nicht dran - doch auch der eingewechselte Bernard rauscht am Ball vorbei.

72., 4:0, Kießling! Torwartfehler vom Allerfeinsten! Can flankt von rechts, Pyatov kommt raus, kann die Kugel aber nicht festhalten. Kießling bedankt sich und schiebt ein.

74.: Douglas Costa probiert's aus der Ferne per Schlenzer, doch Leno pariert mit einer sehenswerten Flugeinlage.

Fazit: Bayer belohnt sich selbst für einen disziplinierten Auftritt, der Donezk zunehmend mürbe machte. Als sich in der zweiten Halbzeit mehr Räume auftaten, machte es Leverkusen auch sichtlich Spaß.

Der Star des Spiels: Stefan Kießling. Er hat es allen Kritikern bewiesen! Nach dem Theater um sein Phantomtor lieferte Kießling die Antwort auf dem Platz. Die Tore zum 1:0 und 4:0 erzielte er selbst, vor dem 2:0 holte er den Elfmeter raus. Und beim Treffer von Sam riss er die Lücke in der Viererkette, indem er sich fallen ließ und Son per Kopf bediente.

Der Flop des Spiels: Andriy Piatov: Schon der Kopfballtreffer von Kießling wirkte nicht unhaltbar. Pyatov fiel lediglich um, ohne sich entscheidend in Richtung Ball zu strecken. Beim 4:0 unterlief ihm ein übler Fehler, auch wenn er nicht mehr spielentscheidend war. Bekam vier Schüsse aufs Tor, vier davon waren drin.

Der Schiedsrichter: Stephane Lannoy. In einem anfangs nicht sehr zweikampfintensiven Spiel behielt der Franzose zunächst den Überblick. Doch in entscheidenden Szenen lag er schließlich falsch: In der 26. Minute wurde Kießling von Kucher im Strafraum elfmeterreif umgeschubst, doch ein Pfiff blieb aus. Das "Foul" von Srna an Kießling vor dem 2:0 wiederum war nicht annähernd so klar. Auch in der Zweikampfbewertung oft inkonsequent.

Das fiel auf:

  • Die Partie war zu Beginn verdammt zäh. Leverkusen zeigte mannschaftstaktik eine sehr ansprechende Leistung, weshalb Donezk in Durchgang eins zu lediglich einer einzigen Torchance kam. Ohne aggressives Pressing, aber durch intensive Laufarbeit und geschickte Raumaufteilung stellte Bayer ab der Mittellinie die Passwege hervorragend zu.
  • Dass sich auch Leverkusen lange Zeit kaum Gelegenheiten herausspielen konnte, lag auch an der sehr defensiven Ausrichtung der Mittelfeld-Dreierkette. Can, Rolfes und Castro rückten selten bis zum Strafraum auf, stattdessen standen die Außenverteidiger Donati und Boenisch extrem hoch.
  • Da obendrein Schachtjors Sechser Fernando und Hübschmann sich oft als zweite Innenverteidiger entpuppten, um die Räume in der Defensivzentrale so eng wie möglich zu machen, schien das Spiel über die Flügel für Bayer das vielversprechendste Erfolgsrezept für den Dosenöffner zu sein. So fiel schließlich auch das 1:0 durch Kießling
  • Donezk suchte sein Heil im schnellen Umschaltspiel, meist mit Steilpässen auf die flinken Außenspieler Douglas Costa und Taison. Aus dem eigenen Spielaufbau heraus strahlten die Ukrainer kaum Gefahr aus.
  • Auch nach Wiederanpfiff behielt Bayer seine disziplinierte Linie und erzwang damit Fehler der Gäste, die mehr und mehr aufmachen mussten und ungeduldig wurden. Nach dem 0:2 war Donezk moralisch angeknockt und leistete sich mehrere Nachlässigkeiten. Spätestens mit dem 3:0 war die Partie entschieden.

Leverkusen - Donezk: Fakten zum Spiel

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