Champions League: Gruppe E, 3. Spieltag

Leverkusen: Comeback in 190 Sekunden

Von Daniel Börlein / Norbert Pangerl
Mittwoch, 19.10.2011 | 22:41 Uhr
Leverkusen kämpfte sich nach schwacher erster Halbzeit ins Spiel zurück
© Getty
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Bayer Leverkusen hat in der Champions League einen großen Schritt Richtung Achtelfinale gemacht. Das Team von Trainer Robin Dutt bezwang den FC Valencia mit 2:1 (0:1).

Vor 30.000 Zuschauern in der Leverkusener BayArena brachte Valencias Jonas die Gäste in Führung (24.). Leverkusen ließ in Halbzeit eins dagegen alles vermissen und enttäuschte auf ganzer Linie.

Nach der Pause drehten Andre Schürrle (52.) und Sidney Sam (56.) die Partie dann innerhalb von 190 Sekunden zugunsten der Gastgeber.

Nach drei Spieltagen liegt Leverkusen nun mit sechs Zählern auf Platz zwei der Gruppe E. Valencia ist mit zwei Punkten Dritter. Chelsea liegt an der Spitze (sieben Punkte).

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Leverkusen mit zwei Änderungen im Vergleich zum Gladbach-Spiel: Rolfes und Toprak kommen für Balitsch und Schwaab ins Team.

Valencia stellt auf zwei Spitzen um: Neben Soldado beginnt Jonas.

20.: Schürrle verliert unnötig den Ball. In der Folge kommt Banega an den Ball, hämmert ihn mit rechts auf den Kasten. Abgefälscht landet der Ball bei Soldado, der unbedrängt nur den Pfosten trifft.

24., 0:1, Jonas: Soldado kommt nach einer misslungenen Grätsche von Reinartz links an den Ball, spielt quer auf Jonas, der die Kugel nur noch einschieben muss.

31.: Soldado zieht unbedrängt aus 16 Metern halbrechts ab, Leno pariert hervorragend. Den Abpraller haut Hernandez auf den Kasten - und wieder ist Leno mit einem tollen Reflex zur Stelle.

39.: Doppel-Chance Leverkusen: erst zieht Schürrle aus rund 25 Metern mittig vor dem Tor mit rechts ab. Sein Ball senkt sich aufs Tor, Alves lenkt ihn gerade noch über die Latte. Die darauffolgende Ecke köpft Ballack auf den Kasten, Alves klatscht den Ball Kießling ans Knie, von wo er ins Aus geht.

52., 1:1, Schürrle: Kadlec flankt von links in die Mitte, wo Miguel den Ball nicht richtig mit dem Kopf trifft. Seine missglückter Ball landet genau bei Schürrle, der aus 15 Metern mit rechts ins Tor trifft.

56., 2:1, Sam: Ballack spielt wunderbar auf den auf der rechten Seite gestarteten Sam, der halbrechts in den Strafraum zieht und von dort mit links ins linke obere Eck schlenzt. Wunderbares Ding.

Fazit: Nach einer indiskutablen ersten Hälfte präsentierte sich Bayer nach der Pause wie verwandelt. Angesichts Valencias spielerischer Überlegenheit dennoch ein glücklicher Sieg.

Der Star des Spiels: Bernd Leno. Bayers Keeper war in Halbzeit eins einziger Leverkusener mit CL-Format. Bewahrte sein Team mehrere Mal vor einem höheren Rückstand und war auch im zweiten Durchgang stets zur Stelle. Beeindruckend, welch hohes Niveau der 19-Jährige mittlerweile in jeder Partie zeigt.

Voting: Benote die Bayer-Spieler!

Der Flop des Spiels: Stefan Reinartz. Eigentlich soll er bei Bayer den Abwehrchef geben. Gegen Valencia war er ein einziger Unsicherheitsfaktor. Haarsträubend wie er das Spiel eröffnete, amateurhaft wie er sich in Zweikämpfen vorführen ließ, ohne Worte, was er vor dem 0:1 fabrizierte. Musste zur Halbzeit runter - und wäre eigentlich schon viel früher fällig gewesen. Ersatzmann Friedrich machte seine Sache dagegen richtig gut.

Der Schiedsrichter: Craig Thomson. Der Schotte fuhr eine klare Linie, zeigte bei härteren Fouls sofort Gelb und zog das bis zum Schluss durch. Ließ sonst viel laufen. Solide Leistung.

Analyse: Die Gäste aus Valencia übernahmen sofort das Kommando. Der Ball lief schnell und teilweise direkt durch die Reihen der Spanier. Leverkusen schaute nur zu. Nichts zu sehen von Engagement, Leidenschaft und dem Willen dagegenzuhalten. Die Dutt-Elf wirkte in der ersten halbe Stunde völlig überfordert und präsentierte sich katastrophal.

Keeper Leno hielt, was zu halten war - der Rest der Mannschaft fand nicht statt. In der Viererkette erlaubten sich vor allem Reinartz und Toprak eklatante Patzer, im Mittelfeld übernahmen die vermeintlichen Chefs Rolfes und Ballack zu keiner Zeit das Kommando. Lediglich in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte konnten die Hausherren die Partie etwas offener gestalten. Dennoch war Bayer mit dem 0:1 zur Pause noch gut bedient.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Leverkusen wie ausgewechselt. Plötzlich stimmten Laufbereitschaft und Aggressivität, auch spielerisch lief es auf einmal deutlich besser. Und innerhalb von drei Minuten und zehn Sekunden drehte die Bayer-Elf durch Schürrle und Sam die Partie.

Danach übernahm Valencia zwar wieder schnell die Kontrolle, Bayer stand defensiv nun allerdings deutlich besser. Die Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld wurden kleiner gehalten, die Gegenspieler früher und in höherem Tempo unter Druck gesetzt. So konnten sich die Gäste nur noch selten in eine gefährliche Position spielen und gingen letztlich trotz der starken ersten Halbzeit leer aus.

Bayer Leverkusen - FC Valencia: Daten und Fakten zum Spiel

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