Celtic Glasgow im CL-Achtelfinale

Mit Depeche Mode gegen das Establishment

Von Thomas Gaber
Dienstag, 12.02.2013 | 14:22 Uhr
Seit 1888 existiert der Glasgow Celtic Football Club
© Getty
Advertisement
Bundesliga
SoJetzt
Die Highlights vom Sonntag mit KÖL-BRE &SCF-BER
First Division A
Live
Anderlecht -
Genk
Serie A
Live
Udinese -
Juventus
Premier League
Live
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Live
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Live
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses

Seit 125 Jahren existiert der Glasgow Celtic Football Club. Ein Mythos, nicht nur in Schottland. Die Geschichte reicht von einer anti-rassistischen Bewegung bis hin zu Rod Stewart und Snoop Dogg.

Sonderzahlungen für besondere Leistungen sind im Fußball seit Jahrzehnten üblich. Die Helden von Bern bekamen 1954 Kühlschränke und Fernseher. 1989 erhielten die DFB-Frauen für ihren EM-Titel ein 40-teiliges Kaffee-Service. Und es ist keine vier Jahre her, da versuchte der FC Kopenhagen aus seinen Spielern Extra-Motivation herauszukitzeln, indem man ihnen für jeden Sieg Porno-DVDs versprach.

Der schottische Fußballer Anthony Watt ging dagegen leer aus. Kein kostenloser Glenfiddich auf Lebenszeit, keine Mitgliedschaft im weltberühmten Royal and Ancient Golf Club of St Andrews, kein Grundstück samt Schafherde in den Highlands.

Dabei machte sich der Stürmer von Celtic Glasgow am 7. November 2012 bereits im Alter von 18 Jahren unsterblich. 72 Minuten waren absolviert im Spiel der Champions-League-Gruppenphase zwischen Celtic und dem FC Barcelona, als Watt beim Stande von 1:0 für Celtic eingewechselt wurde. In der 83. Minute schoss er das 2:0 für die Bhoys in Green - mit seiner ersten Ballberührung überhaupt in der Königsklasse.

55.000 Zuschauer im Celtic Park drehten komplett durch. Und mittendrin ein emotional ergriffener Edelfan Rod Stewart, der sich die Tränen von seinem Sitznachbarn aus dem Gesicht wischen ließ.

"Der Celtic Park wackelte so bedrohlich, dass man es noch in den Highlands spürte. An alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Das war kein Erdbeben, es lagen sich lediglich einige Tausend Celtic-Fans in den Armen", schrieb die schottische Zeitung "Daily Record".

Anthony Watt sorgte an diesem Tag für einen der stolzesten Momente in der schottischen Sportgeschichte. Ein pausbäckiger Teenager hatte das große Barca versenkt und seinen Verein der K.o.-Runde der Champions League ein großes Stück nähergebracht. Eine Belohnung in Form materieller Geschenke gab's nicht, ist aber generell auch nicht nötig, wenn man Spieler von Celtic Glasgow ist.

"Eigentlich könnte ich gleich wieder aufhören mit Fußball. Celtic hat die besten Fans der Welt und ich habe sie alle glücklich gemacht. Etwas besseres wird es wohl nicht geben in meinem Leben als Profi", sagte Watt.

Depeche Mode in Mode

Die Anhänger sind das größte Gut, das der Glasgow Celtic Football Club besitzt. Sie machen jedes Spiel zum Event, ob im heimischen Celtic Park oder auswärts. Wenn die Fans ihren Celtic Song oder den Depeche-Mode-Klassiker "I just can't get enough" schmettern, läuft es bisweilen auch den Gegnern kalt den Rücken herunter.

"Ich habe schon überall auf der Welt gespielt in vielen tollen Stadien. Aber die Atmosphäre im Celtic Park war einzigartig", sagte Barca-Star Xavi, der mit seinem Luftloch nach einem Abschlag von Celtic-Keeper Fraser Forster überhaupt erst Watts Treffer möglich gemacht hatte.

"Die Leute, die es gut mit Celtic meinen, entwickeln eine ganz besondere Leidenschaft. Ihr Leben besteht aus Fußball, aus der Liebe zu Celtic. Das ist historisch bedingt", erklärt Celtics Torhüter-Legende Pat Bonner.

Gegenstück zu den Glasgow Rangers

Die Gründung des Vereins im Jahr 1888 war politisch motiviert. In einer Zeit, als anti-irischer Rassismus in Großbritannien gang und gäbe war, rief eine Gruppe irischer Einwanderer Celtic ins Leben als Gegenstück zum von der britischen Oberschicht protegierten, streng protestantischen und der Krone gegenüber loyalen Rivalen Glasgow Rangers.

Das Kleeblatt im Wappen und die Vereinsfarben grün und weiß sollten die irische Identität deutlich machen. Iren wurden damals im Königreich in vielen Teilen des Alltags diskriminiert, sie waren Menschen zweiter Klasse. Der Fußballklub Celtic sollte alle Einnahmen an die Ärmsten der irischen Emigranten spenden.

Noch heute verstehen sich die politisch links orientierten Celtic-Fans als Underdog. Ihre Abneigung gegenüber den Rangers hat auch durch den Zwangsabstieg des Erzrivalen in die vierte Liga nicht abgenommen.

Seit über einem Jahrhundert wird die Auseinandersetzung zwischen den Unterdrückten und dem Establishment in Großbritannien konserviert, ausgetragen wird sie in Glasgow in den "Old Firm"-Derbys. Diesen Begriff formulierte erstmalig 1904 ein Zeitungskarikist, er bedeutet alte Standhaftigkeit.

Laut Polizei-Statistik verdoppelt sich die häusliche Gewalt in Schottland nach den Derbys. Zwei an Celtic-Coach Neil Lennon addressierte Paketbomben wurden in der letzten Saison abgefangen, im Jahr davor fand Lennon zwei Pistolenkugeln in der Post.

"Lisbon Lions" und die Legende Thomson

Eines haben Celtic und die Rangers gemeinsam: beide Klubs verehren ihre Helden. Im Celtic Park hängen bei jedem Heimspiel Plakate, auf denen die "Lisbon Lions" gefeiert werden. 1967 holten die Bhoys im Finale von Lissabon als erste britische Mannschaft den Landesmeister-Cup durch einen 2:1-Sieg gegen Inter Mailand.

Seitdem haben Spieler wie Bobby Lennox, Tommy Gemmell oder John Clark Gottstatus bei Celtic, der damalige Erfolgs-Trainer Jock Stein sowieso.

Die wohl größte Celtic-Legende ist aber Johnny Thomson, der im September 1931 in einem Old-Firm-Derby tödlich verletzt wurde. Thomson war bei einer Rettungsaktion vor seinem Tor so heftig mit Rangers-Spieler Sam English zusammengeprallt, dass er sich einen Schädelbruch zuzog und wenige Stunden später im Krankenhaus verstarb. Noch heute pilgern Celtic-Fans zu seinem Grab.

Überbezahlte Primadonnen

Dass aber bei Celtic Glasgow die gleichen Gesetzmäßigkeiten gelten wie bei allen anderen Fußballvereinen, musste Trainer Neil Lennon in der laufenden Saison erfahren. Nach einer für Celtic fast schon peinlichen Serie von nur einem Sieg in vier aufeinanderfolgenden Ligaspielen im Herbst 2012 legte er sich mit den Fans an.

"Wenn sie nicht zufrieden sind mit dem, was ich hier tue, dann gehe ich", sagte Lennon nach dem 0:1 gegen Inverness Ende November. Für Pat Bonner lag die Schwächephase der Mannschaft am fehlenden Stadt-Rivalen.

"Der Druck auf Celtic hat nach der Rangers-Demission nachgelassen. Wären die Rangers noch in der Premier League, würde Celtic hinter ihnen liegen", sagte Bonner und drosch gleichzeitig auf die Spieler ein. "Celtic ist gespickt mit überbezahlten Primadonnen, die sich zu fein sind, in Schottland zu spielen."

Mittlerweile hat sich Celtic aber stabilisiert. Seit der Pleite gegen Inverness gab es in elf Spielen zehn Siege, der Vorsprung auf Inverness und Motherwell beträgt 15 Punkte.

Snoop Dogg will investieren

In der Champions League war schon das Erreichen des Achtelfinals ein Riesenerfolg. Sollte Celtic in der Königsklasse für weitere Überraschungen sorgen, dürfte sich auch Snoop Dogg wieder einschalten.

Der Hip-Hop-Star aus den USA hatte nach dem Sieg gegen Barcelona einen Einstieg als Investor bei Celtic in Erwägung gezogen.

Coach Lennon hätte nichts dagegen - unter einer Bedingung: "Das wäre okay - solange ich zu einer seiner Partys eingeladen werde."

Das CL-Achtelfinale im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung