Real Madrid in der Analyse

Die Probleme der Könige

Von Stefan Rommel
Freitag, 19.04.2013 | 10:54 Uhr
Das Real-Lineup beim Gruppenspiel in Dortmund, das der BVB mit 2:1 gewann
© getty
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Welche Ansatzpunkte gibt es für Borussia Dortmund im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid (Mi., 20.30 Uhr im LIVE-TICKER)? Eine ganze Menge jedenfalls, das haben nicht erst die beiden Partien in der Gruppenphase gezeigt. SPOX stellt ein paar ausgewählte Punkte und die beiden wichtigsten Protagonisten der Königlichen vor.

Die grundsätzliche Ausrichtung

Real Madrid dürfte auf Grund ihrer Ausrichtung die beste Kontermannschaft der Welt sein. Das grundsätzliche 4-2-3-1 mit den dynamischen Ronaldo und di Maria auf den Flügeln ist dafür hervorragend geeignet.

In der zu erwartenden Formation wird sich Ramos vornehmlich um Lewandowski kümmern und Varane der zweite, freie Innenverteidiger sein.

Davor ist die Schaltzentrale mit Alonso und Khedira besetzt. Während Alonso seinen Wirkungskreis fast ausschließlich in der eigenen Hälfte oder rund um die Mittellinie hat, kreist Khedira quasi um Alonso herum. Der Deutsche geht die langen Wege von Strafraum zu Strafraum, hat mit dem Spielvortrag an sich aber relativ wenig zu tun.

Auffällig in Mourinhos Ausrichtung ist die zumeist asynchrone Formation im offensiven Mittelfeld. Ronaldo darf sich mehr Ruhephasen gönnen und muss zum einen nicht so extrem mit nach hinten arbeiten wie Özil und di Maria (mehr dazu auf Seite 3), zum anderen ist der Portugiese auch nicht derjenige, der sich die Bälle mit dem Rücken zum Tor und tief in der eigenen Hälfte in den Fuß spielen lässt.

Hier hat di Maria den deutlich größeren Aufwand zu erledigen. Der Argentinier hält sich oft rund um die Mittellinie auf, um als Anspielstation für den flachen Pass aus der Innenverteidigung oder vom defensiven Mittelfeld bereit zu stehen.

So wird aus der imaginären horizontalen Linie der drei Offensiven eine von links oben nach rechts unten verlaufende Schräge. Tauschen di Maria und Ronaldo die Seiten, ändert sich an der Rollenverteilung nichts, die Achse verschiebt sich aber von links unten nach rechts oben.

Karim Benzema ist der arbeitende Stoßstürmer, der sich zu den anderen drei aber auch gerne ins Mittelfeld zurückfallen lässt, um einen defensiven Mittelfeldspieler oder noch besser einen Innenverteidiger des Gegners mit rauszuziehen.

In den entstanden Raum dahinter laufen dann di Maria oder Ronaldo vom Flügel mit höchster Geschwindigkeit ein. Ein klassischer Real-Angriffszug sieht so aus (siehe Bilder 6 bis 9). Die Großchance di Marias entstand vom Ballgewinn im Mittelfeld bis zum Abschluss am gegnerischen Strafraum aus nur drei Ballkontakten und dauerte lediglich sieben Sekunden.

Sehr markant ist Madrids Verhalten bei Defensiv-Standards. Nahezu alle Feldspieler werden im oder um den eigenen Strafraum gebraucht, keiner davon besetzt einen der beiden Pfosten.

Mourinho zielt hier voll auf den Gewinn des ersten Balles ab und geht damit auch eRisiken ein (siehe Bilder 10 und 11). Die Offensiv-Standards folgen keinem konkreten Muster, kurz ausgespielte Varianten gibt es nur selten. Zumeist ist Ronaldo der Adressat, den man in der Mitte freizublocken versucht.

Seite 1: Reals grundsätzliche Ausrichtung

Seite 2: Schaltzentrale Alonso und ihre Anfälligkeit

Seite 3: Ronaldo als Schwachstelle

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