Fussball

"Thiago ist jetzt bei 200 Prozent!"

Von SPOX
Thiago Alcantara (r.) wechselte im Sommer 2014 vom FC Barcelona zumn FC Bayern

Es gibt sicher Schlechteres, als zwei Söhne zu haben, die sich im Halbfinale der Champions League gegenüberstehen. Das denkt sich dieser Tage auch Mazinho, Vater von Thiago und Rafinha, vor dem Duell zwischen dem FC Barcelona und Bayern München (Mi., 20.45 im LIVE-TICKER). Gegenüber SPOX spricht der Weltmeister von 1994 über seinen Favoriten am Mittwoch, die Entwicklung seiner Söhne und die Müller-Wohlfahrt-Problematik.

"Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass meine zwei Jungs im größten Klub-Wettbewerb Europas spielen. Ich kann diese Partien kaum abwarten", bemüht sich Mazinho erst gar nicht, seine Vorfreude zu verbergen. Auch, wenn er versucht, möglichst objektiv zu urteilen, hat er jedoch kleine Vorteile für die Katalanen ausgemacht: "Das Momentum spricht für Barcelona, zumal Bayern in diesem Jahr einige Probleme mit Verletzungen hatte", so der 49-Jährige.

"Die zahlreichen Ausfälle können in so einem Spiel entscheidend sein", befürchtet Mazinho einen gewissen Qualitätsverlust aufseiten der Bayern: "Das heißt aber nicht, dass ich Rafinha mehr die Daumen drücke. Ich unterstütze beide. Das Team, das weniger Fehler macht, wird gewinnen. Es ist wie ein vorgezogenes Finale."

Beide Söhne sieht er wieder auf Top-Niveau, speziell für Thiago freut ihn das nach der langen Verletzungspause besonders: "Er spielt richtig gut. Die lange Auszeit hat ihm auch gut getan, denn jetzt ist er bei 200 Prozent - nicht bei 100, sondern bei 200 Prozent! Er ist selbstbewusst und schießt mehr Tore."

"Verletzungen führten zur Polemik"

Die Freude sehe er dem Bayern-Spieler förmlich an: "Er hat richtig auf seine Rückkehr gebrannt. Thiago ist sehr stark, was sich jetzt auf dem Platz wiederspiegelt. Er kann wieder das machen, was er im Leben am meisten liebt: Fußball spielen."

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Während Thiagos Verletzung war der vermeintliche Streit zwischen Guardiola und Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt entbrannt - für Mazinho eine nachvollziehbare Konsequenz: "Das war eine schwere Situation für den Trainer. Er wollte es vielleicht nicht mehr hinnehmen, dass so viele Spieler verletzt waren. Ich weiß nicht, ob das für den Streit ausschlaggebend war, aber es ist in jedem Fall ein Fakt. Dass so wenige Spieler zur Verfügung standen, führte wohl zur Polemik zwischen Guardiola und dem Arzt."

Trotzdem hofft der Ex-Weltmeister, dass Guardiola bei den Bayern bleibt - genauso wie sein Sohn, den er auch in Sachen Verträge berät: "Wenn er die Möglichkeit hat, weiter unter dem Trainer zu spielen, der ihn nach Deutschland gebracht hat, ist das eine gute Sache und auch wichtig. Ich wünsche mir einen neuen Vertrag für Thiago und ich hoffe, die Bayern können das machen."

"Thiago wird von Tag zu Tag besser"

Dennoch will er nicht garantieren, dass Thiago ewig beim deutschen Rekordmeister bleibt: "Ich sage meinen Jungs immer wieder, dass sie da spielen sollen, wo sie am glücklichsten sind und wo sie Fußball spielen können. Wenn das bei Bayern irgendwann nicht der Fall ist, müssen wir Lösungen finden, um das wieder zu gewährleisten."

Um die Zukunft macht er sich aber keine Gedanken - auch nicht, was den spanischen Fußball betrifft: "Spanien hat überragende Spieler unter 24 Jahren. Ich verfolge sie alle und mit diesen Jahrgängen hat der Verband fast alle Turniere gewonnen. Thiago hat das Potenzial, eine wichtige Rolle im spanischen Nationalkader einzunehmen. Er hat schon viel gelernt und wird jeden Tag besser."

Thiago im Steckbrief

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