Champions League: Gruppenphase, 2. Spieltag

Bayerns beängstigende Serie hält an

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Florian Bogner
Dienstag, 27.09.2011 | 22:40 Uhr
Da klingelt's zum zweiten Mal: Mario Gomez (2.v.r.) traf kurz vor der Pause zum 2:0
© Getty
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Der FC Bayern München hat auch das zweite Spiel der Vorrundengruppe A der Champions League gewonnen. Mit einem 2:0 (2:0)-Sieg über den Königsklassen-Debütanten Manchester City verteidigten die Münchner ihre Tabellenführung souverän und spielten im zehnten Pflichtspiel hintereinander zu Null.

Vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena erzielte Mario Gomez beide Tore per Abstauber (38./45.+1). Der FCB führt die Gruppe A damit mit sechs Punkten an, ManCity wartet weiter auf den ersten Sieg.

Manuel Neuer ist damit wettbewerbsübergreifend seit 928 Minuten ohne Gegentor.

Reaktionen:

Mario Gomez (Bayern München): "Wir waren ein bisschen nervös, obwohl das nicht erforderlich war. Es ist mir unerklärlich, warum wir so ins Spiel gestartet sind, auch ich. Ich glaube, bei Louis van Gaal wäre ich zur Pause ausgewechselt worden. Ich bin nicht so richtig in die Zweikämpfe gekommen und habe am Anfang die Bälle nicht gut gehalten. Aber es war schön, zweimal an der richtigen Stelle zu stehen."

Philipp Lahm (Bayern München): "Wie in den letzten Wochen machen wir zum richtigen Zeitpunkt die Tore. Das ist uns heute wieder gelungen und dann haben wir das in der zweiten Halbzeit in Anführungsstrichen locker runterspielen können."

Vincent Kompany (Manchester City): "Ich glaube, in der ersten Halbzeit hätten wir ein oder zwei Elfmeter bekommen können. Danach waren die Bayern unheimlich effizient."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der FC Bayern München muss neben Breno und Olic auf Badstuber (Grippe) verzichten. Boateng spielt für ihn in der Innenverteidigung, dazu tauscht Heynckes Tymoschtschuk gegen Gustavo aus. Robben zu Beginn nur auf der Bank.

City mit nur einer Änderungen im Vergleich zum Liga-Sieg gegen Everton (2:0): In der Abwehr spielt überraschend Kolo Toure für Lescott. Mancini signalisiert mit Dzeko, Agüero, Silva und Nasri in der Startelf: Wir haben keine Angst vor dem FCB.

4.: Richards bedient Dzeko von rechts, der scheitert mit seiner Direktabnahme aus 13 Metern an Neuer.

26.: Kroos mit Platz zentral vor Citys Tor, aber mit überhastetem Abschluss aus 25 Metern - drüber.

33.: Müller bedient Schweinsteiger im rechten Moment von rechts, der schaufelt den Ball freistehend aus acht Metern übers Tor.

38., 1:0, Gomez: Ribery zieht nach innen und schließt aus 20 Metern ab. Hart pariert gut, aber nach vorne, hält auch den ersten Nachschuss von Müller, dann drückt aber Gomez ein.

45.+1, 2:0, Gomez: Freistoß Kroos von links. Van Buyten köpft ins kurze Eck, wieder reagiert Hart gut, wieder staubt Gomez ab, diesmal aus abseitsverdächtiger Position. 2. CL-Saisontor.

55.: Mancini nimmt Dzeko raus, der ihn sarkastisch mit erhobenem Daumen "dankt". Mit de Jong kommt ein Mittelfeldspieler - City jetzt im 4-3-3 mit Agüero zentral in der Spitze.

58.: Lahm flankt von der linken Grundlinie halbhoch vors Tor. Gomez springt frei in den Ball, bugsiert ihn aber links neben das Tor.

79.: Freistoß Ribery von links. Gomez lässt den Ball über die Stirn wischen, Hart hält überragend, Müller drückt den Ball mit den Stollen am langen Pfosten vorbei.

Fazit: City war 25 Minuten besser, dann justierten die Münchner nach und kamen letztlich zu einem verdienten und ungefährdeten Sieg.

Der Star des Spiels: Franck Ribery. Der Franzose nahm in der Phase, in der City das Spiel dominierte, das Heft des Handelns mit zwei, drei Dribblings in die Hand und riss damit auch seine Teamkollegen aus der Lethargie. Sein Schuss war Ausgangspunkt des Führungstors, seine Vorstöße über die ganze Breite des Platzes machten City über die komplette Spielzeit das Leben schwer. Bekam bei seiner Auswechslung stehenden Applaus. Ebenfalls stark: der aufmerksame Boateng, der umsichtige Schweinsteiger und der resolute Gustavo. Citys Beste waren Keeper Hart und Verteidiger Kompany.

Der Flop des Spiels: Micah Richards. Der Rechtsverteidiger hatte in der Anfangsphase ein paar gute Offensivmomente, lief dann aber nur noch Ribery hinterher. Richards Hilflosigkeit im Zweikampf war fast schon zu bemitleiden. Immerhin: Der körperlich überlegene Engländer blieb trotz Schnelligkeitsnachteilen immer fair. Ebenfalls schwach: der unsichtbare Nasri.

Der Schiedsrichter: Viktor Kassai (Ungarn). Insgesamt umsichtig, aber mit mehreren unglückliche Szenen, meist zum Nachteil von City. Hätte für Boatengs Foul gegen Silva Elfmeter geben müssen (3.) und für Boatengs Einsatz gegen Richards Elfmeter geben können (24.). Gomez stand zudem vor dem 2:0 wohl einen Hauch im Abseits.

Analyse: Bayern hatte die ersten 25 Minuten mit Citys topabgestimmtem Forechecking große Probleme, brachte keinen rechten Spielaufbau zustande und war vor allem im Mittelfeld nicht aggressiv genug. Die Folge: Die Hausherren mussten das Spiel teilweise mit hohen Diagonalbällen aufbauen, die oft nicht ankamen. City hatte so deutlich mehr Spielanteile und nagelte die Münchner mit breitem Spiel und offensiven Außenverteidigern in der Anfangsphase in deren Hälfte fest.

Bei Ballbesitz FCB griffen Dzeko und Agüero die Innenverteidiger schon 25 Meter vor Neuers Tor an, Silva und Nasri machten versetzt dahinter die Seiten dicht. Yaya Toure und Barry standen ebenfalls hoch in der Bayern-Hälfte und machten so Druck auf Schweinsteiger und Gustavo. Dieses laufintensive Pressing konnte City aber nicht lange aufrecht erhalten.

User-Zeugnis: Ribery und Schweinsteiger vor Gomez

Nach knapp einer halben Stunde bekam der FCB das Spiel mit mehr Präzision und besserer Raumaufteilung unter Kontrolle und kreierte seinerseits Chancen - mit der Führung als Konsequenz. Bayern verstand es fortan besser, das Fünf- bzw. Sechs-Mann-Pressing der Gäste zu umspielen und in den Rücken der defensiven Mittelfeldspieler zu kommen.

Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken spielte Bayern nach der Pause ganz anders Fußball, ManCity wurde nun mit sauberem Passspiel und unter Zuhilfenahme der ganzen Platzbreite zeitweise hinten eingeschnürt. Mancinis Hoffnung, durch die Hereinnahme von de Jong mehr Zugriff im Mittelfeld zu bekommen, ging in diesem Spiel nicht mehr in Erfüllung.

FC Bayern - Manchester City: Daten zum Spiel

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