Sonntag, 22.02.2015

Nach Skandal vor Chelsea-Spiel

Hollande sichert Solidarität zu

Der Skandal um rassistische Attacken mehrerer Anhänger des englischen Spitzenklubs FC Chelsea in Paris hat am Wochenende weitere Kreise gezogen. Die britische Polizei bestätigte Ermittlungen zu neuen Vorwürfen gegen Fans der Blues wegen fremdenfeindlichen Verhaltens, während in Frankreich Staatspräsident Francois Hollande drei Tage nach dem hässlichen Vorfall in einer Pariser Metro-Station dem Opfer der Chelsea-Anhänger persönlich in einem Telefonat Unterstützung zusicherte.

Francois Hollande sichert dem Rassismus-Opfer vor dem Chelsea-Spiel Solidarität zu
© getty
Francois Hollande sichert dem Rassismus-Opfer vor dem Chelsea-Spiel Solidarität zu

Das Fan-Lager des früheren Champions-League-Siegers geriet am Samstag durch weitere Anschuldigungen erneut ins Zwielicht. Die englische Polizei untersucht eigenen Angaben zufolge Ausfälle von Krawallmachern der Fan-Szene der Blues nach der Heimkehr vom Champions-League-Spiel ihrer Mannschaft beim französischen Meister Paris St. Germain.

Laut Zeugen skandierten mehrere Chelsea-Anhänger im Londoner St. Pancras-Bahnhof fremdenfeindliche Parolen. Die Behörden baten auch die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Identifizierung der Rowdys. Ein Sprecher des Klubs, der bereits wegen des Skandals in Paris gegen fünf Personen Stadionverbote ausgesprochen hat, kündigte die Unterstützung der polizeilichen Untersuchungen "mit allen Mitteln" an.

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Auch Terry schaltet sich ein

Die Vorwürfe wurden nur vier Tage nach dem Eklat vor dem Duell mit PSG in einer Pariser Metro-Station. Chelsea-Fans hatten dabei einen Afro-Franzosen wegen dessen dunkler Hautfarbe nicht in die wartende Bahn einsteigen lassen und sich danach mit rassistischen Gesängen ("Wir sind Rassisten, und so mögen wir das") selbst gefeiert.

Nach Londons Vereins-Boss Roman Abramowitsch ("Ich bin angewidert") und Teammanager Jose Mourinho ("Abscheulich") verurteilte auch Chelseas Kapitän John Terry das Verhalten der Blues-Anhänger in Frankreich. "Was in Paris passiert ist, ist absolut inakzeptabel", schrieb der 2012 selbst wegen rassistischer Beleidigung eines Gegenspielers gesperrte Verteidiger in einem Beitrag für Chelseas Stadionzeitschrift zum Ligaspiel gegen den FC Burnley.

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In Frankreich setzte Staatschef Hollande durch seinen Anruf bei dem mauretanischstämmigen Opfer des Metro-Übergriffes ein Zeichen. Hollande sicherte dem 33 Jahre alten Souleymane S. seine Solidarität zu. "Präsident Hollande hat mit Souleymane S. gesprochen. Er hat dabei seine Abscheu über diese widerwärtige Attacke zum Ausdruck gebracht und S. Unterstützung angeboten", teilte der Elysee-Palast nach dem Gespräch des Staatsoberhauptes mit dem Familienvater mit.

Souleymane S. äußerte sich nicht zum Inhalt des Telefonats mit Hollande, gab aber in einem Interview mit der Zeitung "Le Parisien" den Verzicht auf eine Einladung von Chelsea und Mourinho zum Besuch des Rückspiels der Blues gegen PSG an der heimischen Stamford Bridge am 11. März bekannt. "Die Einladung hat mich sehr berührt, aber ich fühle mich momentan nicht in der Verfassung, überhaupt in irgendein Stadion zu gehen", sagte S..

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