Champions League - Achtelfinale, Hinspiel

Stuttgart holt Remis gegen Barca

Von Für SPOX in Stuttgart: Andreas Lehner
Dienstag, 23.02.2010 | 22:35 Uhr
Molinaro (l.) bekam es auf der linken Stuttgarter Abwehrseite mit Messi zu tun
© Getty
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Der VfB Stuttgart hat die ganz große Sensation im Champions-League-Achtelfinale verpasst, schaffte gegen den Titelverteidiger allerdings ein 1:1 (1:0).

In der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena erzielte Cacau (25.) die Führung für den VfB. Zlatan Ibrahimovic (52.) glich für die Katalanan aus.

Barca bleibt somit seit dem 29. April 2008 in der Königsklasse auswärts ungeschlagen und ist auf Kurs Viertelfinale. Das Rückspiel findet am 17. März im Camp Nou statt.

"Es gibt nur wenige Mannschaften, die gegen Barcelona punkten. Ein Unentschieden ist ein gutes und ehrenvolles Resultat, aber nicht optimal. Die erste Hälfte war gut, mit hohem Engagement von unserer Seite. Es fehlte das zweite Tor. In der zweiten Hälfte waren wir zu tief, ließen dem Gegner aber auch nicht zu viele Chancen zu. Beim 1:1 haben wir nicht gut verteidigt", sagte VfB-Coach Christian Gross auf SKY.

"Die Chancen im Rückspiel sind da, aber mit einem 1:0 wären sie noch besser gewesen. Wir glauben an uns. Ich will weiterkommen, egal gegen welchen Gegner", sagte Alexander Helb.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim VfB ist Khedira rechtzeitig fit geworden und spielt für Kuzmanovic. Ansonsten die gleiche Mannschaft wie beim 5:1 in Köln. Also auch wieder Cacau für Marica.

Bei Barca fehlen Abidal, Alves und Keita. Dafür ist Xavi dabei. Der Kopf des Teams war lange fraglich. Im Sturm muss Henry wieder auf die Bank, für ihn spielt Iniesta auf dem linken Flügel.

5.: Molinaro verschätzt sich bei einem Diagonalball auf Messi. Der zieht direkt in den Strafraum und fällt. Ausgerutscht! Im Gegenzug: Stuttgart in Überzahl, doch Khedira mit einem schwachen Fehlpass. Marquez klärt vor Gebhart.

13.: Molinaro mit viel Platz und dem guten Pass auf Cacau. Der hat im Strafraum viel Platz, dreht sich allerdings etwas umständlich und bringt dann keinen brauchbaren Abschluss zustande. Da war mehr drin!

25., 1:0, Cacau: Gebhart mit einer ganz starken Flanke aus dem rechten Halbfeld. Cacau überspringt Puyol am zweiten Pfosten und köpft gegen die Laufrichtung von Valdes ein. Starkes Tor!

29.: Pogrebnjak setzt sich im Strafraum gegen Maxwell durch und schießt dann Pique die Kugel aus einem Meter an die Hand. Keine Absicht, deshalb kein Elfmeter. Richtige Entscheidung.

31.: Die Riesenchance zum 2:0. Gebhart steckt auf Khedira durch, der allerdings im Abseits steht. Cacau ersprintet sich den Ball, checkt Marquez aus dem Weg und steht dann vor Valdes. Der VfB-Stürmer zögert einen Moment zu lange, legt dann quer, doch Puyol ist dazwischen.

40.: Messi mit einem klasse Dribbling durchs Zentrum. Der Argentinier hält aus 20 Metern drauf. Die Kugel setzt einmal auf, Lehmann ist dran, doch die Kugel kullert trotzdem Richtung Tor und ditscht an den Pfosten.

41.: Pogrebnjak geht an Pique vorbei in den Barca-Strafraum und steht vor Valdes. Der Barca-Keeper verkürzt gut und pariert per Fußabwehr.

Halbzeit-Fazit: Der VfB ist die bessere Mannschaft und führt absolut verdient. Allerdings um ein Tor zu niedrig.

52., 1:1, Ibrahimovic: Hoher Ball in den Strafraum. Tasci lässt sich von Pique überspringen. Ibrahimovic scheitert dann aus zehn Metern im ersten Versuch an Lehmann, schiebt die Kugel dann aber im Nachschuss ins rechte Eck.

69.: Lehmann langt an einer harmlosen Flanke vorbei. Ibrahimovic schaltet schnell und schießt aus der Drehung. Molinaro klärt auf der Linie - allerdings mit dem Oberarm. Viel Glück für Stuttgart!

73.: Hleb führt einen Freistoß schnell auf Molinaro aus, der flankt scharf und flach nach innen. Marica ist da, doch Valdes hat die Kugel im Nachfassen.

Fazit: Ein gerechtes Unentschieden, weil der VfB zu viele Chancen in der ersten Halbzeit liegen ließ und Barca in der zweiten Hälfte das Spiel kontrollierte.

Der Star des Spiels: Cristian Molinaro. Hatte die wohl schwerste Aufgabe im Weltfußball, er musste Lionel Messi verteidigen. Die Juventus-Leihgabe machte das aber ausgezeichnet, so dass der Argentinier bald in die Mitte zog. Dazu hatte der Italiener noch die Zeit, gefährliche Angriffe über seine Seite zu initiieren.

Die Gurke des Spiels: Rafael Marquez. War sowohl in der Luft als auch am Boden anfällig und bekam Cacau nicht in den Griff. Dazu mit Schwächen in der Spieleröffnung. Musste nach 58 Minuten angeschlagen raus.

Die Pfeife des Spiels: Björn Kuipers. Hatte einige Probleme mit der Partie und hatte in der Bewertung von Zweikämpfen oft Probleme. Lag richtig, dass er bei Piques Handspiel (29.) nicht auf Elfmeter entschied. Übersah aber Molinaros Hand auf der Linie gegen Ibrahimovic. Allerdings hatte auch der Schwede zuvor die Hand im Spiel.

Die Lehren des Spiels: Eine fantastische erste Halbzeit des VfB Stuttgart. Die Schwaben waren von der ersten Minute an aggressiv, verschoben sehr gut und ließen sich von Barcas Passspiel nicht in die Defensive drängen. Die Abwehr stand hoch und die Stürmer arbeiteten sehr gut mit nach hinten, so verknappte Stuttgart den Raum hinter der Mittellinie auf etwa 20 Meter. In den ersten 45 Minuten liefen die Schwaben insgesamt satte sechs Kilometer mehr als der Gegner.

Die Katalanen fanden kaum einen Weg durch dieses engmaschige Netz, weil Khedira und Träsch in der Mitte Xavi und Busquets gut zustellten, Zweikämpfe und zweite Bälle gewannen.

Barca leistete sich dehalb ungewohnt viele Abspielfehler und bekam den Ball selten auf die dribbelstarken Außen Messi und Iniesta, die dominante Spielkontrolle war damit dahin. Messi zog früh im Spiel in die Mitte, um mehr Bälle zu bekommen und Überzahl gegenüber dem VfB-Mittelfeld zu erzeugen. Allerdings ohne Erfolg.

Der VfB schaltete dagegen schnell um und brachte die Barca-Defensive so zum Wackeln. Nur die Chancenverwertung war nicht optimal. Das rächte sich gleich nach der Pause, als Barca den ersten Fehler in der VfB-Defensive zum Tor nutzte.

Durch die anschließende Hereinnahme von Henry wurde Barca stärker, weil Iniesta an die Seite Xavis ins Mittelfeld rückte. Das Pass- und Positionsspiel war genauer und effektiver. Beim VfB wurde der hohe Aufwand der ersten Halbzeit bemerkbar, der Druck auf den Ball war nicht mehr so hoch. Barca spielte das Remis gekonnt nach Hause und ist im Rückspiel klarer Favorit.

Das Achtelfinale im Überblick

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