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Die Entwicklung geht weiter

Mittwoch, 23.10.2013 | 10:40 Uhr
Es geht doch! Fünf Monate nach dem CL-Finale feiert der BVB einen wichtigen Sieg in London
© getty
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Borussia Dortmund zeigte beim 2:1 in London gegen den FC Arsenal eine reife Leistung und ist in der Gruppe voll im Rennen. Die Partie zeigte auch den Fortschritt des BVB-Spiels. Den Unterschied machte Robert Lewandowski.

Borussia Dortmund hat auf der Insel einen guten Ruf. Die Zeitschrift "FourFourTwo" druckte Jürgen Klopp und seine Jungs im Februar dieses Jahres auf seinem Cover mit der Überschrift: "Dortmund. Inside Europe's hottest club".

Beim verlorenen Finale in Wembley gegen den FC Bayern bekam der BVB ebenfalls viel Lob, trotz der Niederlage. Und dann war da noch dieses beeindruckende Spiel vor etwas mehr als einem Jahr in Manchester. Die Borussia walzte förmlich über die teuer zusammengestellte Startruppe von City hinweg, vergaß dabei aber mehr als ein Tor zu schießen und fuhr schließlich nur mit einem 1:1 und einem Punkt nach Hause.

Power für den Lucky Punch

Das Spiel gegen den FC Arsenal am Dienstagabend war von seiner Dramaturgie her völlig anders. Es war ein ausgeglichenes Match. Dortmund bestimmte die Anfangsphase, dann kam Arsenal und war bis zur Pause überlegen. Nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild: Dortmund anfangs dominant, dann kam Arsenal.

Es war ein Spiel zu dem auch ein Unentschieden ganz gut gepasst hätte. Dortmund hatte läuferisch extrem viel investiert und schien kräftemäßig wie schon am Samstag gegen Hannover in der Endphase etwas abzubauen. Aber für einen Konter war noch genügend Power vorhanden.

"Wir waren immer in der Lage, einen entscheidenden Angriff zu setzen. Genau so haben wir es dann ja auch gemacht", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp, der das Spiel aufgrund seiner Sperre zwischen Hans-Joachim Watzke und Reinhard Rauball auf der Tribüne verfolgen musste.

Lewandowski macht den Unterschied

"Wir waren nicht vorsichtig genug und sind dafür am Ende bestraft worden, denn der BVB hat die Qualität immer noch einmal zuzuschlagen", stellte Arsenals Coach Arsene Wenger fest. Sein Team lief in einen Traum von einem Konter, der auf jeder seiner fünf Stationen perfekt gespielt war.

Lewandowski-Sahin-Aubameyang-Großkreutz-Lewandowski das war die Abfolge der spielentscheidenden Szene. Und es ist kein Wunder, dass Robert Lewandowski am Anfang und Ende dieser Kette steht.

Der Pole lieferte eine enorm starke Partie im Sturmzentrum ab, er machte am Ende den Unterschied. Im Grunde war Lewandowski die einzig dauerhaft funktionierende Waffe im Offensivspiel des BVB. Die Abwehr- und Mittelfeldspieler konnten ihn immer wieder flach oder hoch mit dem Rücken zum Tor anspielen. Egal ob ihm Per Mertesacker oder Laurent Koscielny im Kreuz hingen, Lewandowski machte den Ball fest und verteilte ihn dann.

Beeindruckende Coolness

"Man darf Lewandowski nicht einen Moment aus den Augen lassen", sagte Mertesacker. Bei beiden Toren hatte der Stürmer seine Füße entscheidend im Spiel. Erst bereitete er mit großer Gelassenheit und Übersicht das 1:0 von Henrikh Mkhitaryan vor, nachdem zuvor Marco Reus den Ball vom schlafmützigen Aaron Ramsey geklaut hatte. Und dann leitete er den entscheidenden Konter ein, den er selbst zum Siegtreffer abschloss.

Es ist bemerkenswert wie Lewandowski das Theater um seinen auslaufenden Vertrag und im Sommer anstehenden Wechsel ausblenden und in den großen Spielen auf dem Platz seine Leistung abrufen kann.

Reife Leistung

Dortmund hat mit diesem Spiel einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung genommen. Vor zwei Jahren deutete die Mannschaft an gleicher Stelle ihre enorme Qualität schon an, unterlag den Gunners aber durch zwei Tore von Robin van Persie mit 1:2.

Bei ManCity sprang trotz des glanzvollen Spiels nur ein Punkt heraus. Dieses Mal arbeitete das Team über 90 Minuten konsequent auf den Erfolg hin, ließ wenig zu und belohnte sich am Ende mit einer Aktion für den Aufwand. Ein Spiel im Stile einer europäischen Spitzenmannschaft.

"Meine Mannschaft hat sich auf dieses Spiel eingelassen, das war der Schlüssel. Wir sind gut in die Partie gekommen und haben fantastisch gegen den Ball gearbeitet. Nach dem 1:0 ist Arsenal dann natürlich auch einfach zu stark, um sie die ganze Zeit vom eigenen Tor fernzuhalten. Dennoch haben wir nicht wahnsinnig viele Torchancen zugelassen", befand Klopp.

Auch die Sicherheit in der Schlussphase nach der erneuten Führung, in der die Dortmunder größtenteils den Ball kontrollierten und Arsenal weit vom eigenen Tor weghielten, war für Klopp unglaublich. "Da hat sich das Team sehr reif präsentiert. Dortmund ist gerade dabei, die Leistung aus dem letzten Jahr mit dem Finaleinzug zu bestätigen und sich in Europa weiteren Respekt zu erspielen.

Wichtige Aufgaben warten

Dass die Borussia noch lange nicht am Ziel ist, zeigt allein schon ein Blick auf die Tabelle. Denn da haben neben den Dortmundern auch Arsenal und der SSC Neapel sechs Punkte auf dem Konto.

Die in London gezeigte Reife und die Konsequenz im Spiel wird auch in den kommenden Aufgaben vonnöten sein. Die nächsten beiden Heimspiele gegen beide direkten Konkurrenten entscheiden über das Weiterkommen in der Königsklasse.

Und am Samstag steht auch schon das Derby gegen Schalke 04 an. Auch da hat der BVB nach zwei Niederlagen in der Vorsaison etwas gutzumachen. Denn am Ende entscheiden immer erst die Ergebnisse über die endgültige Bewertung.

FC Arsenal - Borussia Dortmund: Daten zum Spiel

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