Midlife-Crisis bei Lahm - Cahill will spielen

SID
Mittwoch, 16.05.2012 | 13:28 Uhr
Philipp Lahm sorgt sich, wie viel Zeit ihm noch für einen internationalen Titel bleibt
© Getty
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Am Samstag (20.15 Uhr im LIVE-TICKER) steigt das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern München und FC Chelsea. SPOX verfolgt die beiden Mannschaften während der Tage vor dem Finale. Heute: Philipp Lahm sorgt sich, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Uli Hoeneß holt zum Rundumschlag aus und Frank Arnesen hilft Chelsea mit Taktikkniffen. Mario Gomez muss kein "Golden Boy" sein.

FC Bayern München

Zeitdruck beim Bayern-Kapitän

Kapitän Philipp Lahm steigert den Druck auf seine Mannschaft: "Zu einer großen Ära gehören internationale Titel. Wenn es in den nächsten Jahren, in denen ich dabei bin, nicht mit Titeln klappt, wird man nicht von einer großen Ära oder einer Goldenen Generation sprechen können. Daran lasse ich mich messen", sagte der 28-Jährige. "Allzu lange haben Spieler wie Basti und ich nicht mehr." Beginnt bei Lahm schon die Midlife-Crisis? Unterstützung erhält der Kapitän zumindest von Vize-Weltmeister Arjen Robben (ebenfalls 28): "Es wird Zeit. Diese Champions League muss man einmal im Leben gewinnen."

Gomez braucht keine Lorbeeren

Lahms Aussage, ein großer Spieler brauche auch große Titel, teilt Mario Gomez nicht unbedingt. "Jeder Sportler will das Maximale erreichen. Wir haben am Samstag eine große Chance, den größten Titel im Vereinsfußball einzufahren. Aber ob ich als "Golden Boy" bezeichnet werde, wenn ich mal 60 Jahre alt bin, oder nicht, ist mir vollkommen egal." Das Finale dahoam empfindet Gomez nicht als zusätzlichen Druck. "Natürlich ist man angespannter als vor anderen Spielen, aber bei mir herrscht pure Vorfreude."

Rundumschlag von Hoeneß

Um den Druck auf die Mannschaft etwas zu mindern, hat Uli Hoeneß mal wieder Schlagzeilen gemacht - ohne ausgeprägten Bayernbezug. Hoeneß echauffierte sich beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer München unter anderem über die Ticket-Preise beim Finale: "Da wird es mir selbst schlecht. Ich betrachte den Fan nicht als Melkkuh."

Für Chelseas Geschäftsmodell gab es dann auch noch Kritik: "Ein Abramowitsch, der 1,1 Milliarden Euro in diesem Verein gesteckt hat, wenn der den Stecker zieht, dann kannst du die als Puzzle am Kiosk kaufen." Auch die deutschen Politiker bekamen ihr Fett weg: "Der Gysi ist ja ein Zirkusclown! Der Wowereit, der von unserem Geld aus Bayern lebt..." Als Würstchen-Magnat dürfte die letzte Aussage wohl eher privater Natur gewesen sein.

München wird rot-weiß

"Mia san mia" ist dem FC Bayern nicht mehr genug. Ab jetzt heißt es "Mia san rot-weiß". "Hängt Fahnen raus oder Laken, zieht eurem Dackel etwas Rot-Weißes an!", forderte Mediendirektor Markus Hörwick. Die Münchener starten vor dem Finale noch eine große Werbekampagne. Neben Spots im Rundfunk werden dafür auch über 2.500 Plakate mit Jubelbildern der Stars in München aufgehängt. "Wir wollen, dass der gesamte Samstag ein Festtag in Rot und Weiß wird", sagt Marketing-Vorstand Andreas Jung. Ob's statt Hoeneß-Würstchen jetzt Pommes Schranke gibt, ist indes noch ungeklärt.

Bayern-Fieber auch in der Wüste

Der Herrscher des Emirats Abu Dhabi, Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan, outete sich als großer Bayern-Anhänger. Fünf große Hoteltürme stehen in Abu Dhabi, an einem hängt in den Tagen vorm Finale ein riesiges Bayern-Logo.

 

FC Chelsea

Cahill steigt wieder ins Training ein

Während Bayern aller Voraussicht nach auf Anatolij Timoschtschuk in der Innenverteidigung setzt, ist die Position bei Chelsea nach den Sperren von Kapitän John Terry und Branislav Ivanovic noch offen. Die Engländer hoffen derzeit auf die Rückkehr von Gary Cahill, der am Dienstag Nachmittag erstmals wieder mit der Mannschaft trainierte und die Einheit unbeschadet überstand. Cahill hatte sich am 24. April im Halbfinale gegen den FC Barcelona am Oberschenkel verletzt. "Ich bin einfach nur glücklich, dass die Verletzung so schnell verheilt ist", sagte der Engländer. "Jeder Spieler auf der Welt will das Champions-League-Finale spielen und ich zähle die Tage." Kleine Hilfe: Vier.

Nachhilfe aus Hamburg

Frank Arnesen hat den Durchblick. Der HSV-Manager erklärt den Chelsea-Anhängern auf der Website der Londoner glasklar die Taktik der Bayern: "Sie spielen mit Außenstürmern und der zweite Stürmer ist ein Mittelfeldspieler, der dahinter spielt." Psychologisch sieht er zudem die Londoner im Vorteil: "Wenn du in der Woche vor dem Champions-League-Finale 5:2 geschlagen wirst, ist das nie gut für's Selbstvertrauen - erst recht, wenn du weißt, dass dir drei Spieler fehlen." Arnesen will seinen Ex-Klub im Stadion unterstützen. Auf die UEFA-Fünfjahreswertung braucht er mit seinem aktullen Verein ja auch nicht zu schielen...

Di Matteo hat keine Lust auf seine Ex

Das Finale ist noch nicht angepfiffen, die englischen Medien spekulieren aber weiter über die Zukunft von Interimscoach Roberto Di Matteo. Der Italiener wird mittlerweile auch mit seinem Ex-Klub Lazio in Verbindung gebracht. Mit verflossenen Lieben hat es Di Matteo allerdings nicht. Zu West Bromwich will er jedenfalls nicht zurück: "In meinem Leben bin ich schon zu einer Ex-Freundin zurückgekehrt und es hat nicht funktioniert." Wenn er die Champions-League gewinnen würde, sei er für größere Aufgaben prädestiniert.

20.000 Londoner ohne Ticket in München?

17.500 Karten gingen offiziell an den FC Chelsea. Die Münchner Polizei rechnet mit ein paar mehr Engländern am Wochenende in München. Zwischen 5000 und 20.000 Chelsea-Fans werden erwartet, die kein Ticket für das Finale haben. Um bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten, arbeiten deutsche und englische Behörden eng mit dem FC Bayern und dem FC Chelsea zusammen. "Wir wissen genau, wann welcher Bus und wann welches Flugzeug mit Chelsea-Fans in München eintreffen wird", sagte Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick am Mittwoch. Neben vielen Tausenden Fans werden auch etliche englische Journalisten im Stadion sein. "Es sind insgesamt 2000 Journalisten für dieses Spiel akkreditiert", sagte Hörwick. Am Samstag um 20.45 Uhr werden ca. 200 Millionen Menschen in über 200 Ländern live am Bildschirm dabei sein.

FC Bayern vs. FC Chelsea: Die Bilanz

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