Der Junge aus der Flachdachhütte

Von Daniel Börlein
Montag, 23.04.2012 | 23:04 Uhr
Cristiano Ronaldo spielt seit 2009 für Real Madrid
© Getty
Advertisement
NFL
Sa21.01.
US-Kommentar gesucht? DAZN lässt dir die Wahl!
Premier League
Live
Arsenal -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Live
Las Palmas -
Valencia
Premier League
West Ham -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Man United (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Watford (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Bromwich (DELAYED)
A-League
Melbourne City -
Adelaide Utd
Primera División
Alaves -
Leganes
Serie A
Atalanta -
Neapel
Eredivisie
Ajax -
Feyenoord
Ligue 1
Nizza -
St. Etienne
Serie A
Bologna -
Benevento
Serie A
Lazio -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Crotone
Serie A
Sampdoria -
Florenz
Serie A
Udinese -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
FC Turin
Primera División
Real Madrid -
La Coruna
Eredivisie
Heracles -
PSV
Ligue 1
Monaco -
Metz
Premier League
Southampton -
Tottenham
First Division A
Genk -
Anderlecht
Serie A
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
Turin – Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Serie A
AC Mailand -
Lazio
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Coppa Italia
Atalanta -
Juventus
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand – Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Coupe de la Ligue
Monaco -
Montpellier
Primeira Liga
Sporting -
Guimaraes
Premier League
Man City -
West Brom (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)
Indian Super League
Mumbai City – Jamshedpur

Cristiano Ronaldo soll Real Madrid im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Bayern (Mi., 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) ins Endspiel schießen. Für manche ist der Portugiese ein selbstverliebter Schönling, für andere einer der besten Spieler des Planeten. Der 27-Jährige hat allerdings auch eine ganz andere Geschichte zu erzählen.

Wer etwas über Cristiano Ronaldo erzählen will, der könnte mit einer Episode aus seiner Zeit bei Manchester United beginnen. Damals, so erzählt man es sich auf der Insel, war das Team von Sir Alex Ferguson unterwegs auf Reisen.

Kurz vor dem Abflug gab es allerdings Probleme um einen Koffer. Das gute Stück war derart vollgepackt und schwer, dass es nicht durch die Abfertigung kam. Der Koffer gehörte Cristiano Ronaldo. Dessen Kollegen sollen ob des peinlichen Zwischenfalls nur mit dem Kopf geschüttelt und gespottet haben: "Sonst passen nicht alle Kosmetika rein."

Ronaldo: Eitler Schönling?

Es ist eine Geschichte, die gut in das Bild passt, das die Öffentlichkeit von Ronaldo hat. Der Portugiese gilt als eitler Schönling und "Narziss" (SZ). Als jemand also, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt hat.

Ronaldo tut wenig dafür, diesen Eindruck zu widerlegen. Er inszeniert sich gerne selbst und mag es, wenn sich alle Blicke auf ihn richten. Wer ihn in seinen Reihen hat, muss damit leben. Die Fans anderer Klubs hingegen verachten ihn dafür.

40-Tore-Marke erneut geknackt

Doch es gibt auch den anderen Ronaldo. Den, der sich in den letzten Monaten "geändert" hat, wie Alvaro de la Rosa, Real-Experte der "AS", kürzlich in der "tz" schrieb. "Er scheint nicht mehr so angespannt und auf sich selbst fokussiert, und das hat sein Spiel auch verbessert."

Die Folgen: Schon jetzt hat Ronaldo die 40-Tore-Marke aus dem letzten Jahr übertroffen. Am Wochenende entschied der 27-Jährige mit seinem Treffer den Clasico beim FC Barcelona und damit die Meisterschaft. Erstmals seit 2008 wird der spanische Titel in diesem Jahr wieder nach Madrid gehen.

Und: Dank Ronaldos acht Treffern und der Vorarbeit zu Mesut Özils wichtigem Auswärtstor im CL-Halbfinal-Hinspiel beim FC Bayern dürfen die Königlichen auch noch vom Triumph in der Königsklasse träumen. Zuletzt gewann Real die Königsklasse vor zehn Jahren.

Mit drei Geschwistern aufgewachsen

Ronaldo ist erfolgreich, und er ist selbstverliebt. Es sind diese beiden Eigenschaften, die den Offensivspieler für die Öffentlichkeit so interessant machen. Doch es gibt auch die andere Geschichte von Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro. Eine Geschichte, die viele längst vergessen haben und über die auch er selbst kaum spricht.

Diese Geschichte beginnt auf einer Anhöhe in Funchal auf der Blumeninsel Madeira. Dort, wo am Ende der Rua da Quinta do Falcao eine kleine gelbe Flachdachhütte steht: Ronaldos Elternhaus.

Hier wächst er auf. Zusammen mit seinem Bruder Hugo und den beiden Schwester Elma und Liliana muss er sich ein Zimmer teilen, eine größere Wohnung kann sich die Familie nicht leisten.

Vater stirbt früh

Ronaldos Vater Jose Dinis, der später im Alter von nur 51 Jahren verstirbt, arbeitet als Platzwart beim ortsansässigen CF Andorinha, die Mutter Maria Dolores geht putzen und kocht in einem Lokal. Das Geld reicht, um die Familie zu ernähren. Immerhin. Vielen anderen, die in der Gegend leben, geht es deutlich schlechter. Der Alltag wird bestimmt von Armut, Drogen und Kriminalität.

Für den kleinen Cristiano gibt es dagegen nur den Fußball. Auf einem Ascheplatz kickt er fast jeden Tag bis spät in die Nacht - und ist immer der Beste. Das allerdings ist ihm nicht so wichtig. Wenn er mit Freunden spielt, will er, dass auch die mal glänzen und treffen. Ihre Freude ist seine Freude.

Trost von der Mutter

Mit seinem Klub CF Andorinha läuft es dagegen weniger gut. Ein Ronaldo alleine ist gegen die reichen Klubs der Insel zu wenig. Er verliert häufig, und kommt damit überhaupt nicht zurecht. Fast nach jedem Spiel fließen Tränen.

Seine Mutter muss ihn trösten, reden will er dann nicht. Sie nimmt ihn in den Arm. Das hilft ein wenig. Vater Jose Dinis hingegen verhält sich distanzierter. Emotionen sind seine Sache nicht. Er ist stolz auf seinen Sohn. Es nach außen zu zeigen, damit tut er sich aber schwer.

Jose Dinis ist dennoch bei jedem Spiel seines Sohnes dabei. Zunächst bei CF Andorinha, später auch bei CD Nacional, wohin Ronaldo im Alter von zehn Jahren wechselt. Schon ein Jahr später wird Sporting Lissabon, einer der größten Klubs des Landes, auf ihn aufmerksam.

Startschwierigkeiten in Lissabon

Der Gedanke, in dem Verein zu spielen, in dem Luis Figo seine ersten Erfolge feierte, gefällt Ronaldo. Sporting lockt ihn mit einem Platz im Vereinsinternat. Die Familie fällt die Entscheidung allerdings schwer, schließlich ist Lissabon rund 900 Kilometer von Madeira entfernt. Vor allem Vater Jose Dinis will seinen Filius nicht verlieren. "Meinen Sohn gebe ich nicht her", soll er gesagt haben. Doch weil Cristiano ihn immer wieder anfleht, gibt der Vater schließlich schweren Herzens nach.

In der neuen Welt in Lissabon findet sich Ronaldo zunächst allerdings gar nicht zurecht. Er hat keine Freunde, ist der jüngste Spieler seiner Mannschaft und wird von seinen neuen Teamkollegen gehänselt. Wie schlecht es ihm geht, will er sich aber nicht anmerken lassen. Er will seiner Familie keine Sorgen machen und beweisen, dass er gut genug für Sporting ist.

Auf dem Platz gelingt ihm das. Schnell erkennen seine Mitspieler, dass auch sie besser sind, wenn Ronaldo auf dem Platz steht. Er wird das Aushängeschild seiner Mannschaft. Zwei Jahre nach seinem Wechsel nach Lissabon zieht Mutter Maria Dolores zu ihm in die Hauptstadt. Nun stimmt auch das Private.

Schulische Probleme nebensächlich

Da ist zu verschmerzen, dass es in der Schule nicht läuft. Statt zwischen den Trainingseinheiten zu büffeln, verbringt Ronaldo die Zeit lieber mit ein paar Freunden und hängt in Lissabonner Einkaufszentren ab. Dass er deshalb sitzen bleibt, ist ihm egal. Am Ende braucht er für drei Klassen sechs Jahre.

Über die schulischen Probleme sieht man bei Sporting großzügig hinweg - immerhin ist Ronaldo vielleicht der beste Spieler, der jemals das grün-weiße Trikot getragen hat. In den folgenden Jahren untermauert er diese These. Er wird zum Aushängeschild der Nachwuchsabteilung des Vereins und ist in seinem Alter das größte Talent des Landes.

Teuerster Fußballer der Welt

Rund drei Wochen nach seinem 17. Geburtstag debütiert er schließlich in Sportings erster Mannschaft, ein gutes Jahr später wechselt er zu Manchester United, wo er in sechs Jahren unter anderem drei Meistertitel und die Champions League gewinnt und zum Fußballer des Jahres 2008 gewählt wird.

Ein Jahr später verpflichtet ihn Real Madrid. Die Spanier zahlen 94 Millionen Euro Ablöse. Er ist nun ein Königlicher und der teuerste Spieler der Welt. Er, der kleine Cristiano aus der gelben Flachdachhütte von der Blumeninsel Madeira.

Cristiano Ronaldo im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung