Die Abschlussschwäche des BVB

Ziel gefährdet

Dienstag, 26.11.2013 | 12:41 Uhr
Chance vertan: Marco Reus tritt gegen Arsenal in aussichtsreicher Position am Ball vorbei
© getty
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Arsenal

Borussia Dortmund muss sich eine Not-Abwehr basteln, beklagt aber zunehmend die fehlende Konsequenz in der Offensive. Gegen den SSC Neapel (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) sind die Dortmunder auf die schnelle Lösung dieses Problems angewiesen.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Das könnte das Motto für die letzten beiden Spieltage in der Champions-League-Gruppe F sein. Im extremsten Fall könnte Dortmund zwar trotz einer Niederlage gegen Napoli noch ins Achtelfinale einziehen, aber bei zwei Siegen auch ausscheiden.

Entscheidend dabei ist, ob am Ende der Vorrunde ein Dreiervergleich zwischen Arsenal, Neapel und dem BVB oder nur ein direkter Vergleich zwischen zwei Mannschaften zur Anwendung kommt. Die komplexen UEFA-Regularien lassen Möglichkeiten in alle Richtung zu. Auch beim BVB haben sie "viele Sachen durchgerechnet", wie Jürgen Klopp am Montagabend auf der Pressekonferenz erzählte.

Aber letztendlich diente die genaue Auseinandersetzung mit dem Modus und der Tabellensituation vor allem der exakten Informationsbeschaffung. Denn: "Fakt ist, wenn wir nicht zweimal gewinnen und damit schon gegen Neapel anfangen, dann wird's eher schwierig."

Viele Tore sind ein Muss

Gewinnt Dortmund nicht gegen die Italiener, ist nur noch im unwahrscheinlichen Fall, dass Arsenal nicht gegen Marseille siegt, die Möglichkeit auf die nächste Runde gegeben.

Fakt ist aber auch, dass bei einem Sieg mit einem Tor Unterschied der BVB sein Schicksal nur noch bedingt in der eigenen Hand hält. Würden sich dann am letzten Spieltag Napoli und Arsenal auf einen Sieg der Italiener mit zwei Toren Unterschied "einigen", wäre der BVB draußen - so lange der Sieg so hoch ausfällt, dass im dann ausgeglichenen Torverhältnis mehr Tore erzielt wurden als beim BVB.

Wer da nicht mehr durchsteigt, hofft am besten auf einen klaren Sieg der Dortmunder oder zumindest ein hohes Ergebnis mit nur einem Tor Vorsprung, schon das würde den Druck auf Arsenal am letzten Spieltag erhöhen.

Niederlagen folgen einem Muster

Egal, wie man es dreht oder wendet, Tore sind gefragt am Dienstagabend im Signal Iduna Park. Und in der Disziplin des Toreschießens haben die Dortmunder zuletzt Probleme offenbart. Die Niederlagen in Gladbach, Wolfsburg sowie gegen Arsenal und Bayern folgten alle einem Muster.

Der BVB hatte gute Chancen, verwertete diese aber nicht und wurde dafür vom Gegner bestraft. Als unnötig und teilweise unverdient stuften die Beteiligten die Ergebnisse ein. Die Parallelen sind aber auch Spielern und Verantwortlichen unangenehm aufgefallen.

Defensivprobleme? Abschlussschwäche!

Es ist erstaunlich, dass der Borussia zwar im Vergleich zu den beiden Meisterjahren und dem Champions-League-Finale 2013 eine ganze Viererkette fehlt, die Schwachstelle aber im von Verletzungen unberührten Angriff ausgemacht wurde.

"Die Effektivität ist ein Thema, das uns schon öfter mal begleitet hat. Gegen die Bayern oder auch grundsätzlich in der Champions League, auf diesem Niveau, da bekommt man eben nicht unwahrscheinlich viele Chancen", sagt Sportdirektor Michael Zorc.

Beim BVB wissen sie allerdings nicht genau, wie sie die fehlende Effizienz vor dem Tor auch in den entscheidenden Spielen auf den Platz bringen sollen. "Wir müssen kaltschnäuziger werden", sagt Zorc. Aber einfach trainieren lässt sich das nicht, ein Patentrezept für Abschlussstärke gibt es nicht.

Gute Zahlen in der Liga

Immerhin hat die Offensive um Robert Lewandowski, Marco Reus und Henrikh Mkhitaryan schon mehrfach in dieser Saison gezeigt, dass sie auch Tore erzielen kann.

Dortmund hat noch immer die meisten Treffer der Bundesliga erzielt, Lewandowski führt die Torjägerliste an (9 Tore). Aber der Stürmer blieb bei den drei Niederlagen in Serie erfolglos und gibt in der Liga laut Opta-Daten auch die mit Abstand meisten Torschüsse ab (43). An der Effektivität muss also auch er arbeiten.

Dazu kommt, dass Dortmund 17 seiner 32 Tore gegen naiv nach vorne spielende Mannschaften wie Hamburg (6:2), Stuttgart (6:1) und Freiburg (5:0) erzielte. Bis auf die Partie gegen Stuttgart hat der BVB auch kein Spiel mehr nach Rückstand gewonnen.

Zu viel Zauberei und Schönspielerei

Torhüter Roman Weidenfeller hat die fehlende Zielstrebigkeit nach der Niederlage gegen Bayern als großes Übel ausgemacht. Dem geradlinigen Typen im Kasten wird vor dem gegnerischen Tor zu viel Zauberei und Schönspielerei versucht.

Ein Problem, das Dortmund beispielsweise mit der deutschen Nationalmannschaft teilt. Bundestrainer Joachim Löw hat für seine Offensivspieler wie Mesut Özil oder Reus schon mal den Begriff "Zocker" verwendet. Löw spricht dann auch von Problemen im letzten Drittel.

Klopp hat für diesen Bereich des Spiels einen klaren Plan, aber nur wenig Alternativen. Von der Bank kann der Trainer meistens nur Jonas Hofmann und Pierre-Emerick Aubameyang bringen. Julian Schieber stagniert seit seinem Wechsel aus Stuttgart und findet nicht in die Mannschaft.

Der 19-jährige Marvin Ducksch ist auf höchstem Niveau noch überfordert und in der Champions League auch gar nicht gemeldet. Und ohne Ilkay Gündogan fehlt ein entscheidendes Stück Kreativität.

Napoli reagiert auf BVB

Napoli wird dem BVB wohl wie schon im Hinspiel die Initiative und viel Ballbesitz überlassen. Eine Rolle, die den Dortmundern in vielen Fällen der Vergangenheit nicht geschmeckt hat.

Trainer Rafael Benitez ist ein ausgewiesener Taktikfachmann, schon in Neapel passte er die Ausrichtung seiner Mannschaft an die Stärken der Borussia an. Sein Plan ging voll auf.

Mit dieser Herausforderung werden die Dortmunder auch dieses Mal klarkommen müssen und ihre wenigen Chancen nutzen. Neapels Ausgangsposition ist deutlich leichter als die des BVB. Mit einem Unentschieden oder einem Sieg sind die Italiener weiter. Die Ausfälle in der Defensive des Gegners interessieren Benitez deshalb auch nur sekundär: "Wir konzentrieren uns mehr auf ihre Offensive, um dann selbst Nadelstiche zu setzen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Sokratis, Bender, Durm - Sahin, Kehl - Blaszczykowski, Mkhitaryan, Reus - Lewandowski.

Neapel: Reina - Maggio, Albiol, Britos, Armero - Behrami, Inler - Callejon, Dzemaili, Mertens (Insigne) - Higuain

Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo (Spanien)

Der Kader von Borussia Dortmund

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