Magic Moment der CL-Geschichte: Milan demütigt überhebliches Barca

Das Ende des Dream Teams

Von Marco Kieferl
Mittwoch, 06.11.2013 | 15:27 Uhr
Daniele Massaro erzielte vor dem Halbzeitpfiff das 2:0 für ein furios aufspielendes Milan
© getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
Fr23:00
Die Highlights des Eröffnungsspiels: FCB-B04
2. Liga
FrJetzt
Die Highlights des Freitagsspiels
Primera División
Live
Leganes -
Alaves
First Division A
Live
Lüttich -
Zulte Waregem
Ligue 1
Live
Metz -
Monaco
Championship
Live
Burton Albion -
Birmingham
Primera División
Live
Valencia -
Las Palmas
J1 League
Gamba Osaka -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

Selten ging der AC Milan als Außenseiter in ein Champions-League-Finale. Vor dem Endspiel 1994 in Athen spuckt aber der Favorit aus Barcelona große Töne. Doch es kommt ganz anders: Furiose Rossoneri demütigen arrogante Katalanen mit 4:0 und holen sich ihren fünften Titel in der Königsklasse. 19 Jahre später ähneln sich die Ausgangslagen und sind doch ganz anders (20.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Titel am Fließband, Tiki-Taka vom Feinsten: So kennt man den FC Barcelona der letzten Jahre. Bei allem Erfolg fällt jedoch vor allem die Bescheidenheit der Protagonisten auf. Die katalanische Demut ist derart ausgeprägt, dass sie manchem schon wieder auf den Geist geht: Nicht von ungefähr verhöhnte Zlatan Ibrahimovic unlängst Messi und Co. als unmündige Schuljungen. Dass Bescheidenheit nicht seit jeher eine katalanische Tugend ist, beweist der FC Barcelona der Champions-League-Saison 1993/94.

Damals spazierte Johan Cruyffs hochgelobtes Dream Team ungeschlagen ins Finale von Athen. Vor allem Barcelonas Traumsturm mit Romario und Hristo Stoichkov, hauptverantwortlich für satte 29 Tore in den 9 Spielen auf dem Weg ins Finale, sorgte international für Angst und Schrecken.

Grund genug für Cruyff, nach dem herausragenden 3:0-Halbfinalsieg gegen den FC Porto große Töne zu spucken: "Milan wird es ziemlich schlecht gehen, denn es ist unmöglich, uns zu stoppen."

Cruyff und das Duell der Systeme

Cruyff, glühender Verfechter des Tiki-Taka-Stils und mit elf Titeln in sechs Jahren erfolgreichster Trainer seiner Zeit, beschwor vor dem Finale ein Duell der Systeme: "Milan ist eine vulgäre Mannschaft, die in die Zeiten des Catenaccios zurückgefallen ist. Die Spieler haben ihren Zenit überschritten."

Ganz Unrecht hatte Cruyff mit seiner System-Kritik nicht, denn der AC Milan zeichnete sich damals tatsächlich durch ausgesprochen ergebnisorientierten Fußball aus. Mit mageren 36 Toren schaffte man es, in der Serie A den Meistertitel zu holen.

Auch in der Champions League vollführte man das Kunststück, mit gerade einmal zwei Siegen und sechs Toren den Gruppensieg davonzutragen. Doch trotz des überlegenen Halbfinal-Triumphs über den AS Monaco kam vor dem Endspiel gegen ein übermächtiges Barcelona wenig Euphorie auf.

Schließlich mussten die Rossoneri aufgrund des Ausfalls von Leistungsträgern wie Papin, van Basten, Eranio, Laudrup, Costacurta und Baresi mit einem B-Team in Athen antreten. Vor allem der Verlust des Verteidiger-Duos Costacurta/Baresi sorgte bei den Italienern angesichts einer Barca-Elf um Guardiola, Koeman, Stoichkov und Romario für Kopfzerbrechen.

Capello bleibt zuversichtlich

Die Rollen vor dem Finale waren also verteilt. Nur Milan-Trainer Fabio Capello blieb auffällig gelassen. "Das ist kein Problem. Ich habe schon etwas im Sinn", machte der anfangs noch umstrittene Milan-Coach den Rossoneri Mut.

Tatsächlich kam im Finale alles ganz anders: Furios aufspielende Mailänder boten über die kompletten 90 Minuten hinweg ein Offensivspektakel, gegen das die Favoriten aus Katalonien nicht den Hauch einer Chance hatten.

Bereits in der ersten Hälfte brachte Daniele Massaro die Milanisti zum Jubeln, als er durch einen Doppelpack den Weg zum Sieg ebnete. Dejan Savicevic und Marcel Desailly krönten noch vor der 60. Minute die Galavorstellung der Italiener und brachten dem FC Barcelona die bis heute höchste Niederlage in der Königsklasse bei.

Selbst der Traumsturm um Romario, Stoichkov und Begiristain konnte gegen die scheinbare Abwehr-Notlösung um Gallo und Panucci nichts ausrichten. Auch vom restlichen Dream Team und seinem Zauberfußball war nichts zu sehen. Den spielten die Minimalisten aus Mailand.

Massaro als Matchwinner

"Ich nehme drei Dinge mit nach Hause", sagte Massaro stellvertretend für die Mailänder Glücksgefühle. "Die beiden Treffer und das Trikot von Hristo Stoichkov, der ein Idol für mich ist."

Capello hingegen blieb seiner pragmatischen Art auch nach dem Abpfiff treu. Sein Fazit nach dem Spiel: "Dies ist Perfektion."

Selbst "König" Cruyff, vor dem Endspiel noch als Sprücheklopfer auffällig, präsentierte sich nach der Niederlage kleinlaut: "Wir haben nicht gut gespielt. Wir müssen ihre Leistung anerkennen. Sie haben verdient gewonnen."

Das Ende des "Dream Teams"

Damals konnte der Niederländer noch nicht ahnen, welche Auswirkungen jene Pleite im Mai mit sich bringen sollte. Bereits nach der Saison verließen Torwart Andoni Zubizarreta, heutiger Sportdirektor der Katalanen, und Michael Laudrup den Verein.

Ein Jahr später folgten Stoichkov und Koeman. Das Dream Team zerfiel, die Katalanen versanken in der internationalen Bedeutungslosigkeit und es sollte bis 2006 dauern, ehe der FCB um Ronaldinho und Xavi wieder ins Endspiel der Königsklasse einziehen sollte.

Milan hingegen stand schon im Folgejahr wieder im Finale, verlor jedoch mit 0:1 gegen Ajax. Paolo Maldini sollte der einzig verbliebene Spieler des Endspiels von Athen sein, der 2003 und 2007 nochmals den Henkelpott in den Himmel recken durfte.

Ähnliche Voraussetzungen am Mittwoch

Vor dem Champions-League-Rückspiel in der Gruppe B erscheinen die Voraussetzungen denen vor 19 Jahren nicht unähnlich. Barcelona ist seit Jahren wieder die bestimmende Mannschaft im Weltfußball und verfügt mit Messi und Konsorten wieder über ein Dream Team mit eingebauter Torgarantie.

Milan hingegen überzeugt in dieser Saison, wenn überhaupt, nur durch Effizienz. Trotz überschaubarer Leistungen bis dato reichte es für den aktuellen Tabellenelften der Serie A in drei Spielen für fünf Punkte und Platz zwei hinter Barca.

Die aktuelle Formschwäche der Rossoneri sorgt in Katalonien aber freilich nicht für den geringsten Anflug von Überheblichkeit: "Wir treffen auf einen großartigen Klub, das können wir nicht kleinreden. In keinster Weise denken wir, dass dies ein leichtes Spiel werden wird. Im Gegenteil, es wird ganz schwer!"

AC Milan - FC Barcelona: Der Direktvergleich

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung