Von Aufbruchstimmung keine Spur

Von Raphael Honigstein
Montag, 16.09.2013 | 13:20 Uhr
Manchesters Trainer David Moyes (l.) im Gespräch mit Wayne Rooney
© getty
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Dass es im Jahr eins nach Alex Ferguson nicht einfach für Manchester United werden dürfte, konnte man annehmen. Der desaströse Transfersommer, der Ärger um Wayne Rooney und die sportlich eher überschaubaren Leistungen haben jegliche Aufbruchstimmung aber im Keim erstickt, da mag der Klub auf dem kommerziellen Sektor noch so erfolgreich sein. Jetzt geht es mit gemischten Gefühlen in die Champions League (ManUtd - Bayer Leverkusen, Di., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER). Raphael Honigstein über Bedenkenträger David Moyes und Uniteds holprigen Umbruch.

Diese Woche gab es wieder hervorragende Nachrichten für Manchester United: Mit der japanischen Marke "Manda Fermentation" konnte der "erste offizielle Nahrungsergänzungsmittel-Partner" (Pressemitteilung) des Klubs gewonnen werden.

"Manchester United steht bei Menschen auf der ganzen Welt für Begeisterung und Glück, und mit Hilfe dieser Partnerschaft will Manda dem Firmenziel nachgehen, zu Ihrem Wohlbefinden und dem Naturschutz für Mutter Erde beizutragen", erklärte Dr. Yoshinori Matsuura, der Präsident des Gesundheitskost-Herstellers.

Den ganzen Sommer über präsentierte der neue United-Geschäftsführer Ed Woodward ähnliche Erfolge an der Sponsorenfront. Vorgänger David Gill hatte es schon im April geschafft, die Namensrechte am Trainingsplatz in Carrington ("AON Training Complex") sowie Werbung auf der Trainingskleidung für knapp 22 Millionen Euro im Jahr zu verkaufen, danach folgten neue Deals mit Aeroflot, Apollo (Reifen aus Indien) und Federal Corporation (Reifen aus Taiwan).

United verkauft nicht nur alles - es gibt offizielle Wein-, Nudel- und Chips-Partner - sondern auch mehrfach: Zwölf verschiedene Mobilfunkfirmen in verschiedenen Regionen dürfen mit dem Klub werben.

Heuschrecken-Methode funktioniert

Die besonders in Asien aggressiv betriebene Kommerzialisierung der Marke dürfte in laufenden Geschäftsjahr um die 140 Millionen Euro einbringen. Der Gesamtumsatz wird so sehr nahe an die von Real Madrid geknackte 500-Millionen-Euro-Grenze kommen. Obwohl der Verein noch immer um die 60 Millionen Euro im Jahr für die Tilgung der Schulden aus der Übernahme durch die Glazer-Familie vor acht Jahren aufbringen muss, haben die gesteigerten Einnahmen und ein erfolgreicher Börsengang die finanzielle Lage stark entspannt.

United hat "nur" noch Netto-Verbindlichkeiten von 370 Millionen Euro. Die Heuschrecken-Methode der Glazers hat funktioniert, weil Alex Ferguson den Klub trotz der Mehrbelastung konkurrenzfähig halten konnte.

Verlierer des Transfersommers

Mit David Moyes hat der Schotte seinen Nachfolger persönlich bestimmt. Dass es für den 50-Jährigen nicht einfach werden würde, war klar - er muss ja das Erbe einer Legende anzutreten. Einen derart schwierigen Start dürfte aber selbst der vorsichtige Moyes nicht erwartet haben. Anstatt Aufbruchstimmung zu verbreiten, steckt der ehemalige Everton-Coach seit Wochen in der Defensive fest.

Das Hauptproblem: Uniteds enorme Finanzkraft hat sich trotz großer Investitionsversprechungen kaum in der Qualität der Mannschaft niedergeschlagen. Nachdem der FC Arsenal noch auf den letzten Drücker Mesut Özil verpflichten konnte, wurden die United-Anhänger zu den großen Verlierern des Transfersommers.

Fellaini statt Ronaldo, Thiago, Fabregas oder Bale

Die Grundidee war dabei richtig gewesen. United wollte dem relativ blassen Trainer zum Amtsantritt ein bis zwei Weltklassespieler an die Seite stellen, um so die Fantasie der Fans zu beflügeln. Der ambitionierte Versuch, Cristiano Ronaldo zurück auf die Insel zu locken, scheiterte jedoch kläglich. Nicht wenige Insider vermuten, dass die Aussicht auf eine Rückkehr von dem Umfeld des Portugiesen hauptsächlich als Drohkulisse in den nun abgeschlossenen Vertragsverhandlungen mit Madrid benutzt wurde.

Thiago Alcantara verhandelte lange mit den Engländern, ging dann aber zu den Bayern. Im Rennen um Gareth Bale waren die Red Devils sowieso chancenlos, genau wie in der causa Cesc Fabregas. United gab, von Cescs Leuten listig angestachelt, drei öffentliche Gebote für den Mittelfeldspieler von Barcelona ab. Weder der Spieler noch sein Verein zeigten jedoch irgendein Interesse an dem Deal. United war Fabregas' Berater auf den Leim gegangen: die Bemühungen sollten wohl für eine Verbesserung von Cescs Bezügen im Camp Nou oder zumindest für ein bisschen öffentliche Wertschätzung sorgen.

Anstatt den angekündigten Superstars kamen nur Marouane Fellaini (Everton) und Nachwuchsspieler Wilfried Zaha (20, Crystal Palace). Dass United Fellaini erst nach Ablauf von dessen Ausstiegsklausel verpflichtete, so knapp fünf Millionen Euro mehr als nötig zahlte und es gleichzeitig nicht schaffte, Leighton Baines von den Toffees loszueisen, brachte dem Klub den Vorwurf des Dilettantismus ein.

Immense Unruhe wegen Rooney

Für die Außenwirkung war der Sommer ziemlich fatal. Unter Ferguson wurden große Transfers still und heimlich eingetütet; der Klub kultivierte das Image, jeden Spieler bekommen zu können. Und wenn - wie im Vorjahr zum Beispiel Wesley Sneijder - der Wunschtransfer nicht zustande kam, stritt Ferguson stets jegliches Interesse energisch ab, um das Gesicht zu wahren.

Ein Teil der schlechten Stimmung ist fraglos vom Verein selbstverschuldet, für ein paar andere Dinge kann weder Moyes noch United etwas. Der wechselwillige Wayne Rooney brachte zum Beispiel immense Unruhe in den Verein. Chelsea-Boss Jose Mourinho gab mit diabolischem Vergnügen mehrere Angebote für "Wazza" ab - wohlwissend, dass United nicht bereit war, ihn gehen zu lassen.

Die United-Fans scheinen Rooney verziehen zu haben, aber das Thema wird den Klub weiter verfolgen. Im Januar will der FC Arsenal einen neuerlichen Versuch wagen, ihn nach London zu locken. Außerdem befürchtet United, dass Ferguson mit seiner neuen, im Oktober erscheinenden Biografie die Gräben zwischen dem 27-Jährigen und dem Verein wieder aufreißen wird.

Zaudernd in die Königsklasse

Die schwachen Leistungen in den Spitzenspielen (0:0 gegen Chelsea, 0:1 gegen Liverpool) in der Liga haben vor dem Auftakt in die Champion-League-Saison den Optimismus nicht gerade vergrößert.

Es fehlt die Genialität auf den Flügeln und im zentralen Mittelfeld; Shinji Kagawa sitzt meist nur auf der Bank. Nicht zuletzt erweist sich auch Moyes im Gegensatz zu seinem bis zum Anschlag selbstbewussten Vorgänger eher als Bremser und Bedenkenträger.

Ferguson habe ihn angerufen und vor der Gruppe gewarnt, erzählte Moyes vergangene Woche: "Er sagte, es sei eine der härtesten Auslosungen, die United je hatte. Wenn er das schon sagt, muss es knifflig sein". Das klang ein wenig nach einer vorauseilenden Entschuldigung und erinnerte die Reporter unweigerlich an Moyes' Unerfahrenheit auf der europäischen Bühne. Mit Everton hatte er es nur einmal bis in die Playoff-Runde der Königsklasse geschafft.

Nun muss Moyes zeigen, dass er auch auf internationalem Topniveau coachen kann. Viel Eingewöhnungszeit hat er nicht, für einen langsamen Start ist die CL-Gruppe zu stark. Und auch in der Liga ist angesichts der großen Konkurrenz um die Champions-League-Plätze der Spielraum für Fehler nicht groß. Die Situation ist zwar noch nicht brenzlig, aber auf "Begeisterung und Glück" deutet momentan recht wenig hin.

Raphael Honigstein lebt und arbeitet seit 1993 in London. Für die "Süddeutsche Zeitung" berichtet er über den englischen Fußball und ist Kolumnist für die britische Tageszeitung "The Guardian". Beim früheren Premier-League-Rechteinhaber "Setanta Sports" fungierte Honigstein als Experte für den deutschen Fußball. In Deutschland wurde der 38-Jährige auch bekannt durch sein Buch "Harder, Better, Faster, Stronger - Die geheime Geschichte des englischen Fußballs". Zudem ist er als Blogger bei footbo.comtätig und auch untertwitter.com/honigstein zu finden.

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