Zlatan Ibrahimovic im Porträt

Der Ibra hinterm Kadabra

Mittwoch, 09.03.2016 | 12:46 Uhr
Zlatan Ibrahimovic führt die Torjägerliste in Frankreich mit zehn Toren Abstand an
© getty
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Zlatan Ibrahimovic steht für unfassbare Kabinettstückchen, Traumtore am Fließband und provokante Sprüche fernab des Platzes. Doch der Wert des Schweden geht weit über das reine Spektakel und sein Image hinaus - sportlich wie menschlich.

Zlatan Ibrahimovic ist ein Phänomen, ein einmaliger Fußballer. Kein Spieler sorgte in den letzten zehn bis 15 Jahren in derartiger Regelmäßigkeit für Traumtore wie der Schwede. Sei es sein Monster-Dribbling bei Ajax Amsterdam, sein Fallrückzieher gegen England oder sein Hackentor im Trikot von Paris: Ibrahimovic ist der Mann für die unglaublichen Treffer, die das Internet anschließend wie eine Lawine überrollen.

Um ihn herum hat sich längst ein wahrer Kult gebildet. Gibt man 'Zhowtime' in seinen Browser ein, landet man auf einer Homepage, auf der man jedes einzelne Tor ansehen kann, das Ibrahimovic in seiner Karriere geschossen hat. Gleichzeitig gibt es eine riesige, aufwendig gestaltete Fanseite, sowie die Apps Zlatan unplugged und I AM ZLATAN.

Weil der Fußball-Welt die Superlative für den 34-Jährigen frühzeitig ausgingen, entstanden neue Wörter, um seine außergewöhnlichen Leistungen zu beschreiben. In Schweden hat es das Verb "zlatanisieren" - stark dominieren - in den Duden geschafft, "King Zlatan", "Ibrakadabra" und "Super Zlatan" sind nur einige von vielen weiteren Beispielen. Es gibt sogar eine Suchmaschine, die jedes Wort, das man eingibt, zlatanisiert.

Höchstwahrscheinlich Zlatan Ibrahimovic meinend

Dabei entstand der Mythos rund um Ibrahimovic keinesfalls von ganz alleine, der Vater von zwei Kindern ist ein Meister der Selbstinszenierung. Schon 2003 ließ er seinen Vornamen Zlatan vom schwedischen Namen- und Patentamt als "höchstwahrscheinlich Zlatan Ibrahimovic meinend" schützen.

Gleiches gilt für unzählige Sprüche und Aussagen Ibrahimovic', in denen er sich unmissverständlich als besten Fußballer der Welt positionierte, öffentliche Twitter-Fehden mit anderen Sportlern oder den Umgang mit Journalisten.

Zlatan polarisiert wie kein Zweiter im Geschäft und landet gleichzeitig immer wieder auch aufgrund seines Verhaltens fernab des Platzes in den Medien. Nach seinem Wechsel zu PSG soll er sich einfach quer auf die Trainerparkplätze gestellt haben, weil ihm die für die Spieler vorgesehenen Plätze zu weit weg waren. Dem Parkwächter soll er anschließend zugerufen haben: "Mein Auto bleibt hier. Wenn es ein Knöllchen gibt, bezahlst du."

Genau solchen Geschichten ist es zu verdanken, dass sich die Geister an Ibrahimovic spalten. Die einen feiern Zlatan frenetisch für seine 'Scheiß auf andere, ich bin der Geilste'-Mentalität, andere verabscheuen ihn für seinen Größenwahn, seine Arroganz und sein selbstverliebtes Verhalten. Man kann Ibra nicht ganz in Ordnung finden. Man liebt ihn oder man hasst ihn, ein Mittelding gibt es nicht.

Einer der weltbesten Stürmer

Völlig egal was man von der Person Zlatan Ibrahimovic hält, seine sportlichen Fähigkeiten und Leistungen erlauben keine zwei Meinungen: Der Schwede gehört zweifellos zu den weltweit besten Stürmern der vergangenen 15 Jahre. Egal ob in Amsterdam, Turin, Mailand, Barcelona, Paris oder der schwedischen Nationalmannschaft - der 34-Jährige hat überall Tore am Fließband abgespult, seine Vereine zu Titeln und sein Land zu Turnieren geschossen.

Seine Tor-Quoten sind bestechend, die Liste seiner Erfolge, Titel und persönlichen Auszeichnungen unglaublich lang. In Schweden wurde er bereits zehnmal zum Spieler des Jahres gewählt, das gelang noch keinem Fußballer auf der Welt. Zlatan ist aber nicht nur ein guter Knipser, wie es etwa Gerd Müller war. Er ist einer der technisch stärksten Stürmer, die in Europa je gegen den Ball getreten haben, er verfügt über eine enorme physische Kraft, ist nur sehr schwer vom Ball zu trennen und schließt mit beiden Füßen gefährlich ab.

Mehr als eine Tormaschine

Ibrahimovic' Wert geht weit über das bloße Toreschießen hinaus. Hinter dem Spektakel, den Kabinettstückchen und der Anzahl seiner Treffer ist der 34-Jährige ein wichtiger Spieler für sein Team. Zlatan ist lauf- und konditionsstark, scheut auch die Arbeit in der Defensive nicht. Gleichzeitig hat er aber auch gelernt, mit zunehmendem Alter mit seinen Kräften so zu haushalten, dass er auch in der Schlussphase noch spritzig sein und Impulse setzten kann.

Ibra lauert nicht am Strafraum auf Gelegenheiten, er gestaltet das Spiel seiner Mannschaft mit. Im internationalen Vergleich mit weiteren Ausnahmespielern wie Cristiano Ronaldo, Sergio Agüero, Lionel Messi, Robert Lewandowski und Luis Suarez hat keiner im Schnitt mehr Ballaktionen pro Spiel.

Nur Messi spielt mehr Pässe als der Schwede, an Ibrahimovic' Bilanz in Zweikämpfen und Luftduellen kommt keiner der anderen Spieler auch nur annähernd heran. Zwar kann man argumentieren, dass die französische Liga im Vergleich die leichteste ist, die Dominanz von PSG in Frankreich ist aber durchaus mit jenen von Barcelona, Bayern oder Real in Bezug auf die Spielklasse zu vergleichen.

Nicht nur in der Liga top

Das macht auch die Betrachtung der Leistungen in der Champions League deutlich. Suarez, der aufgrund seiner Physis und seinen technischen Fertigkeiten wohl am ehesten mit Ibrahimovic verglichen werden kann, stand zwar rund 69 Minuten weniger auf dem Platz, brachte es in dieser Zeit aber nicht mal auf die Hälfte der Pässe, spielte deutlich mehr Bälle zum Gegenspieler und hat auch in den Punkten Zweikampfquote und Luftzweikampfquote das Nachsehen. Ronaldo, Lewandowski oder Agüero liegen weit dahinter. Ibrahimovic' Bewegungsradius beim 2:1-Erfolg über Chelsea im Achtelfinal-Hinspiel, als er sich hauptsächlich im Mittelfeld aufhielt, legt eindrucksvoll offen, wie flexibel der Schwede agiert.

Wie wichtig und gleichzeitig dominant Ibrahimovic für das Spiel einer Mannschaft sein kann, zeigt auch die Nationalmannschaft, wo der 34-Jährige nicht nur der Dreh- und Angelpunkt ist, sondern ebenfalls die entscheidenden Tore erzielt. Beim 2:2 im Playoff-Spiel gegen Dänemark war Zlatan im Zentrum, in der Spitze und auf beiden Flügeln unterwegs und hatte mit zwei Treffern maßgeblichen Anteil an der EM-Teilnahme der Schweden.

"Nur Neider lästern"

Ibrahimovic ist viel mehr als ein Show Act wie die Harlem Globetrotters, er ist einer der spannendsten Fußballer der Welt, der nicht nur Spiele im Alleingang entscheiden, sondern eine Mannschaft auch mit seinen weiteren Qualitäten zum Erfolg führen kann. Entgegen der öffentlichen Meinung gibt es in seinem Umfeld immer wieder Stimmen, die ihn auch charakterlich völlig anderes beschreiben.

Oscar Wendt entgegnete angesprochen auf Ibrahimovic' vermeintlich schwierige Art im Gespräch mit SPOX: "Das ist alles künstlich aufgebauscht, nur Neider lästern über Zlatan. Ich kann ohne Ausnahme nur Gutes über ihn sagen. Er ist locker neben dem Platz, macht viele Späße und hält das Team bei Laune. Außerdem behandelt er jeden gleich, völlig egal ob Routinier mit 100 Länderspielen oder absoluter Neuling. Auf dem Platz wird er dann auch mal laut, weil er um jeden Preis gewinnen will. Genau so einen Leader braucht man im Team."

Dazu passend die vielen sozialen Projekte, in denen Ibrahimovic sich engagiert, oftmals sogar bewusst nicht öffentlichkeitswirksam. Zlatan selber beschreibt sein Image trocken: "Von allem, das über mich geschrieben wird, sind 95 Prozent reine Fiktion. Ungefähr 2,5 Prozent haben eine gewisse faktische Richtigkeit. Und vielleicht 2,5 Prozent sind wahr." Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen und ist nur sehr wenigen Leuten bekannt. Unumstritten ist aber, dass man sich als Fan des Sports und Mitspieler glücklich schätzen kann, so einen Spieler miterleben zu dürfen.

Alles zu Zlatan Ibrahimovic

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