Carlo Ancelotti bei Real Madrid

Der Friedensstifter wird grantig

Dienstag, 05.05.2015 | 12:57 Uhr
Carlo Ancelotti gewann als Trainer mit dem AC Milan und mit Real Madrid die Champions League
© getty
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Als Gegenentwurf zu Mourinho verpflichtet, zeigt Carlo Ancelotti immer öfter Zähne. Seine Verweildauer in Madrid hängt am seidenen Faden, obwohl er immer noch der Liebling seiner Spieler ist. Im Champions-League-Halbfinale (20.45 Uhr im LIVE-TICKER) trifft Ancelotti mit Real auf einen echten Feind.

Es gibt nicht viele Spieler oder Trainer im Fußball, die in den letzten 30 Jahren überwiegend positive Erfahrungen gemacht haben, wenn sie gegen Juventus Turin angetreten sind. Carlo Ancelotti gehört dieser Minderheit an.

Als Spieler der Roma und des AC Milan sowie als Coach des AC Parma und der Rossoneri hat Ancelotti gegen Juve mehr Spiele gewonnen als verloren und obendrein seinen ersten großen Titel als Trainer ergattert: 2003 bezwang Milan die alte Dame im Champions-League-Finale nach Elfmeterschießen.

Ancelotti hat fast seine gesamte Karriere gegen Juventus gespielt, nur um die Jahrtausendwende stand er auf der anderen Seite. Von Februar 1999 bis Juni 2001 war Ancelotti als Trainer der Bianconeri angestellt, der Erfolg hielt sich mit zwei Vize-Meisterschaften in Grenzen.

"Werde Juve nie mögen"

Rückblickend müssen die knapp zweieinhalb Jahre die schlimmsten in Ancelottis Sportlerleben gewesen sein. Vor dem Halbfinal-Duell mit Juve sprach der Real-Coach offen über seine Abneigung gegenüber dem Rivalen.

"Ich habe Juve noch nie gemocht und werde Juve nie mögen. Das war mir alles zu glamourös, mein Lifestyle und Juve - das hat nicht gepasst, das waren verschiedene Galaxien", sagte Ancelotti der Zeitung AS. Er habe Juventus als Spieler und Trainer immer nur als größten Feind wahrgenommen und an das Ende seines Intermezzos als Trainer in Turin hat er auch keine guten Erinnerungen.

"Ich habe von meiner Entlassung aus den Medien erfahren. Niemand im Verein hatte die Courage, es mir persönlich mitzuteilen", so Ancelotti.

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Seine späte Abrechnung mit Juventus passt in eine Zeit, in der Ancelotti seine Zurückhaltung mehr und mehr ablegt und immer öfter Zähne zeigt. Vor kurzem griff er den Arzt der kroatischen Nationalmannschaft heftig an, nachdem dieser ihn für eine Verletzung von Luka Modric verantwortlich gemacht hatte. Spanische Medien werfen Ancelotti gerne Dünnhäutigkeit vor, auch im Umgang mit Kritik an seiner Arbeit.

Gegenentwurf zu Mourinho

Dabei wurde Ancelotti 2013 von Real-Präsident Florentino Perez als Gegenentwurf zum diktatorisch veranlagten Jose Mourinho verpflichtet; quasi als Ruhepol im hybriden Umfeld von Real Madrid. Mourinhos Allüren wurden zunehmend als unerträglich empfunden, am Ende wandten sich Führungsspieler wie Sergio Ramos und Iker Casillas sowie Mourinhos Landsleute Cristiano Ronaldo und Pepe vom Star-Coach ab.

"Mit Ancelotti hat Real wieder einen normalen Menschen auf der Bank und keinen Spinner mehr", schrieb Marca nach dessen Ankunft in Madrid.

Aufgrund der zurückhaltenden, freundlichen Art des "Friedensstifters vom Bernabeu" (Marca), gepaart mit vielen Erfolgen als Trainer in drei verschiedenen Ländern und dem Faible für Spektakel auf dem Platz, wurde Ancelotti in den Medien schnell zum Heilsbringer für Real Madrid auserkoren.

"Ancelottis Geheimnis liegt in seiner Normalität. Wenn du gewinnen willst, bringt es nichts, Special One, Special Two oder Special Three zu sein", sagte Ancelottis ehemaliger Spieler Paolo Maldini einmal über ihn.

Triumph über Barca und La Decima

Ancelottis Start in Madrid war etwas holprig. Am 7. Spieltag verlor Real gegen Atletico Madrid im Bernabeu 0:1 - die erste Derby-Pleite in der Liga nach 14 Jahren und der erste mediale Fön für Ancelotti.

Der Italiener hatte aber vom ersten Tag an die Unterstützung seiner Spieler. "Ancelottis Umgang mit uns ist herausragend. Er gibt jedem Spieler das Gefühl, wichtig zu sein", sagte Sergio Ramos im Oktober 2013.

Es dauerte allerdings bis zum 16. April 2014, ehe Ancelotti die nach zwei Liga-Pleiten im Clasico gewachsene Zahl seiner Kritiker und Skeptiker besänftigen konnte.

Dank des Jahrhundert-Sprints von 100-Millionen-Mann Gareth Bale schlug Real den FC Barcelona im Finale der Copa del Rey ohne den verletzten Ronaldo mit 2:1 - Ancelottis erster Titel mit den Königlichen.

Zwei Wochen später beendete Ancelotti - zumindest kurzfristig - die Daseinsberechtigung von La Bestia Negra. Mit 4:0 gewann Real im Champions-League-Halbfinale in München, der Angstgegner FC Bayern und sein großer Trainer Pep Guardiola wurden gedemütigt. Durch den Finalsieg gegen Atletico realisierte Ancelotti gleich auf Anhieb den Traum von La Decima.

In aller Bescheidenheit kommentierte er die dramatischen Umstände des Triumphs: "Man kann sagen, dass wir Glück hatten. Man kann aber auch sagen, dass wir es bis zum Ende versucht haben."

Ronaldo: "Ancelotti hat alles verändert"

In den Sieger-Interviews der Spieler wurde der Trainer auffällig häufig erwähnt. "Ancelotti hat alles verändert, vor allem die Mentalität", sagte Ronaldo, "wir sind mit ihm keine Ansammlung von tollen Einzelspielern, sondern eine Mannschaft."

Ancelotti stellte die Individualisten so auf, dass die Qualitäten von Ronaldo und Co. im Kollektiv zusammenpassen. "Ronaldo, Benzema und Bale gehören zu den Besten. Aber es war Ancelotti, der den Spielern die richtigen Aufgaben mit auf den Platz gegeben hat. Nur so konnte BBC funktionieren", schrieb Marca.

Die Mannschaft stellte in der Saison nach La Decima mit 22 Siegen in Folge einen neuen Vereinsrekord auf und gewann Ende 2014 in Marokko die Klub-WM. Perez stellte Ancelotti einen Blanko-Rentenvertrag in Aussicht und der Trainer sprach davon, am liebsten bis 2030 für Real arbeiten zu wollen.

Zizou wartet schon

Doch mit dem Jahreswechsel geriet die Mannschaft ins Straucheln, dem Pokal-Aus gegen Atletico folgte ein verheerendes 0:4 im Vicente Calderon und ein beschämendes 3:4 gegen Schalke 04 in der Champions League. Real verlor die Tabellenführung der Primera Division an Barca und von einer Mannschaft war in einigen Spielen nicht mehr viel zu sehen.

"Wir hatten eine wirklich schwierige Zeit, in der ich viel hinterfragt habe. Auch mich selbst", sagt Ancelotti. Der 55-Jährige musste miterleben, dass gerade in Madrid kein Stein auf dem anderen bleibt, nur weil Real mal ein paar Spiele verliert.

Ancelottis Ende in Madrid wäre im Falle eines Ausscheidens im CL-Viertelfinale gegen Atletico kaum zu verhindern gewesen, auch wenn Präsident Perez jede Diskussion bis dahin im Keim zu ersticken versuchte. Mit Zinedine Zidane steht der Nachfolger offenbar schon parat.

Chicharitos spätes Tor im Rückspiel hielt den Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung jedoch am Leben. Und er verlängert Ancelottis Galgenfrist. Noch hat Real die Chance auf zwei Titel. In der Liga sind die Königlichen drei Spieltage vor Schluss allerdings auf einen Ausrutscher des FC Barcelona angewiesen und mit Juve steht ein dicker Brocken auf dem Weg nach Berlin.

Das Lächeln ist zurück

Die Rückendeckung seiner Spieler ist Ancelotti aber nach wie sicher. "Unser Trainer hat dem Madridismo das Lächeln zurückgegeben. Zwölf Jahre lang haben wir es vergeblich versucht, La Decima zu realisieren. Er hat es geschafft", sagte Torhüter Casillas vor dem Abflug nach Turin.

Und der Trainer erneuerte im Interview mit CNN seinen Wunsch, in Madrid zu verweilen. "Ich habe ein weiteres Jahr Vertrag. Mir gefällt alles: das Ambiente, die Stadt, der Klub... Ich würde mein gesamtes Leben bleiben." War ihm der Glamour in Turin einst noch zu viel, kann er vom Glamour in Madrid offenbar nicht genug bekommen.

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