Ex-Bayern-Stürmer Roy Makaay im Interview

"Welcher Spieler ist Müller eigentlich?"

Montag, 10.04.2017 | 10:46 Uhr
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa
J1 League
Sa12:00
Vissel Kobe -
Vegalta Sendai
CSL
Sa13:35
Beijing Guoan -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So00:00
Corinthians -
Ponte Preta
J1 League
So11:30
Urawa -
Nigata
CSL
So13:35
Tianjin -
Shandong
Serie A
So21:00
Cruzeiro -
Palmeiras
Serie A
Mo00:00
Santos -
Sao Paulo

Roy Makaay erzielte in seiner Karriere 29 Tore in 61 Champions-League-Spielen und am 7. März 2007 für den FC Bayern München gegen Real Madrid nach 10,03 Sekunden den schnellsten Treffer in der Geschichte der Königsklasse. Vor dem erneuten Aufeinandertreffen zwischen den Münchnern und den Königlichen (Mi., 20.45 Uhr im LIVETICKER) spricht Makaay über den Carlo-Ancelotti-Faktor gegen Real, die Torflaute von Thomas Müller und erklärt, wie er Lionel Messi und Robert Lewandowski einschätzt.

SPOX: Herr Makaay, Sie haben zwischen 2003 und 2007 für den FC Bayern gespielt. Damals war Werder Bremen noch der große Konkurrent in der Bundesliga. Mittlerweile bricht die Dominanz des FCB kaum jemand, die fünfte Meisterschale in Folge ist nur noch eine Frage der Zeit. Wie bewerten Sie das?

Makaay: Sie selbst machen wenig Fehler, die Konkurrenz dagegen zu viele. So würde ich das in diesen letzten Jahren zusammenfassen. Dass nun Leipzig etwas einbrechen und nicht Schritt halten würde, kam für mich nicht überraschend. Dortmund war aber zuletzt immer ziemlich schnell weg. Sie sind der einzige Klub, der es mit den Bayern aufnehmen kann. Wenn sie nicht wie im Vorjahr permanent Druck machen, sind die Dinge in der Liga schnell geregelt.

SPOX: Im Champions-League-Viertelfinale geht es für die Bayern gegen Real Madrid - den Klub, gegen den Sie in Ihrer Karriere am häufigsten gespielt haben (15 Mal, vier Mal mit Bayern). Wie schätzen Sie Bayerns Chancen ein?

Makaay: Fifty-fifty, die Tagesform wird entscheiden. Diese Duelle waren immer eng, auch zu meiner Zeit schon. Einmal sind wir ausgeschieden, weil Zinedine Zidane ein überragendes Tor geschossen hat. Dass die Bayern jetzt das Heimspiel gleich zu Beginn haben, ist nicht ganz ideal. Real Madrid ist aber nicht unschlagbar und gerade die Münchner können sich auf jeden Fall etwas ausrechnen. Ich finde es etwas schade, dass es dieses Duell so früh schon wieder gibt. Mit Bayern gegen Real und Juventus gegen Barca spielen für mich die vier großen Favoriten auf den Sieg im Viertelfinale gegeneinander.

SPOX: Inwiefern kann Carlo Ancelotti als ehemaliger Real-Trainer zum entscheidenden Faktor werden?

Makaay: Zwischenzeitlich hat sich in Madrid einiges getan, die Spieler und Trainer und ihr Fußball haben sich verändert. Es kann schon eine große Hilfe sein. Er kennt schließlich von sehr vielen Real-Spielern die Stärken und Schwächen. Aber er spielt letztlich nicht mit.

SPOX: Auch wenn es zuletzt etwas bergauf ging, trifft Thomas Müller in dieser Saison deutlich seltener als gewohnt. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Makaay: Das Komische bei Müller ist: Welcher Spieler ist er eigentlich? Würde man zehn Leute fragen, sagen fünf, er sei Angreifer und fünf würden Mittelfeldspieler sagen. Ich könnte mir ihn sogar als Torwart vorstellen, da würde er bestimmt auch noch gut aussehen. (lacht) Für mich ist er kein echter Stürmer und kein echter Mittelfeldspieler, sondern irgendetwas dazwischen. Man hat sich bei ihm daran gewöhnt, dass er pro Saison 15 bis 20 Tore schießt. In dieser Saison wird das wohl nichts mehr, aber solche Jahre hat man halt. Ich würde ihm raten, nichts großartig zu verändern und nicht noch mehr Torschusstraining oder Ähnliches zu machen, sondern einfach abzuwarten. Der Riecher kommt wieder.

SPOX: In München herrscht eine Gier nach einem weiteren Triumph in der Champions League. Sind die Bayern unter Ancelotti dafür gerüstet?

Makaay: Ancelotti hat genug Erfahrung, aber das hatte Pep Guardiola auch. Man darf im Umfeld der Bayern nicht davon ausgehen, dass die Champions League leicht zu gewinnen ist. Das ist Jahr für Jahr der schwierigste Wettbewerb, manchmal braucht man auch Losglück. Als die Bayern 2015 gegen Barcelona ausgeschieden sind, hatten sie bis dato auch eine starke Saison gespielt. Und die beiden Begegnungen waren jeweils relativ ausgeglichen, bis eben Lionel Messi kam und die Sache im Alleingang entschieden hat.

SPOX: Wie sehr begeistern Sie Spieler wie Messi oder Cristiano Ronaldo?

Makaay: Für mich ist Messi der Beste der Welt, er steht über allen. Auch über Ronaldo. Das ist natürlich auch irgendwo Geschmackssache. Bei Messi sind es für mich aber nicht nur die Tore, sondern auch seine Vorlagen. Er setzt seine Mitspieler regelmäßig genial ein, manchmal dribbelt er ja vor einem Treffer noch fünf, sechs Mann aus. Für mich könnte Messi jedes Jahr Weltfußballer werden.

SPOX: Wenn wir schon bei Superlativen sind: Wer ist für Sie als ehemalige Tormaschine das Maß aller Dinge bei den klassischen Angreifern?

Makaay: Robert Lewandowski ist der beste Stürmer der Welt. Er beweist das in meinen Augen Woche für Woche und das auch schon seit längerer Zeit. Er schießt ja nicht nur viele Tore, sondern hat auch sonst einen immensen Wert für die Mannschaft. Sollte er sich einmal verletzen und länger ausfallen, bekämen die Bayern ein riesengroßes Problem.

Roy Makaay im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung