Der FC Bayern vor dem Achtelfinale beim FC Arsenal

Schon mal Probe liegen in London

Von Für SPOX in London: Andreas Lehner
Montag, 18.02.2013 | 20:17 Uhr
Der FC Bayern München am Montagabend beim Abschlusstraining in London
© Getty
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Der FC Bayern ist in London angekommen und bereitet sich auf das Spiel gegen den FC Arsenal vor (Di., 20.30 Uhr im LIVE-TICKER). London soll Anfang und Ende der diesjährigen Champions-League-Saison sein.

Wenn einem der Wettergott gnädig ist, eröffnet sich beim Anflug auf London ein wunderbarer Blick über die Metropole auf der Insel. Tower Bridge, London Eye und die neueste Attraktion The Shard (Die Scherbe) liegen wunderbar ausgebreitet unter einem.

Die Delegation des FC Bayern wurde am Montag von Sonnenschein und weiß-blauem Himmel empfangen. Und so bot sich auch eine gute Aussicht auf die unzähligen Sportstätten dieser Stadt, allen voran das Wembleystadion im Nordwesten und das Emirates Stadium im Nordosten. Zwei Arenen, die dem FC Bayern den Weg in der diesjährigen Champions-League-Saison weisen können.

Müller will "dieses Ding gewinnen"

Am Dienstagabend treten die Münchner im Achtelfinal-Hinspiel im Emirates beim FC Arsenal an, am 25. Mai findet das Endspiel in Wembley statt. Die Spieler gehen mit dieser Tatsache ganz unterschiedlich um. "Ich will einfach mal dieses Ding gewinnen, so schnell wie möglich. Deshalb ist unser Ziel, in diesem Jahr noch mal nach London zu fliegen", sagte Thomas Müller im "Kicker".

Arjen Robben meinte dagegen kurz vor dem Abflug: "Wir sind noch so weit weg. Wir sollten mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben. Jetzt kommt erst mal Arsenal. Vom Finale zu reden, finde ich nicht gut."

Die Ausgangsposition ist dennoch klar: Bayern ist Favorit. Eine Mannschaft, die nach Belieben die Bundesliga dominiert und in den letzten drei Jahren zweimal das Finale in diesem Wettbewerb erreichte, gilt auch in dieser Saison als heißer Titelkandidat. "Wir fahren in Europa zu keiner Mannschaft mehr und sagen: Huh, die sind eine große Nummer. Wir brauchen uns vor keinem verstecken", sagt Müller.

Noch kein Auswärtssieg gegen Arsenal

Dieses Selbstvertrauen versprühten die Münchner auch beim Abschlusstraining am Montagabend im Emirates, das am Dienstag mit 60.361 Zuschauern ausverkauft sein wird. Robben erwartet ein "heißes und schwieriges Spiel in einer guten Atmosphäre". Präsident Uli Hoeneß hat festgestellt: "Arsenal ist zuhause eine Macht."

Die Bayern haben bisher zwei Mal bei den Gunners gespielt (2000 und 2005), aber immer im ehemaligen Highbury. Gewonnen haben die Münchner dort nie (0:1, 2:2). Dass Arsenal am Wochenende im Achtelfinale gegen die Blackburn Rovers aus dem FA-Cup flog, kann man laut Hoeneß "total vergessen". Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat die Niederlage überhaupt nicht gefallen. "Das macht eine Mannschaft wütend."

Letzte Chance für Arsenal

Die Bayern wehren sich gegen die allgemeine Meinung, dass Arsenal zwar ein namhafter, aber kein ernsthafter Gegner für die Münchner ist. Nach dem Aus im Pokal ist die Champions League die einzige verbliebene reelle Titelchance der Gunners. In der Liga ist das Team von Trainer Arsene Wenger erneut weit abgeschlagen.

"Wir müssen am Dienstag stark zurück kommen und eine Reaktion zeigen", forderte Wenger. Von seiner Mannschaft erwartet er eine konzentrierte und fokussierte Leistung. "Es ist wichtig, kein Gegentor zu kassieren. 0:0 ist kein Desaster zu Hause", sagte Wenger. "Es muss in die Köpfe, dass wir 180 Minuten Zeit haben, um uns für die nächste Runde zu qualifizieren. Ich vertraue unserer Qualität und unserem Teamgeist."

In der Vorrunde quälten sich die Gunners in einer Gruppe mit Schalke auf Platz zwei. Respekt haben die Bayern besonders vor der starken Offensive. "Sie haben Spieler, die den Unterschied machen können, wie Walcott oder Cazorla", sagte Robben. "Wenn die einen guten Tag erwischen, kann es schwierig werden."

Auch Lukas Podolski gehört zu diesem Angriff, der Schnelligkeit (Walcott), Wucht (Podolski) und Raffinesse (Cazorla) vereint. Rummenigge fand nette Worte für den ehemaligen Bayern-Spieler. Luka, wie ihn Rummenigge versehentlich nannte, sei ein netter Kerl, mit dem man noch ein gutes Verhältnis pflege. "Ich hoffe nicht, dass er uns einen einschenkt. Das sollte er sich gut überlegen."

Arsenal als Standortbestimmung

Die Stimmung war gut an diesem Montagmorgen bei den Münchnern. Gleichzeitig warnte Rummenigge die Mannschaft aber auch davor, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen, nur weil es in der Liga bisher hervorragend läuft. "Die Champions League ist kein Selbstläufer, die Qualität in diesem Wettbewerb ist sehr hoch."

Die Bayern fragen sich nach dem souveränen Auftakt in die Rückrunde mit fünf Siegen und 13:0 Toren auch selbst noch, wie gut sie wirklich sind. Arsenal soll jetzt der erste richtige Prüfstein sein.

Zwei Ziele gab Rummenigge für das Spiel in London aus: Nicht verlieren und mindestens ein Tor erzielen. "Das ist uns in dieser Saison in jedem Spiel gelungen. Wenn wir das diesmal auch schaffen, haben wir gute Voraussetzungen für das Rückspiel."

Ihr Hotel haben die Münchner übrigens nahe des Regent's Park bezogen, im edlen "The Landmark". Günstigerweise liegt das Hotel ungefähr auf halbem Weg zwischen Emirates und Wembley. Falls es mit dem Finale klappen sollte, wäre die Unterkunft wieder eine Option. Die Bayern können also schon mal Probe liegen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Vermaelen - Wilshere, Arteta - Walcott, Cazorla, Podolski - Giroud

Bayern: Neuer - Lahm, van Buyten, Dante, Alaba - Schweinsteiger, Martínez - Müller, Kroos, Ribéry - Mandzukic

Schiedsrichter: Svein Oddvar Moen (Norwegen)

Bayerns ewige Bilanz gegen den FC Arsenal

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