Fussball

Cristiano Ronaldos Formanstieg bei Real Madrid: Immer wieder

In den beiden Champions-League-Achtelfinalspielen gegen PSG erzielte Cristiano Ronaldo drei Tore.
© getty

Nach einer enttäuschenden Hinrunde spielt, trifft und spricht Cristiano Ronaldo wieder wie Cristiano Ronaldo. In der Lieblingsdisziplin seines Lieblinsgwettbewerbs geht es mit Real Madrid gegen seinen Lieblingsgegner Juventus Turin (Hinspiel, Dienstag 3. April 20.45 Uhr im LIVETICKER).

Mitte Januar war Cristiano Ronaldo traurig, ja sogar empört. So schrieb es zumindest die spanische Zeitung El Mundo. Natürlich: Es ging um einen Vergleich mit Lionel Messi. Was auch sonst. Der Spiegel hatte Football-Leaks-Dokumente veröffentlicht, die besagen, dass Messi 50 bis 60 Millionen Euro netto im Jahr verdiene - und somit mehr als doppelt so viel wie Ronaldo. Für eine wahnsinnige Ungerechtigkeit halte dieser das laut El Mundo, für einen "Mangel an Respekt".

Die Arbeitsnachweise der beiden bis zu diesem Saisonzeitpunkt in der Primera Division rechtfertigten aber den Gehaltsunterschied, eigentlich sollte sich Ronaldo sogar glücklich schätzen. Messi hatte schließlich mehr als viermal so viele Tore wie Ronaldo geschossen: 17:4. Und in der Tabelle lag er mit seinem FC Barcelona deutlich vor Ronaldos Real.

Und auf einmal tauchte die unerhörte Frage auf: Ist das eigentlich noch Ronaldos Real? Oder nur Real? Brauchen die Königlichen eigentlich noch ihren König? Die portugiesische Zeitung Record vermeldete, dass der Verein Ronaldos Berater Jorge Mendes einen "Freibrief" erteilt hätte, um mit anderen Klubs zu verhandeln. Manchester United sei interessiert und Ronaldo hätte auf eine spektakuläre Rückkehr schon irgendwie Lust. Und natürlich auch China und die USA und PSG sowieso.

Es erschien auf einmal möglich, dass Ronaldos tosende Real-Zeit trotz gültigem Vertrag bis 2021 nach neun Jahren trostlos austrudelt. Doch das scheiterte an dem einfachen Fakt, dass Ronaldo eben immer noch Ronaldo ist. Man glaubt es kaum.

Ronaldos Ligastatistiken: 2016/17 vs. 2017/18

Cristiano Ronaldo: Gekränkt und angespornt

Seit der Veröffentlichung all dieser Berichte, die ihn offenbar so kränkten, bewies Ronaldo, dass sie ihn nicht nur kränkten, sondern vor allem anspornten. Elf Fußballspiele bestritt er seitdem mit Real, zehn davon gewann er und nur eines endete unentschieden. Ronaldo erzielte dabei sagenhafte 21 Tore, im Schnitt knapp zwei pro Partie. Ronaldo spielt wieder wie Ronaldo, Ronaldo trifft wieder wie Ronaldo und Ronaldo spricht wieder wie Ronaldo.

"Ich schaue mich natürlich sehr gerne an", sagte er neulich in einem Youtube-Interview. "Ich schaue in den Spiegel und mir gefällt, was ich sehe." Dort sieht er nämlich nicht nur einen 33-jährigen Musterathleten, sondern auch einen fünfmaligen Weltfußballer, einen viermaligen Champions-League-Sieger und einen Menschen, der nie genug bekommt. Nie.

"Sollte ich noch einen, zwei oder drei Ballon d'Or gewinnen, wäre das natürlich wunderbar", sagte Ronaldo noch. Und ein, zwei oder drei Champions-League-Titel wären wohl auch nicht schlecht. In der Primera Division ist der aus der ersten Saisonhälfte angehäufte Rückstand auf den FC Barcelona wohl zu groß, um noch um den Meistertitel zu spielen. 13 Punkte liegt Real aktuell hinter Barca. Aller Fokus gilt deshalb der Champions League.

Cristiano Ronaldos Leistungsdaten in der Champions League

RundeSpieleToreTore/Minute
Gruppenphase7860111,43
Achtelfinale2820114,25
Viertelfinale182080,75
Halbfinale1913132,54
Finale54135
Gesamt148117113,85

Ronaldos Ziel: Traumwiederholung statt Traumerfüllung

Und die Champions League ist Ronaldos Lieblingswettbewerb. Da lief es auch während der schwierigen Hinrunde für ihn bestens - in allen sechs Vorrundenspielen traf er. Im Achtelfinale wurde Real dann das hochgeschätzte PSG zugelost: Real kam weiter, Ronaldo traf in Hin- und Rückspiel. In zehn Champions-League-Spielen in Folge hat Ronaldo nun mindestens ein Tor erzielt, das gelang vor ihm nur Ruud van Nistelrooy. Allzu gerne würde sich Ronaldo auch diesen Rekord ganz alleine sichern - gegen eine Verwirklichung davon spricht wenig.

Das Viertelfinale ist schließlich Ronaldos Lieblingsdisziplin seines Lieblingswettbewerbs. In keiner Stufe des Wettbewerbs trifft Ronaldo regelmäßiger, im Schnitt alle 81 Minuten. Kein Spieler erzielte auch nur annähernd so viele Tore in Champions-League-Viertelfinals wie Ronaldo (20, danach: Messi und Raul mit 10).

Lieblingsgegner: Juventus und Bayern

In der vergangenen Saison etwa traf Ronaldo in den beiden Viertelfinalspielen fünfmal - gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Diesmal wartet der italienische Artgenosse Juventus Turin, ein Lieblingsgegner von Ronaldo. Fünf Mal spielte er in seiner Karriere gegen Juventus und traf in jeder Partie. Zuletzt kam es im vergangenen Finale zum Duell mit Juve: Beim 4:1-Sieg erzielte Ronaldo einen Doppelpack und sicherte sich somit seinen vierten Champions-League-Titel.

Ob er weitere große Wünsche für den Rest seiner Karriere hätte, wurde Ronaldo bei besagtem Youtube-Interview noch gefragt und er sagte: "Eigentlich keine, denn ich habe alles erreicht, wovon ich je geträumt habe."

Für Ronaldo geht längst nicht mehr darum, Träume zu erfüllen. Sondern die Erfüllung der Träume immer und immer wieder zu wiederholen.

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