So erlebte Mario Götze das Madrid-Spiel

Götze und die Reaktion der Fans: War was?

Von Für SPOX in Dortmund: Jochen Tittmar
Donnerstag, 25.04.2013 | 11:34 Uhr
Mario Götze wurde am Mittwochabend von den BVB-Fans überwiegend herzlich empfangen
© getty
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In Dortmund waren vor der Partie gegen Real Madrid mit schwarzem Edding durchgestrichene Mario-Götze-Schriftzüge auf den Trikots mancher BVB-Fans zu sehen. Doch entgegen der Befürchtungen fruchtete Jürgen Klopps Appell an die Anhänger - auch, weil Götze mit seiner ersten Aktion das 1:0 vorbereitete. Bis auf eine Ausnahme verlief der Abend für den 20-jährigen Bald-Bayern wie immer.

Die Stadt Dortmund färbte sich schon früh schwarz-gelb. Bereits am frühen Mittwochmittag sah man zahlreiche Personen in Trikots und mit Schals durch die Straßen ziehen.

Je näher das Spiel rückte, umso mehr schien das restliche Leben still zu stehen. Und je weiter weg man sich vom Dortmunder Stadion wenige Stunden vor dem Anpfiff befand, desto mehr wurde über Mario Götze gesprochen.

Der Wechsel des 20-Jährigen zum FC Bayern war das Thema auf dem Weg in den Signal Iduna Park. Götze selbst kam dabei ausschließlich negativ weg, die Diskussionen der Fans bewegten sich doch sehr im nicht zitierfähigen Bereich.

Man hatte den Eindruck, dass einige Anhänger ihre Zweit- oder Dritttrikots ausgepackt hatten, man las ziemlich wenig Götze auf den Rücken der gelben Menschen. Einige, die wohl nur ein einziges Vereinsshirt besitzen, strichen den Aufdruck "M. Götze" kurzerhand mit Hilfe eines schwarzen Eddings durch.

Es war also trotz des Appells von Trainer Jürgen Klopp am Vortag auf der Pressekonferenz, doch bitteschön das große Ganze zu unterstützen und sich nicht weiter in die negativen Gefühle rund um den Götze-Wechsel hinein zu spinnen, fraglich, wie die Basis später als Masse im Stadion auf Götzes Erscheinen reagieren würde.

Und dann kam - nichts

Die Fotografenschar, bei Champions-League-Spielen immer deutlich größer in der Anzahl als im Liga-Alltag, positionierte sich daher auch mit der kompletten Truppe vor dem Spielertunnel und wartete auf den ersten öffentlichen Auftritt des 20-Jährigen seit der Bekanntgabe des Transfers.

Und dann kam - nichts. Was sollte auch kommen? Götze lief völlig normal und äußerlich unbeeindruckt im Kreise der Mannschaft aufs Feld. Applaus brandete auf. Er lief sich warm, spielte sich mit Marco Reus und Robert Lewandowski den Ball erst flach, dann hoch zu und spulte einfach sein standardisiertes Warm-Up-Programm ab.

Die Zuschauer hatten da noch keine Gelegenheit, sich auf Götze zu stürzen. Negative Spruchbänder las man zumindest keine. Vielleicht wurden vor den Stadiontoren auch keine zugelassen, wer weiß das schon? Der spannendste Moment vor Anpfiff war ohnehin die Reaktion der Zuschauer auf das Vorlesen der Mannschaftsaufstellung.

"Mit der Nummer zehn, Mario..." intonierte Stadionsprecher Norbert Dickel wie gewohnt. Das "Götze" kam zwar leiser als bei den restlichen zehn Spielern, aber es kam. Keine vernehmbaren Pfiffe.

Ohne besondere Vorkommnisse verschwand Götze wieder in der Kabine, in dieser Phase flimmerte den Zuschauern auch noch einmal Klopps Aufruf vom Vortag entgegen.

Kehl: "Das war die richtige Antwort von ihm"

Als die Partie lief dauerte es 155 Sekunden, ehe Götze das erste Mal - wenn auch nur ganz kurz- an den Ball kam. Keine Pfiffe.

Götze war in diesen Anfangsminuten regelrecht anzumerken, dass er den Ball gerne öfter gehabt hätte. Nicht, um für sich persönlich bereits frühzeitig die Reaktion der Fans abzustecken. Er wollte schnellstmöglich ins Spiel finden. Das dies auch ohne mehrmalige Ballkontakte gelang, zeigte er in der 8. Minute und bewies damit zugleich, welch herausragender Kicker er ist.

Seine stark getimte Hereingabe auf Robert Lewandowski verwertete dieser zum 1:0 für den BVB. In den Sekunden nach dem Treffer liefen mehr BVB-Spieler zu Vorbereiter Götze, als zu Torschütze Lewandowski.

Götze wurde von seinen Kollegen innig geherzt. Am Ende der ersten von vier Jubel-Gelegenheiten war es wie schon kurz vor dem Anpfiff Marco Reus, der Götzes Kopf an seine Brust drückte und ihm einen Klaps mit auf den Weg Richtung Mittellinie gab.

In der Folge spielte Götze frei auf - als wenn nichts gewesen wäre. "Das war die richtige Antwort von ihm. Viele haben ihm das vielleicht auch nicht zugetraut, aber er ist mit seinen 20 Jahren schon sehr, sehr weit", sagte Kapitän Sebastian Kehl. "Wir haben natürlich viele Gespräche mit ihm geführt. Die Mannschaft steht absolut hinter ihm. Alle haben sich auch für ihn besonders gefreut."

Im Stechschritt von dannen

Klopps Appell fruchtete. Dortmunds Fans unterstützten ihr Team bedingungslos, die Konstanz der Lautstärke war beeindruckend und kommt in dieser Form auch im Signal Iduna Park nicht oft vor.

Ein Indiz, wie sehr der Trainer die schwarzgelben Massen erreicht, die ihrerseits trotz der quasi mitgebrachten Verärgerung ein tolles Gespür für die Situation an den Tag legten.

"Was Mario angeht, muss ich unsere Zuschauer loben", honorierte Klopp dann auch nach Abpfiff die "Arbeit" der Fans. "Es hätte alles sein können, weil sie so enttäuscht darüber sind, dass ein Dortmunder Junge geht. Was hier von der ersten Sekunde an los war! Alle Tribünen waren da, sie haben es möglich gemacht, dass sich Mario heute auf Fußball konzentrieren konnte."

Götze selbst, und das war an diesem Abend der einzige Beweis dafür, dass doch etwas anders war als sonst, verließ das Stadion wort- und grußlos.

Im Stechschritt kürzte er zusammen mit Reus die Interviewzone ab, ein dunkelblauer Opel Astra Kombi wartete bereits um die Ecke. Sekunden später fuhren die beiden davon. Viel besser hätte der Abend für Mario Götze nicht laufen können.

Borussia Dortmund - Real Madrid: Daten zum Spiel

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