Champions League, 1. Spieltag: Leverkusen - Moskau, Vorschau

Bayer: Pohjanpalo wohl weiter als Joker gefragt

SID
Dienstag, 13.09.2016 | 17:37 Uhr
Trotz vier Bundesliga-Treffern wird Pohjanpalo wohl wieder von der Bank starten
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Bayer Leverkusen will gegen ZSKA Moskau die ersten drei Punkte in der Champions League einfahren. Super-Joker Joel Pohjanpalo wird wohl wieder auf der Bank sitzen.

"Killer", "Phönix", "Super-Joker": Joel Pohjanpalo hatte viele Namen nach seiner Hattrick-Gala gegen den Hamburger SV. Logisch, dass vor Bayer Leverkusens Champions-League-Auftakt am Mittwoch (20.45 Uhr) gegen ZSKA Moskau die Frage nach der Startelf fällt.

Gerade gegen die defensivstarke Truppe von Russlands Ex-Nationaltrainer Leonid Slutski könnte Bayer die Unbekümmertheit und das Selbstbewusstsein, das den Finnen zuletzt auszeichnete, gut gebrauchen. Dennoch dürfte Pohjanpalo wohl wieder eher für die Rolle des Jokers infrage kommen. Bayer-Coach Roger Schmidt wollte sich am Dienstag noch nicht auf eine Startformation im Angriff festlegen.

Sollte es für den Finnen nicht zum ersten Startelf-Einsatz in der Königsklasse reichen, hat der wiedergenesene Nationalspieler Kevin Volland beste Chance auf die Position neben Star-Stürmer Javier Chicharito Hernandez. "Kevin Volland kann noch nicht wieder bei hundert Prozent sein, ist im Mannschaftstraining und konnte wieder Körperkontakt aufnehmen. Er hat sich in den Trainingseinheiten auch sicher gefühlt. Also ist er Stand jetzt ein Kandidat für den Kader", sagte Schmidt.

Auf den Werksklub wartet gegen ZSKA auf jeden Fall eine Menge Arbeit. "Die sind eklig zu bespielen, weil sie tief stehen und kontern. Genau das müssen wir verhindern", sagte Leverkusens Torwart Bernd Leno der Bild-Zeitung.

"Das Achtelfinale müssen wir erreichen"

Tatsächlich zeigten sich die Russen in dieser Saison enorm effizient. In sechs Spielen der russischen Premjer Liga kassierte Moskau nur einen Gegentreffer. Zudem leistete sich Slutskis Mannschaft keine einzige Niederlage und ist aktuell Tabellenzweiter hinter Erzrivale Spartak. "Die letzten Jahre haben gezeigt, dass ZSKA Moskau ultraschwer zu bespielen ist, weil sie im Abwehrverbund schon sehr lange zusammenspielen, sodass man selber Top-Leistung abrufen muss", sagte Schmidt.

Trotz der offensichtlichen Stärken der Russen ist bei Leverkusens Ansprüchen ein Heimsieg gegen ZSKA Pflicht. 30 Jahre nach der ersten Europapokal-Teilnahme Bayers soll es zum dritten Mal in den letzten vier Jahren die Runde der letzten 16 sein. "Das Achtelfinale müssen wir erreichen. Das muss unser klares Ziel und unser Anspruch sein", betonte Leno. Die Gruppe E ist mit den übrigen Kontrahenten Tottenham Hotspur und AS Monaco sehr ausgeglichen, weswegen jeder Punktverlust Konsequenzen haben kann.

Spielstarke Stürmer wie Chicharito und Volland sind gegen Moskaus Abwehr das beste Mittel, um einen frühen Dämpfer in der Gruppenphase zu vermeiden. Nach seiner bei der Nationalmannschaft erlittenen Mittelhandfraktur könnte Volland mit einer Manschette auflaufen.

Und sollte es am Ende knapp werden, könnte immer noch Pohjanpalo eingewechselt werden. "Natürlich ist Joel ein Spieler, der in der Bundesliga und der Champions League von Beginn an spielen kann. Wie das dann in den einzelnen Spielen aussieht, entscheiden wir dann vor der Partie. Ausschließen möchte ich da nichts", sagte Schmidt.

Alle zehn Minuten ein Pohjanpalo-Bundesliga-Treffer

Dem Suomi-Stürmer, der am Dienstag sein 22. Lebensjahr vollendete, reichten knapp 40 Bundesliga-Spielminuten, um vier Tore zu erzielen. "Er profitiert natürlich auch davon, dass er Mitspieler, die dich leben lassen und mit Flanken füttern, hat", sagte Bayers Sportchef Rudi Völler.

Ein maßgeblicher Vorlagen-Lieferant wird gegen Moskau schmerzlich vermisst werden. Nationalspieler Karim Bellarabi fällt nach seinem Muskelbündelriss aus dem HSV-Spiel gar bis zum Winter aus. Am Mittwoch wird der 26-Jährige in Basel operiert. Sein Ersatz stellt sich mit dem Olympia-Zweiten Julian Brandt quasi von selbst auf.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Leverkusen: Leno - Jedvaj, Tah, Toprak, Wendell - Bender (Aranguiz), Kampl - Brandt, Mehmedi - Volland, Hernandez. - Trainer: Schmidt

Moskau: Akinfejew - Fernandes, Beresuzki, Ignaschewitsch, Schtschennikow - Wernbloom, Dsagojew - Tosic, Eremenko, Golowin - Traoré. - Trainer: Slutski

Schiedsrichter: Orsato (Italien)

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