Juventus Turins Trainer Massimiliano Allegri im Porträt

Nur die Ruhe

Donnerstag, 01.06.2017 | 11:31 Uhr
Anlässlich des fixierten Meistertitels wird Massimiliano Allegri von seinen Spielern geduscht
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Als Massimiliano Allegri 2014 Trainer von Juventus Turin wurde, warfen ihm die Fans Beleidigungen und Eier entgegen. Drei Jahre, drei Meistertitel und drei Pokalsiege später steht Allegris Juventus zum zweiten Mal im Finale der Champions League (Sa., 20.45 Uhr gegen Real Madrid im LIVETICKER). Der Trainer predigt Geduld und entwickelte so die Spielweise seiner Mannschaft weiter.

"Pazienza", sagt Massimiliano Allegri gerne und oft und wenn er es sagt, dann betont er das Wort am liebsten nochmal extra und zieht es in die Länge wie geschmolzenen Käse, damit es auch wirklich jeder mitbekommt. "Pazieeeeenza". Geduld. Geduld ist Allegri wichtig und das in allen Lebenslagen. Zum Beispiel beim Angeln, das macht er mit seinen Kumpels gerne an freien Tagen. Allegri wurde schließlich vor 49 Jahren in der norditalienischen Hafenstadt Livorno geboren. Dort, wo das Meer vor der Haustüre liegt und der Fisch auf dem Tisch. Etwa als Eintopf; Cacciucco heißt das in Livorno.

Neben Fisch braucht es für die Zubereitung unter anderem auch Fenchel, Lorbeerblätter und Tomaten. Eier sind derweil überflüssig. Schade aus Sicht von Allegri, denn bei seiner Ankunft in Turin bekam er eine Ration, die wohl für sein restliches Leben ausgereicht hätte.

Als er im Juli 2014 mit Sportchef Beppe Marotta erstmals die Einfahrt des Turiner Trainingszentrums passierte, hagelte es nämlich fast so viele Eier wie Beleidigungen. Der Juventus-Fan an sich war wütend, über 90 Prozent lehnten Allegri laut einer Umfrage der Tuttosport als Trainer ab.

Wie konnten die Juventus-Bosse die Zukunft ihres Klubs nur in die Hände eines Milan-Mannes legen? Der dort noch dazu rausgeschmissen worden war. Nachdem er Andrea Pirlo vergrault hatte. Der eine Spieler-Karriere hingelegt hatte, die so schillernd ist wie eine verweste Forelle. Ein paar Einsätze in der Serie A für Perugia und Napoli. Dann Trainer-Stationen bei Aglianese, Ferrara, Grosseto, Sassuolo und Cagliari, ehe eben Milan rief. Und der soll nun Antonio Conte beerben, die vergötterte Turiner Vereinsikone?

"Pazienza", wird Allegri gedacht haben und womöglich auch gesagt. "Wie kann ich die Fans für mich gewinnen?", fragte er dann bei seiner Vorstellung und beantwortete die Frage auch gleich selbst: "Mit Resultaten, harter Arbeit, Respekt und Professionalität." Elf der ersten 13 Meisterschaftsspielen gewann er jedenfalls und Präsident Andrea Agnelli sagte dann: "Bedenkt man den anfänglichen Gegenwind, besitzt der Mann wirklich Eier." In welcher Hinsicht das gemeint war, ist nicht überliefert. Eier hatte Allegri nämlich in tatsächlicher und sprichwörtlicher Ausprägung.

Adelig-distanzierter Graf

Mittlerweile steht Allegri vor der Vollendung seiner dritten Saison und er hat bisher fast alles gewonnen. In der italienischen Heimat sogar tatsächlich alles: Drei Jahre, drei Meistertitel, drei Pokalsiege. Nach dem Abstecher in die Zweitklassigkeit hat Juventus unter Ex-Trainer Conte in die italienische Elite zurückgefunden. Nun unter Allegri auch in die europäische.

Contes Ausrichtung war eine des Gipfel-Stürmens, wild und ungezügelt und aggressiv ließ er seine Spieler über den Platz jagen und er selbst jagte ebenso durch die Coaching Zone. Allegri dagegen ist ruhig und geduldig, emotionale Ausbrüche sind rar bei ihm. "Graf Max" nennen sie ihn deshalb gerne, denn Allegri hat etwas adelig-distanziertes, wenn er auf der Trainerbank sitzt oder davorsteht und seine Spieler einweist. Den Anflug eines Lächelns in den Mundwinkeln und um sich herum die Aura eines Mannes, der ein wenig über den Dingen steht.

Allegri sagt Sätze wie: "Durch Schreien erreicht ein Trainer rein gar nichts." Oder auch: "Im Leben zählen Respekt und gute Erziehung." Er selbst kümmert sich um die fußballerische Erziehung seiner Mannschaft und schickte sie in seiner bisher dreijährigen Amtszeit Richtung zweiten Bildungsweg. Weniger Konter, wie unter Conte. Mehr Agieren, mehr Angriff und Freiheiten. "Mein Fußball-Konzept basiert auf einer balancierten, aber offensiven Ausrichtung", sagte Allegri schon vor Jahren und ganz wichtig: "Die Spieler sollen sich vergnügen und mutig auftreten."

Nächtliche Gedanken

Hinten bilden Gianluigi Buffon, Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini und wahlweise auch Andrea Barzagli ein Bollwerk, auf rechts wirbelt Dani Alves und vorne toben sich Mario Mandzukic, Paulo Dybala und Gonzalo Higuain aus. "Er gibt mir alle Freiheiten", sagt Dybala über Allegri.

Freiheiten lässt sich der Trainer auch bei der Wahl nach der taktischen Ausrichtung. Mal formiert Allegri seine Elf im 3-4-2-1 (etwa im Champions-League-Halbfinale gegen Monaco), meist im 4-2-3-1 (zuletzt in der Liga). "Oft kommt mir nachts vor dem Spiel ein ausgezeichneter Gedanke, und ich werfe die geplante Aufstellung und Taktik über den Haufen", erzählte Allegri einst.

Allegri ist in taktischer Hinsicht nicht stur, sondern anpassungsfähig und pragmatisch. "Wichtig ist nur eines", sagt er, "du musst nicht jeden glücklich machen, aber du musst von dem überzeugt sein, was du tust." Und wenn ihm etwas nicht passt und Allegri überzeugt davon ist, handeln zu müssen, dann handelt er und bestraft auch. Egal um wen es geht. Sogar dann, wenn es um Abwehrchef Leonardo Bonucci geht.

Beim Ligaspiel gegen Palermo Mitte Februar lieferten sich Allegri und Bonucci ein Wortgefecht, es ging um Auswechslungen des Trainers. Für das folgende Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Porto strich Allegri Bonucci als Strafe aus dem Kader. Das sei "nur fair", sagte der Trainer. Es ginge ums Kollektiv und gäbe keine Ausnahmen.

Selbstverständliche Spiele

Bonucci jedenfalls akzeptierte die Strafe und kehrte im folgenden Ligaspiel gegen Empoli in die Startelf zurück. Ohne ihn hatte Juventus in der Zwischenzeit keine schwerwiegenden Komplikationen mit Porto, aber solche hatte Juventus in dieser Saison ohnehin noch mit überhaupt keinem Gegner. In der Liga sind die Turiner seit dem fünften Spieltag ununterbrochener wie unangefochtener Tabellenführer, in der Champions League kassierte Juventus auf dem Weg ins Finale nur drei Gegentore.

Jedes K.o.-Duell war eigentlich schon nach dem Hinspiel entschieden. Beeindruckend war dabei vor allem das Viertelfinale gegen den FC Barcelona: 3:0 und 0:0. Keine Chance hatten die starbesetzten Katalanen, die Juventus keine zwei Jahre zuvor im Finale von Berlin 2015 ihrerseits keine Chance gelassen hatten. Die Spiele von Juventus gegen Barcelona im Frühling 2017 wirkten jedoch in sich selbstverständlich, die Resultate logisch. Vorne eiskalt, hinten eiskalt.

"Wir haben bisher eine gute Saison bestritten. Schauen wir mal, ob sie großartig wird", sagte Allegri jüngst und spricht es dann auch aus: "Dieses Mal wollen wir die Champions League gewinnen." Seit der Final-Niederlage von vor zwei Jahren habe sein Team "an Attraktivität und Stärke zugelegt", erklärt Allegri, und auch "seine Fähigkeiten erweitert". Allegris Spieler wachsen seit drei Jahren permanent über sich hinaus. Nachdem sie zuletzt gegen den FC Crotone den Meistertitel fixierten, wuchs einer sogar über Allegris Kopf hinaus. Der 1,78 Meter große Juan Cuadrado sprang auf den Rücken des 1,83 Meter großen Allegri und sprühte ihm von oben eine Packung Freistoß-Schaum auf den Kopf.

Der Trainer hatte mit dem gehuckepackten Cuadrado auf dem Rücken sichtlich Schwierigkeiten, die Balance zu halten, ist er doch hager wie kaum ein zweiter. Nicht nur "Graf Max" sondern auch "Sardine" nennen sie ihn deshalb in Italien gerne und das freut Allegri wohl auch insgeheim. Es erinnert ihn sicherlich an das Meer und seine Gedanken können vor dem inneren Auge ungehindert über das blaue Wasser vor Livorno schweifen, wo er so gerne mit seiner Angelrute sitzt. In aller Ruhe, mit aller "Pazienza".

Massimiliano Allegri im Steckbrief

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