Sonntag, 23.05.2010

Mark van Bommel im SPOX-Interview

Van Bommel: "Man wird sich an uns erinnern"

Kapitän Mark van Bommel analysiert bei SPOX die Niederlage der Bayern im Champions-League-Finale und erklärt, was Inter besser machte. Außerdem verrät er, in welchen Szenen die Partie hätte kippen können und warum diese Bayern-Saison nicht in Vergessenheit geraten wird.

Mark van Bommel (l.) vom FC Bayern im Zweikampf mit Inters Esteban Cambiasso
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Mark van Bommel (l.) vom FC Bayern im Zweikampf mit Inters Esteban Cambiasso

SPOX: Mark van Bommel, was können Sie aus der Kabine berichten?

Mark van Bommel: Jeder verarbeitet das auf seine eigene Weise. Wir haben ein Finale verloren, da ist die Stimmung natürlich nicht gut.

SPOX: Was hat Inter Mailand besser gemacht?

Champions-League-Finale: Bayern - Inter
FC Bayern - Inter Mailand 0:2: Von Beginn an ein Kampf auf Augenhöhe - und zwar nicht nur das Duell zwischen Daniel van Buyten (l.) und Diego Milito
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FC Bayern - Inter Mailand 0:2: Von Beginn an ein Kampf auf Augenhöhe - und zwar nicht nur das Duell zwischen Daniel van Buyten (l.) und Diego Milito
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Lucio (l.) wie man ihn kennt: Auch gegen den Ex-Verein gab der Brasilianer alles
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Lucio (l.) wie man ihn kennt: Auch gegen den Ex-Verein gab der Brasilianer alles
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In der ausgeglichenen Anfangsphase eine Gefahr: Arjen Robben (r.) wurde immer von mehreren Inter-Spielern belagert
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In der ausgeglichenen Anfangsphase eine Gefahr: Arjen Robben (r.) wurde immer von mehreren Inter-Spielern belagert
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Fairplay? Oder würde Inter-Coach Jose Mourinho (r.) lieber mit Philipp Lahm kegeln?
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Fairplay? Oder würde Inter-Coach Jose Mourinho (r.) lieber mit Philipp Lahm kegeln?
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Die Bayern waren nur kurz auf Schiri Howard Webb sauer. Der Engländer bot insgesamt eine gute Leistung
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Die Bayern waren nur kurz auf Schiri Howard Webb sauer. Der Engländer bot insgesamt eine gute Leistung
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Dann der Schock für den FC Bayern: Diego Milito (l.) taucht frei vor Jörg Butt auf und macht das 1:0
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Dann der Schock für den FC Bayern: Diego Milito (l.) taucht frei vor Jörg Butt auf und macht das 1:0
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Aber die Bayern ließen angeführt von Kapitän Mark van Bommel nicht locker
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Aber die Bayern ließen angeführt von Kapitän Mark van Bommel nicht locker
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Streicheleinheiten unter ehemaligen Kollegen: Robben (l.) spielte beim FC Chelsea unter Trainer Mourinho
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Streicheleinheiten unter ehemaligen Kollegen: Robben (l.) spielte beim FC Chelsea unter Trainer Mourinho
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In Führung, aber dennoch am Boden: Inters Niederländer Wesley Sneijder
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In Führung, aber dennoch am Boden: Inters Niederländer Wesley Sneijder
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Unfreiwilliger Zuschauer: Franck Ribery (r.) verfolgte die Partie wegen seiner Rot-Sperre von der Bank aus
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Bastian Schweinsteiger (r.) gab alles. Zumindest kam Samuel Eto'o kaum zu gefährlichen Szenen
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Thomas Müller im Pech: Der Youngster vergab in der zweiten Hälfte die riesige Chance zum Ausgleich
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Dann Militos zweiter Streich. Der Argentinier zog in den Strafraum und ließ Butt aus zwölf Metern keine Chance
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Dann Militos zweiter Streich. Der Argentinier zog in den Strafraum und ließ Butt aus zwölf Metern keine Chance
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Die Bayern waren nach dem 0:2 am Boden zerstört - die Entscheidung
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Die Bayern waren nach dem 0:2 am Boden zerstört - die Entscheidung
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Mourinho überglücklich! Der Portugiese hat nach dem FC Porto auch Inter zum Champions-League-Sieg geführt
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Mourinho überglücklich! Der Portugiese hat nach dem FC Porto auch Inter zum Champions-League-Sieg geführt
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Beim FC Bayern herrschte dagegen Enttäuschung. Louis van Gaal (l.) mal nicht als Feier-Biest
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Beim FC Bayern herrschte dagegen Enttäuschung. Louis van Gaal (l.) mal nicht als Feier-Biest
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Verdienter Sieger: Javier Zanetti hob den Pokal in den Nachthimmel von Madrid
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Mourinho, der Vater des Inter-Erfolgs. Er führte eine Mannschaft zum Titel, die vor einiger Zeit noch als untrainierbar galt
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Mourinho, der Vater des Inter-Erfolgs. Er führte eine Mannschaft zum Titel, die vor einiger Zeit noch als untrainierbar galt
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Van Bommel: Die effektivere Mannschaft hat gewonnen. Wir hatten sehr viel Ballbesitz, Inter hat nur auf unsere Fehler gewartet, sie haben nur reagiert. Und wir haben einen Fehler gemacht: wir waren nicht in Bestform. In einem Finale muss man top drauf sein, so wie im DFB-Pokal gegen Werder Bremen. Das waren wir diesmal nicht. Trotzdem hätten wir ins Spiel zurückkommen können, wenn Thomas Müller den Ball kurz nach der Pause reinschießt. Die ganze Saison hat er diese Dinger reingemacht, diesmal leider nicht. Aber kein Vorwurf an Thomas, er hat eine überragende Saison gespielt. Es gibt überhaupt keine Schuldzuweisungen, Thomas hat auch sein sehr gutes Finale gespielt.

SPOX: War Müllers vergebene Chance trotzdem der Schlüsselmoment?

Van Bommel: In einem Finale entscheiden Details. Das war ein Detail. Wir hätten das Spiel drehen können. Ivica Olic hatte noch eine Chance beim Schuss aus der Drehung. Er hätte vielleicht besser abgespielt. Im Gegenzug kriegen wir dann das zweite Gegentor. Das ist die Effektivität von Inter. Wir haben viel mehr den Ball, sie schießen die Tore.

SPOX: Bayern hatte 65, 70 Prozent Ballbesitz, hat aber die entscheidende Lücke im Gegensatz zu den letzten Spielen nicht gefunden.

Van Bommel: Das sehe ich anders. Wir hatten unsere Möglichkeiten, vielleicht nicht so viele. Wir waren die bestimmende Mannschaft, leider haben wir das Ding nicht gewonnen. Inter hat nur reagiert. Wenn wir den Ball verloren haben, haben sie es gut gemacht. Sie haben die Lücken gefunden.

SPOX: Philipp Lahm meinte, dass Bayern in der ersten Halbzeit zu ängstlich gespielt hat.

Van Bommel: Das sah vielleicht so aus. Aber ich kann Euch sagen, ein Finale zu spielen ist nicht einfach.

SPOX: Was kann man von Inter Mailand lernen?

Van Bommel: Ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Inter hat gewonnen, okay. Aber wir haben 70 Prozent Ballbesitz. Für ein Finale ist das sehr viel.

SPOX: Was bleibt hängen von dieser Champions-League-Saison?

Van Bommel: Wenn man in einigen Jahren über die Saison 2010 spricht, wird man über uns sprechen. Wir werden in Erinnerung bleiben, weil wir guten Fußball gespielt haben. Das ist eine kleine Genugtuung.

SPOX: Man merkt, dass bei Ihnen im Moment die Enttäuschung überwiegt. Wie ist es in ein paar Tagen? Immerhin hat der FC Bayern zwei Titel gewonnen und stand im Champions-League-Finale.

Van Bommel: Aber es geht darum, das dann auch zu gewinnen. Es ging darum, Geschichte zu schreiben.

SPOX: Sie können den Finalsieg vielleicht in Südafrika nachholen.

Van Bommel: Ja, aber ich hätte lieber heute gewonnen.

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