Zeit, ein Zeichen zu setzen

Von Fatih Demireli
Montag, 22.04.2013 | 22:22 Uhr
Bis auf Mandzukic, den Gomez ersetzt, dürfte Bayern mit dieser Elf auftrten
© getty
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Der FC Bayern spielt eine Saison auf hohem Niveau. Im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen den FC Barcelona (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) müssen die Münchener aber nun die schwierigste Hürde der Saison bewältigen. Dabei hat jeder Bayern-Profi einen Auftrag bzw. eine Aufgabe zu erfüllen. Besonders Manuel Neuer, Javi Martinez und Mario Gomez stehen im Fokus.

Manuel Neuer: 43 Pflichtspiele absolvierte Manuel Neuer in dieser Saison für den FC Bayern, kassierte dabei nur 26 Tore. In 23 Spielen blieb er ohne Gegentor. Dass die Münchener die beste Abwehr Europas haben, ist natürlich auch sein Verdienst. Aber: Wenig Gegentore sind auch ein Dilemma für einen Torhüter, der mitunter nicht gut ausgesehen hat. Konkret: Von den drei Auswärtsgegentoren in der Bundesliga gehen zwei auf Neuers Kappe. Der Bayern-Keeper erzählte vor geraumer Zeit, er halte sich während eines Spiels mit aufwärmenden Ersatzspielern warm. Dennoch scheint Neuer manchmal Probleme zu haben, die Konzentration hoch zu halten, wenn er über einen längeren Zeitraum beschäftigungslos bleibt. Zum ersten Mal in dieser Saison kommt ein Gegner, der Neuer etwas mehr beschäftigen wird als gewohnt. Die Chance für den Nationaltorhüter, ein richtiges Statement-Spiel abzuliefern.

Philipp Lahm: Im Jubeltrubel um Mandzukic, Schweinsteiger, Ribery und Co. kommt Philipp Lahms Würdigung manchmal zu kurz. Dabei spielt der Kapitän des FC Bayern eine überragende Saison. In der Rückwärtsbewegung ist er ohnehin einer der besten seiner Zunft. In dieser Saison ist er besonders offensiv sehr stark: Das Assistkonto weist wettbewerbsübergreifend 16 (!) Tor-Vorlagen auf . Jupp Heynckes weiß, dass auf Lahm Verlass ist. In wichtigen Spielen ist er keiner, der sich versteckt. Javi Martinez sagte neulich, der FC Bayern habe die "besten Außenverteidiger der Welt". Lahm kann - auch im direkten Vergleich mit Dani Alves - nochmals zeigen, dass die Aussage zutreffend ist.

Daniel van Buyten: Er hat den längsten "Streak" aller Bayern-Spieler: Daniel van Buyten hat die letzten fünf Pflichtspiele in Folge gemacht - keiner stand im April länger auf dem Platz. Ein Vertrauensbeweis des Trainers für den Belgier, der in der Hinrunde quasi noch nicht stattfand. Auch für das Duell gegen Barcelona dürfte er die Nase vorn haben, auch wenn sich Konkurrent Jerome Boateng längst wieder stabilisiert hat. Van Buyten wird den defensiveren Part der Innenverteidigung übernehmen, sich vornehmlich um Pedro kümmern müssen. Seine Routine ist gefragt.

Dante: Der Brasilianer in der "Free Role". Gegen Barcelona ist meist ein Innenverteidiger des Gegners ungebunden, das heißt er muss sich anderen taktischen Aufgaben widmen. Diese Rolle fällt im Halbfinale Dante zu, der unbedingt Lionel Messi im Auge behalten und die Defensivorganisation gegen den Argentinier federführend leiten muss. Sergio Ramos, der im letzten Clasico diese Aufgabe mit Bravour erfüllte, ist ein gutes Vorbild. Hinzu kommt: Will Bayern das Spiel machen, ist Dante im Aufbau extrem gefragt. Der Brasilianer kann seine starke Saison krönen.

David Alaba: Als Javi Martinez die bayerische Außenverteidigung (siehe Philipp Lahm) neulich zur Weltelite erkor, war freilich auch Alaba gemeint. Während es bei Lahm keine Zweifel gibt, kann Alaba jetzt den Beweis liefern. Unvergessen ist sein Auftritt im vergangenen Jahr im Estadio Bernabeu, als er kurz nach einem verschuldeten Elfmeter und einer Gelben Karte, die ihn die Finalteilnahme kostete, bärenstark aufspielte und international erstmals Anerkennung fand. Auf den Österreicher kommt diesmal keine leichte und vor allem ungewohnte Aufgabe zu. Mit Dani Alves wird es er mit dem angriffslustigen Rechtsverteidiger der Welt zu tun haben. Gemeinsam mit Franck Ribery muss er dessen Kreise einengen, aber auch, wie er es gerne tut, offensive Akzente setzen.

Javi Martinez: Gegen Barcelona womöglich die wichtigste Figur im Bayern-Konstrukt: Barcas gefährlichste Strategen werden sich um Martinez' herum positionieren. Der Baske muss in Zusammenarbeit mit seinen Nebenleuten den Verkehr zwischen Xavi, Iniesta, Fabregas und Messi nachhaltig stören, damit der FC Bayern eine Chance gegen die ballsicherste Mannschaft der Welt hat. Er hat seine Klasse bewiesen, Wortführer wie Lahm und Schweinsteiger haben unlängst beim Trainerteam seine Wichtigkeit noch einmal hinterlegt. Die Barca-Spiele sind auch für ihn echte Gradmesser.

Bastian Schweinsteiger: Es gibt die Statistik, wonach der FC Barcelona in den letzten 300 Spielen immer 50 Prozent Ballbesitz oder mehr hatte. Auch wenn die Serie der FC Bayern noch nicht so lange andauert, sind es die Münchener ebenfalls gewohnt, den Ball zu behaupten. Schweinsteiger wird eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Hoheit am Ball zu gewinnen. Der Mann mit den meisten Ballkontakten aller Bayern-Spieler muss dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Er muss dort sein, wo es brennt und auch da sein, wenn es bei seiner Mannschaft mal nicht funkt. Form, Willenskraft und Momentum sprechen für Schweinsteiger.

Seite 2: Die Offensive, die Nr. 12 und Jupp Heynckes

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