Carlo Ancelotti bei Real Madrid

Der Friedensstifter wird grantig

Dienstag, 05.05.2015 | 12:57 Uhr
Carlo Ancelotti gewann als Trainer mit dem AC Milan und mit Real Madrid die Champions League
© getty
Advertisement
Serie A
Hellas Verona -
Benevento
Premier League
Leicester -
West Bromwich
Primera División
Las Palmas -
Celta Vigo
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
Saint-Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
Sydney FC -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea – Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Brom
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter
Primeira Liga
Porto -
Pacos de Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Fiorentina
Serie A
Milan -
Genua
Serie A
Ferrara -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit St Petersburg
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolves
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nice
Championship
Leeds -
Sheff Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Arsenal v
Swansea
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
Eindhoven
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
Saint-Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano

Als Gegenentwurf zu Mourinho verpflichtet, zeigt Carlo Ancelotti immer öfter Zähne. Seine Verweildauer in Madrid hängt am seidenen Faden, obwohl er immer noch der Liebling seiner Spieler ist. Im Champions-League-Halbfinale (20.45 Uhr im LIVE-TICKER) trifft Ancelotti mit Real auf einen echten Feind.

Es gibt nicht viele Spieler oder Trainer im Fußball, die in den letzten 30 Jahren überwiegend positive Erfahrungen gemacht haben, wenn sie gegen Juventus Turin angetreten sind. Carlo Ancelotti gehört dieser Minderheit an.

Als Spieler der Roma und des AC Milan sowie als Coach des AC Parma und der Rossoneri hat Ancelotti gegen Juve mehr Spiele gewonnen als verloren und obendrein seinen ersten großen Titel als Trainer ergattert: 2003 bezwang Milan die alte Dame im Champions-League-Finale nach Elfmeterschießen.

Ancelotti hat fast seine gesamte Karriere gegen Juventus gespielt, nur um die Jahrtausendwende stand er auf der anderen Seite. Von Februar 1999 bis Juni 2001 war Ancelotti als Trainer der Bianconeri angestellt, der Erfolg hielt sich mit zwei Vize-Meisterschaften in Grenzen.

"Werde Juve nie mögen"

Rückblickend müssen die knapp zweieinhalb Jahre die schlimmsten in Ancelottis Sportlerleben gewesen sein. Vor dem Halbfinal-Duell mit Juve sprach der Real-Coach offen über seine Abneigung gegenüber dem Rivalen.

"Ich habe Juve noch nie gemocht und werde Juve nie mögen. Das war mir alles zu glamourös, mein Lifestyle und Juve - das hat nicht gepasst, das waren verschiedene Galaxien", sagte Ancelotti der Zeitung AS. Er habe Juventus als Spieler und Trainer immer nur als größten Feind wahrgenommen und an das Ende seines Intermezzos als Trainer in Turin hat er auch keine guten Erinnerungen.

"Ich habe von meiner Entlassung aus den Medien erfahren. Niemand im Verein hatte die Courage, es mir persönlich mitzuteilen", so Ancelotti.

Die Champions League geht in die heiße Phase - Jetzt bei Tipico wetten!

Seine späte Abrechnung mit Juventus passt in eine Zeit, in der Ancelotti seine Zurückhaltung mehr und mehr ablegt und immer öfter Zähne zeigt. Vor kurzem griff er den Arzt der kroatischen Nationalmannschaft heftig an, nachdem dieser ihn für eine Verletzung von Luka Modric verantwortlich gemacht hatte. Spanische Medien werfen Ancelotti gerne Dünnhäutigkeit vor, auch im Umgang mit Kritik an seiner Arbeit.

Gegenentwurf zu Mourinho

Dabei wurde Ancelotti 2013 von Real-Präsident Florentino Perez als Gegenentwurf zum diktatorisch veranlagten Jose Mourinho verpflichtet; quasi als Ruhepol im hybriden Umfeld von Real Madrid. Mourinhos Allüren wurden zunehmend als unerträglich empfunden, am Ende wandten sich Führungsspieler wie Sergio Ramos und Iker Casillas sowie Mourinhos Landsleute Cristiano Ronaldo und Pepe vom Star-Coach ab.

"Mit Ancelotti hat Real wieder einen normalen Menschen auf der Bank und keinen Spinner mehr", schrieb Marca nach dessen Ankunft in Madrid.

Aufgrund der zurückhaltenden, freundlichen Art des "Friedensstifters vom Bernabeu" (Marca), gepaart mit vielen Erfolgen als Trainer in drei verschiedenen Ländern und dem Faible für Spektakel auf dem Platz, wurde Ancelotti in den Medien schnell zum Heilsbringer für Real Madrid auserkoren.

"Ancelottis Geheimnis liegt in seiner Normalität. Wenn du gewinnen willst, bringt es nichts, Special One, Special Two oder Special Three zu sein", sagte Ancelottis ehemaliger Spieler Paolo Maldini einmal über ihn.

Triumph über Barca und La Decima

Ancelottis Start in Madrid war etwas holprig. Am 7. Spieltag verlor Real gegen Atletico Madrid im Bernabeu 0:1 - die erste Derby-Pleite in der Liga nach 14 Jahren und der erste mediale Fön für Ancelotti.

Der Italiener hatte aber vom ersten Tag an die Unterstützung seiner Spieler. "Ancelottis Umgang mit uns ist herausragend. Er gibt jedem Spieler das Gefühl, wichtig zu sein", sagte Sergio Ramos im Oktober 2013.

Es dauerte allerdings bis zum 16. April 2014, ehe Ancelotti die nach zwei Liga-Pleiten im Clasico gewachsene Zahl seiner Kritiker und Skeptiker besänftigen konnte.

Dank des Jahrhundert-Sprints von 100-Millionen-Mann Gareth Bale schlug Real den FC Barcelona im Finale der Copa del Rey ohne den verletzten Ronaldo mit 2:1 - Ancelottis erster Titel mit den Königlichen.

Zwei Wochen später beendete Ancelotti - zumindest kurzfristig - die Daseinsberechtigung von La Bestia Negra. Mit 4:0 gewann Real im Champions-League-Halbfinale in München, der Angstgegner FC Bayern und sein großer Trainer Pep Guardiola wurden gedemütigt. Durch den Finalsieg gegen Atletico realisierte Ancelotti gleich auf Anhieb den Traum von La Decima.

In aller Bescheidenheit kommentierte er die dramatischen Umstände des Triumphs: "Man kann sagen, dass wir Glück hatten. Man kann aber auch sagen, dass wir es bis zum Ende versucht haben."

Ronaldo: "Ancelotti hat alles verändert"

In den Sieger-Interviews der Spieler wurde der Trainer auffällig häufig erwähnt. "Ancelotti hat alles verändert, vor allem die Mentalität", sagte Ronaldo, "wir sind mit ihm keine Ansammlung von tollen Einzelspielern, sondern eine Mannschaft."

Ancelotti stellte die Individualisten so auf, dass die Qualitäten von Ronaldo und Co. im Kollektiv zusammenpassen. "Ronaldo, Benzema und Bale gehören zu den Besten. Aber es war Ancelotti, der den Spielern die richtigen Aufgaben mit auf den Platz gegeben hat. Nur so konnte BBC funktionieren", schrieb Marca.

Die Mannschaft stellte in der Saison nach La Decima mit 22 Siegen in Folge einen neuen Vereinsrekord auf und gewann Ende 2014 in Marokko die Klub-WM. Perez stellte Ancelotti einen Blanko-Rentenvertrag in Aussicht und der Trainer sprach davon, am liebsten bis 2030 für Real arbeiten zu wollen.

Zizou wartet schon

Doch mit dem Jahreswechsel geriet die Mannschaft ins Straucheln, dem Pokal-Aus gegen Atletico folgte ein verheerendes 0:4 im Vicente Calderon und ein beschämendes 3:4 gegen Schalke 04 in der Champions League. Real verlor die Tabellenführung der Primera Division an Barca und von einer Mannschaft war in einigen Spielen nicht mehr viel zu sehen.

"Wir hatten eine wirklich schwierige Zeit, in der ich viel hinterfragt habe. Auch mich selbst", sagt Ancelotti. Der 55-Jährige musste miterleben, dass gerade in Madrid kein Stein auf dem anderen bleibt, nur weil Real mal ein paar Spiele verliert.

Ancelottis Ende in Madrid wäre im Falle eines Ausscheidens im CL-Viertelfinale gegen Atletico kaum zu verhindern gewesen, auch wenn Präsident Perez jede Diskussion bis dahin im Keim zu ersticken versuchte. Mit Zinedine Zidane steht der Nachfolger offenbar schon parat.

Chicharitos spätes Tor im Rückspiel hielt den Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung jedoch am Leben. Und er verlängert Ancelottis Galgenfrist. Noch hat Real die Chance auf zwei Titel. In der Liga sind die Königlichen drei Spieltage vor Schluss allerdings auf einen Ausrutscher des FC Barcelona angewiesen und mit Juve steht ein dicker Brocken auf dem Weg nach Berlin.

Das Lächeln ist zurück

Die Rückendeckung seiner Spieler ist Ancelotti aber nach wie sicher. "Unser Trainer hat dem Madridismo das Lächeln zurückgegeben. Zwölf Jahre lang haben wir es vergeblich versucht, La Decima zu realisieren. Er hat es geschafft", sagte Torhüter Casillas vor dem Abflug nach Turin.

Und der Trainer erneuerte im Interview mit CNN seinen Wunsch, in Madrid zu verweilen. "Ich habe ein weiteres Jahr Vertrag. Mir gefällt alles: das Ambiente, die Stadt, der Klub... Ich würde mein gesamtes Leben bleiben." War ihm der Glamour in Turin einst noch zu viel, kann er vom Glamour in Madrid offenbar nicht genug bekommen.

Alle Infos zu Real Madrid

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung