Champions League, Playoff-Rückspiel

Souverän durch die Schweizer Sauna

Von Florian Bogner
Mittwoch, 24.08.2011 | 10:53 Uhr
Geschafft! Schweinsteiger und Ribery freuen sich über den Einzug in die Königsklasse
© Getty
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Der FC Bayern München hat mit den beiden Siegen gegen den FC Zürich die Pflicht erfüllt und darf damit weiter vom Champions-League-Finale in München träumen. Vor der Gruppen-Auslosung am Donnerstag denkt der FCB laut darüber nach, einen weiteren Angreifer zu holen - obwohl Mario Gomez bereits Entwarnung gab und Nils Petersen auf seine Chance brennt.

Reaktionen:

Jupp Heynckes (Trainer Bayern München): "Die frühre Führung war optimal für uns, da war die Anspannung nicht mehr ganz so groß. Bei den Temperaturen muss man erstmal spielen. Die Mannschaft hat das insgesamt clever runtergespielt."

Mario Gomez (Bayern München): "Ich habe nach einem langen Schritt ein Ziehen gespürt. Ich habe mir wohl was verrenkt. Der Doktor meint, es sei nicht schlimm. Es ist wohl ein eingeklemmter Nerv. Wir gehen davon aus, dass es bis Samstag wieder geht."

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Philipp Lahm (Bayern München): "Wir sind in der ersten Halbzeit nicht in die Zweikämpfe gekommen. Nach der Führung wurde das Spiel leichter. Ein paar Torchancen waren leichtfertig. Wir sind noch nicht, da wo wir hin wollen, aber wir entwickeln uns."

Nils Petersen (Bayern München): "Ich habe versucht, 45 Minuten Gas zu geben. Wir haben die Pflicht erfüllt, das ist das Wichtigste. Für die Auslosung haben wir keinen Wunschgegner, wir müssen alle schlagen."

Christian Nerlinger (Sportdirektor Bayern München): "Es ist jetzt nicht an der Zeit, Personaldiskussionen zu entfachen. Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen und die Situation diskutieren. Wir gehen aber davon aus, dass Gomez am Samstag in Kaiserslautern wieder dabei ist."

Nachbetrachtung:

Der FC Bayern München hat die Hürde Playoffs ohne viel Aufhebens und alles in allem sehr souverän genommen. Dass das Spiel in Zürich bei Abend-Temperaturen von 30 Grad nach der frühen 1:0-Führung zu einem besseren Trainingsspiel verkam, kann man den Bayern nicht wirklich vorwerfen.

Zürich hatte nur in der Anfangsphase mehr Ballbesitz, zog sich dann aber wieder zurück und ließ die Gäste gewähren. Aus einer sicheren Defensive um den umsichtigen Holger Badstuber heraus spielte der FCB sein Pensum locker runter und hätte am Ende wie im Hinspiel drei, vier Tore mehr erzielen können.

Noch wichtiger: Im sechsten Pflichtspiel stand zum fünften Mal die Null. Die Kapitäne Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm bemängelten am Ende nur eine etwas laxe Einstellung in Halbzeit eins und den ein oder anderen Fehlpass in der Vorwärtsbewegung. Dass Trainer Jupp Heynckes erneut auf drei Positionen rotierte, fiel indes nicht ins Gewicht.

Etwas Besorgnis erregte dafür Mario Gomez, der mit Schmerzen im Oberschenkelbereich zur Pause in der Kabine blieb. Der Stürmer hatte sich laut erster Diagnose einen Nerv eingeklemmt, seine Herausnahme sei laut Heynckes und Christian Nerlinger aber nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Dennoch denken die Bayern nun lauter denn je über weitere Verstärkungen in vorderster Front nach. "Es ist sehr schade, dass sich Ivica Olic wieder verletzt hat. Jetzt ist die Situation natürlich eine andere. Wir müssen überlegen, ob es noch etwas zu machen gibt, weil wir demnächst wieder im Drei-Tages-Rhythmus spielen und vorne natürlich alles Mögliche passieren kann", sagte Heynckes nach dem Spiel.

Sportdirektor Nerlinger sprach davon, dass man sich in den nächsten Tagen zusammensetzen und diskutieren werde. Als Neuzugänge sind Mladen Petric und Papiss Demba Cisse im Gespräch, am Dienstag wurde Heynckes bei "ran" auch auf Emmanuel Adebayor und Carlos Tevez angesprochen.

Heynckes' Antwort: "Es ist unheimlich schwierig, jetzt den richtigen Spieler zu finden, der uns auch verstärkt, sich ins Mannschaftsgefüge eingliedert und auch sozial integrierbar ist. Sie haben einen Namen genannt, über den ich Informationen habe und den ich nicht nehmen würde."

Das wichtigste Kriterium für Heynckes: "Er muss nicht nur fußballerisch klasse sein, sondern auch zu uns passen und die deutsche Sprache sprechen. Das ist alles nicht so einfach." Würde aber für Petric sprechen.

Als Gomez-Backup steht ansonsten Nils Petersen Gewehr bei Fuß und lauert auf seine Chance. Gegen Zürich bekam er in den zweiten 45 Minuten Gelegenheit, sich zu präsentieren und machte seine Sache ordentlich. Ein Schuss ging über den Querbalken, bei einem weiteren Abschluss fand Petersen in FCZ-Keeper Johnny Leoni seinen Meister.

"Ich hätte ihm ein Tor gewünscht, er hat ein bisschen Pech gehabt. Es ist wichtig, dass er ein Erfolgserlebnis bekommt und da war er knapp dran", sagte Nerlinger hinterher. Sollte Gomez wirklich ausfallen, dann hätten die Münchner aber in Müller eine weitere Alternative für die Sturmspitze.

"Er kann auch vorne drin spielen, und der kleine David Alaba wird sich auch steigern. Das ist ein guter Junge, ein großes Talent, er muss nur mehr Selbstvertrauen und Spielpraxis haben", sagte Heynckes über die Alternative zu Franck Ribery auf der linken Bahn.

Gomez nahm das alles gelassen zur Kenntnis. "Wenn der Verein Bedarf sieht, wird er sicherlich handeln. Ich denke aber nicht, dass ich mir jetzt jede Woche etwas einklemmen werde."

Am Donnerstagabend werden die Bayern nun ab 17.45 Uhr nach Monaco schauen, wo die Gruppenphase ausgelost wird. Als attraktivste mögliche Lose für den FCB gelten dabei Manchester City und der SSC Neapel.

FC Zürich - Bayern München: Daten zum Spiel

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