Bayern probt die Wachablösung

Dechiffriert und demontiert

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Fatih Demireli
Mittwoch, 24.04.2013 | 15:49 Uhr
Lionel Messi (l.) und seine Katalanen sahen gegen furiose Bayern keine Land in der Allianz Arena
© getty
Advertisement
Bundesliga
FrJetzt
S04-M05: Jetzt die Highlights anschauen!
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe

Das 4:0 des FC Bayern München gegen den FC Barcelona geht in die Geschichte ein und hat eine weit größere Tragweite als nur den sehr wahrscheinlichen Einzug ins Londoner Champions-League-Finale. Der Kantersieg gleicht einer Wachablösung und er wurde mit einem ganz klaren Plan erreicht, dem selbst der Gegner größten Respekt zollt.

Sie waren gut organisiert, die Gäste aus Barcelona. Sie bewegten sich auf engstem Raum, waren stets Herr der Lage und als der Pfiff erfolgte, verließen sie still und leise ihren Platz. Die zahlreich anwesenden Reporter des FC Barcelona bewiesen eine überraschend angenehme Disziplin. Besonders im Vergleich zu dem, was sich bisweilen in den sogenannten Mixed Zones, den Interviewbereichen der Stadien, für Szenen abspielen.

Barcelonas Reporter praktizierten Tiki-Taka in Reinkultur. Sie stellten artig ihre Fragen, hielten dicht zusammen und als Barcelonas Pressechef im wahrsten Sinne des Wortes die Fragerunde kurz vor Mitternacht abpfiff, packten sie zusammen und gingen: gemeinsam, auf engstem Raum.

Eine disziplinierte Leistung, die man eigentlich vom Futbol Club Barcelona erwartet hatte. Aber wenn eine Gruppe von arbeitendem Personal in der mit 68.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena eine Spur noch disziplinierter war, dann war es die Mannschaft des FC Bayern München.

Ein Spiel für die Geschichte

Das 4:0 (1:0) gegen die vermeintlich beste Fußballmannschaft der Welt geht in die Geschichte ein, so viel steht fest. "So einen Abend habe ich auch noch nicht erlebt und ich bin schon lange dabei", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, im Profifußball seit 1974, hinterher.

Selbst Dauergrantler Franz Beckenbauer (seit 1964 dabei) kam aus dem Schwärmen nicht heraus: "Ein 4:0 hätte ich nicht in den kühnsten Träumen gegen Barcelona erwartet."

Die Frage darf erlaubt sein: Wer hatte das überhaupt erwartet?

Die Stimmen zur Bayern-Gala

Thomas Müller hatte Recht, als er hinterher sagte, dass es "kein Wunder" sei, dass der FC Bayern gegen Barcelona gewinnt, aber die Art und Weise, wie Barcelona besiegt wurde und wie die Katalanen zur Hilf- und Konzeptlosigkeit gezwungen wurden, war beeindruckend.

Bayern hat einen Plan

"Besonders gegen den FC Barcelona musst du ein Konzept und einen Plan haben", sagte Jupp Heynckes. Es war das vieldiskutierte Thema weit vor der Partie. Heynckes verwies auf die Vergangenheit, verwies auf seinen eigenen Fachverstand und die Scoutingabteilung, als es darum ging, ob er sich denn Tipps von Josep Guardiola einholen würde. Der Bayern-Trainer wurde an seinen Aussagen gemessen und bestand den Härtetest mit Bravour.

Der FC Bayern hatte einen genauen Plan, wie man gegen Barcelona bestehen könnte. So wie gegen Juventus, so wie in London gegen Arsenal und so wie in der gesamten Saison. Die Heynckes-Mannschaft hat eine Gabe entwickelt: Die Gabe, in den ersten Minuten einer Partie den Gegner zu analysieren, ihn zu durchleuchten und dann mit der richtigen Idee zum Erfolg zu kommen.

Bayern kommt Gegner auf die Schliche

"Der FC Bayern kann jede Phase eines Fußballspiels spielen", sagte Javi Martinez vor ein paar Tagen. So war es gegen Juventus, und so war es auch gegen Barcelona. Der Gegner machte jedes Mal zunächst den Anschein, das Heft in der Hand zu haben und das Geschehen zu kontrollieren, bis ihm der FC Bayern auf die Schliche kam und eiskalt zuschlug.

Barcelona hatte auch am Dienstagabend wie überhaupt seit mehr als 300 Spielen mehr Ballbesitz als der Gegner. Stolze 67 Prozent waren es gegen die Bayern. Die Überlegenheit in dieser Kategorie trug aber keine Früchte, weil die Bälle nicht erfolgsfördernd gespielt werden konnten.

Alle Stimmen zur Bayern-Gala

"Bayern hat gepresst und gepresst und offensichtlich sehr hart an seiner Taktik gefeilt. Wir hatten nicht viele Chancen, aber das lag an ihnen", sagte Barcelonas Dani Alves völlig richtig. Exemplarisch wie Franck Ribery, einst Defensivmuffel Nummer eins, sein Spiel 90 Minuten als verteidigender Linksaußen definierte. "Ich habe mich wie ein Linksverteidiger gefühlt", lächelte der Franzose.

Ob es ihm wirklich Spaß gemacht hat, sei dahingestellt, doch er erfüllte seine Aufgabe wie alle anderen Bayern-Profis zu 100 Prozent. "Wir waren läuferisch und kämpferisch 1A", sagte Heynckes. Als dann auch das Spielerische passte, entstand die größte Demontage des FC Barcelona der jüngeren Fußballgeschichte.

Die Wachablösung

"Wenn man auf einen stärkeren Rivalen trifft, kann man ihm nur gratulieren", sagte Barcelonas Alves ehrlich. Ob das Attribut "stärker" nur für den Dienstagabend, für die ganze Saison oder den grundsätzlichen Verhältnissen galt, ließ er unbeantwortet. Aber die Partie hatte durchaus etwas von einer Wachablösung an der Spitze Europas.

"In den letzten fünf Jahren hat Barcelona Europa dominiert, da darf man ruhig stolz sein", sagte Arjen Robben.

In der kommenden Woche haben die Münchener nun die Chance, zum dritten Mal binnen vier Jahren in ein Champions-League-Finale einzuziehen.

Doch auch in Barcelona bedarf es einer erneuten Glanzvorstellung, um nicht in die Bredouille zu kommen. "Man hat sie öfters gesehen, diese Magie von Camp Nou. Aber wir wollen der Welt zeigen, dass das nicht für uns zutrifft", sagte Müller. Für Philipp Lahm war München die "halbe Miete". Im Camp Nou müsse man "genauso spielen", vor allem "defensiv".

Die Gelb-Gefahr

Aber da ist noch eine Sache, die vor allem Lahm und fünf andere Kollegen nicht außer Acht lassen dürfen. Der Kapitän, Bastian Schweinsteiger, Javi Martinez, Dante, Luiz Gustavo und Mario Gomez gehen mit Gelben Karten vorbelastet in Rückspiel.

Nicht auszudenken, wenn einer oder mehrere aus diesem Kreis im Finale am 25. Mai im Wembley-Stadion zuschauen müssten. Wie bitter es sein kann, können David Alaba, Holger Badstuber und Luiz Gustavo bezeugen, die im Vorjahr beim Münchener Finale fehlten.

Zumindest kommt ihnen diesmal nicht Viktor Kassai in die Quere, damals und am Dienstag Schiedsrichter und Übeltäter. Als der Ungar die Allianz Arena mit seinen Gefolgsleuten verließ, waren die Barcelona-Reporter längst weg. Alle in einem Bus. Sehr organisiert eben.

FC Bayern München - FC Barcelona: Daten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung