Das macht dem FC Bayern Hoffnung

Brazzo, Jens und die Ausgesperrten

Dienstag, 21.04.2015 | 09:28 Uhr
Die Bayern glauben noch fest ans Weiterkommen gegen Porto
© getty
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Mit 1:3 verlor der FC Bayern in Porto. Ein Ergebnis, das fast nur Optimisten Hoffnung auf ein Weiterkommen des deutschen Rekordmeisters im Rückspiel (20.45 Uhr in LIVE-TICKER) macht. SPOX liefert ein paar Gründe, warum das "kleine Wunder" wirklich gelingen kann. Mit im Programm: Hasan, Jens und Michael Frontzeck.

Zuhause ist's am Schönsten: Wenn aus den Boxen der Allianz Arena - sorry, liebe UEFA - der Fußball Arena München, wie es in der Champions League offiziell heißt, die Hymne der Königsklasse ertönt, sind die Münchener heiß. So heiß, dass sie bisher jedes Heimspiel in dieser Saison zu Null gewannen und ein Torverhältnis von 13:0 erspielt haben. Seit über sechs Stunden (361 Minuten) hat kein Champions-League-Team in München getroffen. Nur einmal blieben die Münchener in der "Königsklasse" in mindestens vier Heimspielen ohne Gegentor. 2000/2001 holten Stefan Effenberg und Co. schließlich die Trophäe. Spricht man da jetzt von einem guten Omen?

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Gegen Portugiesen klappt's: Zum neunten Mal trifft der FC Bayern in einer K.o.-Runde mit Hin- und Rückspiel in UEFA-Wettbewerben auf ein portugiesisches Team. Bei den ersten acht Versuchen konnte sich der FCB immer für die nächste Runde qualifizieren. Eigentlich soll die Veranstaltung hier Hoffnung machen, aber eines muss auch erwähnt werden: Portos K.o.-Spiel-Auftritte in München endeten 1:1 und 1:2. Ergebnisse, die den Bayern am Dienstagabend nicht helfen würden...

Thomas Müller: Wer den gutgelaunten Thomas Müller am Montag auf der Pressekonferenz sah, konnte fast gar nicht anders, als ihm zu glauben, dass die Bayern gute Chancen auf ein Weiterkommen haben. Recht plausibel erklärte Müller: "Ein 2:0-Heimspielerfolg wäre kein fußballerisches Weltwunder." Irgendwie hat er Recht. Wenn diese Fehleranfälligkeit der Bayern von zuletzt nicht wäre: "Die dürfen wir nicht machen", sagt Müller. Auch klar.

Portos Ausgesperrte: Danilo ist bald 24 Jahre alt, spielt seit 2012 beim FC Porto und weil er das seit Anbeginn dieser Saison besonders gut macht, überweist Real Madrid 31,5 Millionen Euro nach Portugal, um den Rechtsverteidiger zu holen. Alex Sandro ist schon 24 Jahre alt. Weil Real Madrid offenbar Marcelo immer noch gut findet, überweist man Porto nicht 31,5 Millionen Euro, obwohl der Brasilianer, der seit 2011 in Diensten Portos steht, längst nachweist, dass er besser ist als Marcelo. Blöd für Porto: Beide sind gesperrt und können in München nicht auflaufen. Ricardo und Martins Indi heißen die Vertreter. Sie klingen wie vor wenigen Wochen noch das Los "Porto": gut, aber machbar.

Hasan und Jens: Viele Worte werden Thiago Alcantara und Sebastian Rode noch nicht ausgetauscht haben - zumindest nicht auf dem Platz. Thiago spielt zwar seit 2013 beim FC Bayern, verbrachte die meiste Zeit aber beim Arzt oder bei der Reha. Wenig Zeit also, um sich mit Rode, der 2014 aus Frankfurt kam, auszutauschen. In einer Phase, in der Bayerns Mittelfeld-Größen gesundheitlich (Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm) oder formtechnisch (Xabi Alonso) angeschlagen sind, müssen die Jungspunde helfen. Thiago spielt derzeit so, als wäre er nie verletzt gewesen, hat wieder viel zu viele Ballkontakte und kann die Kugel auch dann verarbeiten, wenn er dreifach beschattet wird. Und Rode? Der erinnert einen manchmal an Hasan "Brazzo" Salihamidzic. Und an Jens Jeremies. Und zwar gleichzeitig. Und wer bereitet einem Bayern-Fan mehr Hoffnung als die Helden von einst.

Die Trainer: Pep Guardiola ist ein geselliger Mensch. Er unterhält sich gerne, auch wenn es manchmal nicht so wirkt. Er unterhält sich vor allem dann gerne, wenn es um Fußball geht. Er zählt Marcelo Bielsa, Ernesto Valverde zu seinen Freunden. Er philosophiert gerne mit ihnen. Er tat es auch gerne mit Tito Vilanova, der leider viel zu jung gestorben ist. Zu seinem Philosophierklub gehört auch Julen Lopetegui, mit dem er beim FC Barcelona einst zusammen spielte. Wobei: Guardiola spielte, Lopetegui war der dritte Torwart und sah meist nur zu. Sie verfolgen die gleichen Ziele im Fußball, stehen für den gleichen Ansatz. Was Guardiola aber voraus hat, ist die Erfahrung. Auch wenn Porto-Trainer Lopetegui seinen Freund im Hinspiel überlistet hat, ist Pep auf diesem Niveau doch etwas länger zu Hause und kann trotz einiger Ausfälle die eine oder andere Überraschung setzen, die entscheidend sein könnte.

Martin Atkinson: Wenn der Engländer, der sein Seepferdchen bei der FIFA im Jahr 2006 absolvierte, ein Spiel mit deutscher Beteiligung pfeift, gibt's fast nie böse Überraschungen. Genau genommen hat bisher nur der FC Schalke 04 im Februar gegen Real Madrid verloren, sonst haben alle deutschen Klubs etwas zu feiern gehabt: Man stelle sich mal vor, selbst der HSV hat mal ein Europapokal-Spiel gewonnen, als Atkinson an der Pfeife war: 2010 gegen Standard Lüttich im UEFA-Cup. Also wenn das keine Hoffnung macht...

Brauns Spraydose: Mit Volker Braun als Mannschaftarzt haben die Profis des FC Bayern noch kein Spiel verloren. Gut, es war erst ein Spiel, aber hey! Außerdem hatte Braun beim Gastspiel gegen Hoffenheim eine schlichte Spraydose mit dabei, die er beispielsweise Juan Bernat mächtig auf den lädierten Knöchel sprühte. Siehe da: Bernat hat sich für Porto fit gemeldet, Bayern muss links hinten nicht improvisieren. Und das nicht dank einer Wunderheilung, sondern mit Hilfe der guten, alten Spraydose von der Apotheke.

Michael Frontzeck: In einem Zeitalter, in dem MF als Hoffnungsträger im Abstiegskampf herhalten kann, darf verdammt nochma' auch der FC Bayern hoffen, dass man zu Hause ein Spiel 2:0 gewinnt.

Der FC Bayern in der Übersicht

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