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FC Bayern vor CL-Achtelfinalrückspiel gegen Besiktas: Zwischenstopp Hölle light

Der FC Bayern München will sich beim Auswärtsspiel gegen Besiktas keine Blöße geben.

Der FC Bayern München ist nach dem 5:0-Sieg im Hinspiel gegen Besiktas schon so gut wie im Champions-League-Viertelfinale. Die Reise nach Istanbul ist ohnehin nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu höheren Zielen. Dabei ist der klare Sieg historisch gesehen kein gutes Omen.

Das Wetter war blendend, als der Tross des FC Bayern am frühen Dienstagnachmittag in Istanbul landete und sich auf den Weg ins Mannschaftshotel ganz in der Nähe des Stadions von Besiktas machte.

"Aus dem Hotel hat man schon einen schönen Blick auf den Bosporus", erklärte Thomas Müller auf der Pressekonferenz später mit einem Grinsen. "Wir sollten aber nicht vergessen, dass wir zum Arbeiten hier sind."

5:0 hat der FC Bayern das Hinspiel gegen Besiktas gewonnen. Nach zäher Anfangsphase machten die Münchner mit zehn Türken nach der Roten Karte für Domagoj Vida kurzen Prozess. Das Rückspiel ist eine Pflichtaufgabe.

Hölle light im Stadion von Besiktas

Ob er froh sei, das Duell mit Besiktas quasi schon im Hinspiel entschieden zu haben, wurde Jupp Heynckes bereits in der Allianz Arena von einem türkischen Journalisten gefragt. Schließlich hätte seine Truppe in Istanbul die Hölle erwartet, jetzt stehe ja nur eine Hölle light auf dem Programm.

Dafür dass das große Spektakel ausfällt, spricht die Tatsache, dass am Sonntag in der Liga das wichtige Duell mit Basaksehir ansteht und der Fokus komplett auf dieser vorentscheidenden Partie liegt - es könnte wohl sogar sein, dass das Stadion nicht ausverkauft ist.

Es gibt aber auch genügend Stimmen in Istanbul, die einen ebenso stimmungsvollen Abend erwarten wie normal - zumindest in den Anfangsminuten ist mit infernalischem Lärm zu rechnen. Schließlich wollen die Fans alles für das Wunder vom Bosporus tun und wenn das nicht klappen sollte, sich zumindest eindrucksvoll aus der Champions League verabschieden.

Für Müller liegt der Schlüssel zu einem einigermaßen ruhigen Abend darin, "keine Hoffnung auf das Wunder aufkeimen zu lassen". Die Mannschaft bereite sich vor, als ob es 0:0 stehen würde. Schließlich eile dem Stadion ein Ruf voraus.

Hoeneß: "Wenn wir ein 5:0 nicht verteidigen, müssen wir aufhören"

Zweifel am Einzug ins Viertelfinale hat beim FC Bayern und auch sonst in Europa aber niemand. Für die in der Vorrundengruppe nur zweitplatzierten Münchner war der Gegner Besiktas ein angenehmes Los und auch nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu höheren Zielen.

Wie weit dieser allerdings noch führen wird, ist offen und hängt auch maßgeblich von der Auslosung am Freitag (12 Uhr im LIVETICKER) ab. Mit Real Madrid, Juventus, Manchester City und dem FC Liverpool sind große Kaliber in der Runde der letzten Acht. Gegen AS Rom und FC Sevilla wären die Bayern aber zumindest auf dem Papier Favorit.

Die Bilanz des FC Bayern gegen die möglichen Viertelfinal-Gegner

GegnerBilanzLetztes Duell
Real Madrid11 S - 2 U - 11 N2016/2017, Viertelfinale: 1:2, 2:4 n.V.
Juventus5 S - 2 U - 3 N2015/2016, Achtelfinale: 2:2, 4:2 n.V.
Manchester City3 S - 0 U - 3 N2014/2015, Gruppenphase: 1:0, 2:3
FC Liverpool1 S - 4 U - 2 N2001, UEFA Supercup: 0:1
AS Rom5 S - 0 U - 1 N2014/2015, Gruppenphase: 7:1, 2:0
FC Sevilla--
FC Barcelona / FC Chelsea--

Beschäftigen wollen sich die Bayern damit aber erst am frühen Mittwochabend, wenn das Rückspiel in Istanbul gespielt ist. "Die Tür steht weit offen, aber wir müssen noch seriös hindurchgehen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in seiner gewohnt eigenen Art. Uli Hoeneß drückte es schon klarer aus: "Da kann nichts passieren! Da habe ich keine Sorge. Wenn wir ein 5:0 nicht verteidigen, müssen wir aufhören", sagte der FCB-Präsident am Dienstag vor dem Abflug.

5:0-Hinspielsieg für den FC Bayern kein gutes Omen

Abmelden wird Hoeneß den FC Bayern nach 118 Jahren wohl nicht. Dass ein oder gar zwei Kantersiege kein Gradmesser für weitere Aufgaben in der Champions League sind, haben die Bayern allerdings selbst bereits erlebt. In der Saison 2008/09 führte das CL-Achtelfinalhinspiel den FC Bayern nach Lissabon, mit einem 5:0-Erfolg gegen Sporting im Gepäck ging es zurück nach München.

Auch damals erzielten gleich zwei Münchner einen Doppelpack: Luca Toni und Franck Ribery, der einzig verbliebene Spieler aus dem damaligen Spieltagskader. Im Rückspiel toppte der von Jürgen Klinsmann trainierte Rekordmeister dieses Ergebnis sogar noch: 7:1.

In der Addition (12:1) ist das bis heute das höchste Ergebnis eines Teams in einer CL-K.o.-Runde. Den Endstand besorgte ein gewisser Thomas Müller mit seinem ersten Pflichtspieltreffer im Trikot der Profis.

Besonders erfolgreich verlief die damalige CL-Saison aus Münchner Sicht letztlich nicht. In der nächsten Runde beendete der FC Barcelona die Europapokalsaison des FC Bayern und letztlich auch das Engagement von Jürgen Klinsmann (0:4 A, 1:1 H).

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