Liverpool schießt Rom dank Salah, Firmino und Mane ab: Der beste Angriff der Welt

Mittwoch, 25.04.2018 | 09:16 Uhr
Sadio Mane, Mohamed Salah und Roberto Firmino (v.l.n.r.) haben die AS Roma abgeschossen.
© imago
Advertisement
Primera División
Live
FC Barcelona -
Real Sociedad
Superliga
Midtjylland -
Horsens
2. Bundesliga
Erzgebirge Aue -
Karlsruher SC (Highlights Relegation)
Copa Libertadores
Cruzeiro -
Racing
Allsvenskan
Häcken -
AIK
Championship
Aston Villa -
Fulham
Allsvenskan
Malmö -
Dalkurd
League One
Rotherham -
Shrewsbury
Friendlies
Argentinien -
Haiti

Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane haben beim 5:2-Sieg des FC Liverpool im Champions-League-Halbfinal-Hinspiel gegen den AS Rom erneut brilliert. Vor allem bei Salah überschlugen sich nach der Gala die Lobeshymnen. Liverpool-Legende Steven Gerrard nennt ihn den aktuell "besten Spieler auf dem Planeten". Angesichts der Konkurrenz von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi ist das eine zumindest gewagte These. Die Angriffsreihe als Kollektiv ist jedoch herausragend - und tatsächlich die beste weit und breit.

"Ohne jeden Zweifel" - es ist die Wortwahl, nicht etwa die Körpersprache, mit der Steven Gerrard in diesem Moment seine Begeisterung zum Ausdruck bringt. Nein, sein Gesicht ist nahezu emotionslos.

Gerrard ist eine lebende Legende des FC Liverpool und trägt den Verein tief in seinem Herzen. Das Schützenfest der Reds im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen den AS Rom hat den 37-Jährigen ganz sicher bewegt. Seine Reaktion auf den Treffer zum 1:0 sprach Bände.

Er ist jedoch auch TV-Experte und analysiert gemeinsam mit Frank Lampard und Rio Ferdinand an der Seite von Gary Lineker für BT Sports die Champions-League-Partien. In dieser Funktion ist er professionell, sachlich und leistet sich keinen emotionalen Ausbruch.

Steven Gerrard: Mohamed Salah "der beste Spieler der Welt"

Zumindest die Wortwahl lässt aber tief blicken: "Er ist in der Form seines Lebens. Es ist schwierig, ihn mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zu vergleichen, denn sie haben dieses Niveau schon über so einen langen Zeitraum gezeigt und sind immer konstant gewesen. Aber ohne jeden Zweifel ist er derzeit der beste Spieler auf dem Planeten." Eine Aussage, die sitzt.

Die Rede war von Mohamed Salah. Der Ägypter lieferte am Dienstagabend erneut eine Gala ab. Soziale Medien, Experten, Mitspieler, Trainer - alle überschlugen sich hinterher mit Lobeshymnen für den Angreifer.

Salah schießt Liverpool zum Sieg gegen den AS Rom

Zu Recht. Salah sorgte mit einem Tänzchen, bei dem er Daniele de Rossi stehen ließ, für ein optisches Highlight, erzielte zwei sehenswerte Tore selbst und bereitete zwei weitere vor. Jeweils nachdem er seinem Gegenspieler Juan Jesus einen Knoten in die Beine gespielt hatte.

"In dieser Form ist Salah nicht zu verteidigen. Er hat einen unglaublichen Einfluss auf unser Spiel", lobte sein Trainer Jürgen Klopp. "Das erste Tor war ein genialer Schuss. Das hat er sicher nicht von mir gelernt", fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Mohamed Salah verhält sich nicht wie Cristiano Ronaldo

Salah feierte seine Leistung und seine Tore gegen seine alten Kollegen vom AS Rom nicht ausgiebig. Stattdessen schaute er aus Respekt - beinahe verschämt - nach unten und überließ das vollkommene Ausrasten den Teamkollegen, Fans und Verantwortlichen.

Über Sinn und Unsinn solcher selbst auferlegten Jubelverbote lässt sich streiten. Fakt ist: In der öffentlichen Wahrnehmung einer breiten Masse hat die Geste Salahs Status gestärkt. Den Status als Weltstar, der dennoch geerdet, demütig und bescheiden ist. Der sympathisch ist. Zuletzt hatte der exaltierte Jubel von Cristiano Ronaldo nach seinem entscheidenden Treffer gegen Juventus zur Kontroverse geführt.

Klopp lobte Salah für seine "außergewöhnliche Saison" und als "absoluten Unterschiedsspieler". Allerdings wollte er das Lob nicht alleine an den Ägypter verteilen: "Seine Laufwege waren sehr gut, aber die Laufwege von allen Jungs sind genial. Wie Bobby Firmino den Ball vor dem zweiten Tor mitnimmt, wie Salah kreuzt - das ist einfach perfekter Fußball."

Salah, Firmino und Mane sind nicht aufzuhalten

Tatsächlich ging die Gesamtleistung der Liverpool-Offensive im Jubelschwall um Salahs erneute Gala beinahe unter. Das Trio aus Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane war wieder einmal nicht aufzuhalten.

Der überfallartige Angriffsfußball erinnerte stark an die Zeiten, als der BVB unter Klopp richtig durchstartete, das Double 2012 gewann und 2013 bis ins Finale der Champions League preschte.

Bei Ballgewinn schalteten die Reds blitzschnell um und kamen binnen weniger Sekunden zum Abschluss. In diesem hohen Tempo waren Technik und Zusammenspiel der Angreifer außergewöhnlich. Nicht nur Salah, auch Firmino und Mane zeigten, was für einen starken Part sie in dieser Saison spielen.

Roberto Firmino in elf Champions-League-Spielen an 16 Toren beteiligt

Firmino war bereits in der ersten Halbzeit an allen Offensivaktionen der Reds beteiligt. Der Brasilianer gab den ersten gefährlichen Torschuss ab, leitete die Großchance von Mane ein und bereitete später die beiden Salah-Treffer vor der Halbzeit vor. Bereits zur Halbzeit stand er bei fünf Torschussvorlagen.

Nach der Pause setzte er seiner Leistung mit zwei Treffern die Krone auf. In nur elf Champions-League-Spielen war Firmino bereits an 16 (!) Toren direkt beteiligt. Kein Spieler in der Geschichte des Wettbewerbs brauchte weniger Spiele für zehn Treffer.

Mane fehlte in der ersten Hälfte noch lange das Abschlussglück. Er vergab die 100-prozentige Chance zur Führung und als er schließlich traf, stand er einen Meter im Abseits und das Tor zählte nicht. In der 56. Minute belohnte er seinen großen Aufwand aber schließlich doch noch mit einem Eintrag in die Torschützenliste, der auch zählte. Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus.

Die Liverpool-Offensive ist in den entscheidenden Wochen der Champions League nicht zu halten. Alleine die drei Angreifer erzielten zusammen bereits 28 Tore. Salah und Firmino knipsten zehnmal, Mane achtmal - wohlgemerkt ohne dass einer dieser Treffer ein Strafstoß gewesen wäre. Zum Vergleich: Bei Ronaldos 15 Saisontoren waren bereits vier Elfmeter dabei.

Die Torjägerliste der Champions League

PlatzSpielerVereinTore
1.Cristiano RonaldoReal Madrid15
2.Roberto FirminoLiverpool FC10
Mohamed SalahLiverpool FC10
4.Wissam Ben YedderSevilla FC8
Sadio ManeLiverpool FC8
6.Edinson CavaniParis Saint-Germain7
Edin DzekoAS Roma7
Harry KaneTottenham Hotspur7
9.Lionel MessiFC Barcelona6
NeymarParis Saint-Germain6

Liverpool stellt neuen Torrekord in der Champions League auf

Erst zum zweiten Mal überhaupt stellt ein Verein in einer Champions-League-Saison gleich zwei Spieler mit einer zweistelligen Anzahl an Toren. Zuvor hatte das nur der FC Barcelona in der Saison 2014/2015 geschafft. Damals trafen Lionel Messi und Neymar zweistellig. Am Ende stand der Titel.

Zudem stellten die Reds mit nun 38 Toren in den bislang elf Saisonspielen einen neuen Rekord in der Königsklasse auf. Bereits zum vierten Mal schenkten sie ihrem Gegner fünf oder mehr Tore ein. Ein weiterer Fakt, der die Ausnahmestellung der Offensive unterstreicht. Dick und fett unterstreicht.

Gerrard hat Recht, wenn er herausstellt, dass Salah nicht mit Ronaldo und Messi verglichen werden darf. Die beiden thronen mindestens in Sachen Konstanz (noch) über allen. Auch über Salah. Und Ronaldo ist ja auch alles andere als schlecht in Form. Deswegen ist es schwierig, Salah als aktuell besten Spieler der Welt zu postulieren.

Die Aussage des besten Spielers auf dem Planeten ist jedoch in leicht abgewandelter Form haltbar: Das Trio Salah-Firmino-Mane ist in der aktuellen Verfassung die beste Angriffsreihe der Welt. Daran besteht kein Zweifel. Spätestens seit Dienstag nicht mehr.

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung