Champions-League-Finale: FC Bayern - FC Chelsea

Bayern verliert sein Finale dahoam

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Thomas Gaber und Fatih Demireli
Samstag, 19.05.2012 | 23:49 Uhr
Chelsea krönte sich nach dramatischem Spiel zum Champions-League-Sieger 2012
© Getty
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Was für ein Drama! Der FC Bayern München hat sein Champions-League-Finale im eigenen Stadion verloren. Der FC Chelsea setzte sich mit 4:3 im Elfmeterschießen durch. Didier Drogba verwandelte den entscheidenden Elfmeter für Chelsea. In der regulären Spielzeit traf Thomas Müller (83.) für den FC Bayern, Drogba hatte in der 88. Minute ausgeglichen.

In der Verlängerung hielt Chelsea-Keeper Petr Cech einen Foulelfmeter von Arjen Robben (96.).

Für den FC Chelsea ist es der erste Sieg in der Champions League. 2008 waren die Blues im Elfmeterschießen an Manchester United gescheitert.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff:

Der FC Bayern mit der erwarteten Startelf: Contento, Tymoschtschuk und Müller ersetzen die gesperrten Alaba, Badstuber und Gustavo. Kroos rückt neben Schweinsteiger auf die Doppelsechs, Müller spielt auf der Zehn. Van Buyten ist nach fast vier Monaten Verletzungspause erstmals wieder im Bayern-Kader.

Überraschung dagegen bei Chelsea: Bertrand spielt im linken Mittelfeld, Sturridge sitzt nur auf der Bank. Trainer Di Matteo wählt eine sehr defensive Aufstellung mit zwei Viererketten. Mata soll sich bei Ballbesitz Bayern in die Kette einreihen und ein Fünfer-Mittelfeld bilden.

21.: Robben zieht links im Strafraum scharf mit links ab, Cech holt eine klasse Parade raus und holt die Kugel aus dem linken unteren Eck.

36.: Contento setzt sich auf links durch und flankt von der Grundlinie zur Mitte, wo Müller von hinten kommt und aus vollem Lauf mit links volley abdrückt. Knapp links am Tor vorbei.

37.: Jetzt mal Chelsea. Kalou kommt nach einer Ballstafette halbrechts an den Ball und visiert aus 18 Metern den kurzen Pfosten an. Neuer hält sicher.

42.: Robben auf rechts zu Müller, der legt per Hacke am 16er auf Gomez ab. Klasse Körpertäuschung gegen Cahill, der wegrutscht, freie Bahn für Gomez, Schuss, Rücklage - 10 Meter drüber.

78.: Wieder geht Ribery links durch, spielt quer auf Gomez, der durchlässt auf Müller am zweiten Pfosten. Müllers Rechtsschuss segelt links am Tor vorbei.

83., 1:0, Müller: Kroos flankt vom linken Strafraumeck mit rechts auf den zweiten Pfosten, wo sich Müller davon geschlichen hat und via Aufsetzer zur hochverdienten Führung einköpft.

88., 1:1, Drogba: Mata bringt eine Ecke punktgenau auf Drogba, der am kurzen Pfosten wuchtig zum Ausgleich einköpft.

93., Elfmeter Bayern: Schiedsrichter Proenca zeigt auf den Punkt. Drogba legt Ribery, kriegt Gelb und Bayern Elfer. Robben schießt mit links scharf nach rechts unten - Cech taucht ab und hält die Kugel.

Elfmeterschießen

1:0 Lahm

Neuer hält gegen Mata

2:0 Gomez

2:1 Luiz

3:1 Neuer

3:2 Lampard

Cech hält gegen Olic

3:3 Cole

Schweinsteiger scheitert am Pfosten

3:4 Drogba

Fazit: Chelseas Mauertaktik ging erneut auf. Bitterer Abend für die Bayern, die letztlich vor dem Tor zu ungenau agierten.

Der Star des Spiels: Petr Cech. Chelseas Torhüter hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel und hielt insgesamt drei Elfmeter.

Der Flop des Spiels: Mario Gomez. Der Bayern-Stürmer vergab in der ersten Halbzeit eine Riesenchance und konnte sich sonst nicht mal im Ansatz gegen Cahill und Luiz durchsetzen. Auch als Anspielstation war Gomez nicht zu gebrauchen.

Der Schiedsrichter: Pedro Proenca aus Portugal. Zeigte Schweinsteiger für ein dämliches Handspiel schon in der 2. Minute zurecht Gelb. Auch an der Elfmeterentscheidung gab es nichts zu kritisieren. Proenca war ein sehr guter Schiedsrichter und eines CL-Finals absolut würdig. Auch bei vielen kniffligen Zweikämpfen lag er fast immer richtig.

Analyse:

Die Bayern machten vom Anpfiff weg viel Druck und bauten das Spiel vor allem über die linke Seite auf. Contento holte sich durch zwei gewonnene Zweikämpfe gleich die nötige Sicherheit und erfüllte die Aufgabe, Ribery auf dem Flügel offensiv zu unterstützen.

Das Tempo in den ersten Minuten war enorm hoch, auch Chelsea schaltete nach dem Ballgewinn schnell um. Ribery, Müller und Robben versuchten durch permanente Positionswechsel Chelseas Abwehr zu verwirren. Die Blues verteidigten tief und kompakt, ließen im Korridor zwischen den beiden Ketten immer wieder Lücken, die Schweinsteiger und Kroos aber zu selten nutzten.

Dennoch waren die Bayern in der ersten Halbzeit die klar spielbestimmende Mannschaft. Der Ball führende Chelsea-Spieler wurde oft mit zwei Mann attackiert, die Balleroberung war sehr gut. 13 Torschüsse feuerten die Bayern vor der Pause ab, aber nur zwei gingen tatsächlich aufs Tor.

Nach der Pause änderte sich nichts. Chelsea verzichtete weiterhin größtenteils auf Angriffsfußball, und wenn gab's den hohen Ball aus der Viererkette oder von Lampard Richtung Drogba. Die Bayern blieben dran, bauten ihre Angriffe sorgfältig auf, brachten aber den letzten Pass nicht an den Mann. Chelsea igelte sich ab Mitte der zweiten Halbzeit komplett am eigenen Strafraum ein; das Spiel entwickelte sich zu einer Kopie der Chelsea-Halbfinals gegen den FC Barcelona. Die Bayern rannten an, oft blieb aber nur die Flanke und in der Luft sind die Blues eine Klasse für sich.

In einer Phase, als Chelsea etwas mehr riskierte, schoss Müller das erlösende Tor, Chelsea schlug nach einer Ecke zurück durch Drogba, von dem zuvor 88 Minuten lang nichts zu sehen war. In der Verlängerung war zunächst Chelsea, beflügelt vom späten Ausgleich, am Drücker, den Bayern bot sich aber durch Robbens Elfmeter nach dem plumpen Foul von Drogba die Chance zur erneuten Führung, doch Cech blieb Sieger.

Nach dieser Aktion wollte Chelsea nur noch ins Elfmeterschießen, die Bayern hatten noch eine große Chance durch Olic. Die Münchner probierten es in der Verlängerung ständig über die rechte Seite, doch Robben konnte sich nie gegen zwei Gegenspieler durchsetzen. Im Elfmeterschießen hatten die Bayern den Vorteil, doch Cech hielt zwei Schüsse und am Ende war der FC Chelsea der glückliche Champipns-League-Sieger.

FC Bayern - FC Chelsea: Fakten zum Spiel

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