Nach Halbfinal-Sieg gegen Real Madrid

Bayern und das Finale dahoam - alles kein Zufall

Von Thomas Gaber
Donnerstag, 26.04.2012 | 19:12 Uhr
Arm in Arm zum Champions-League-Triumph? Mario Gomez und Manuel Neuer jubeln in Madrid
© Getty
Advertisement
UEFA Europa League
Do19:30
Galatasaray -
Östersund
Serie A
Fr00:30
Fluminense -
Cruzeiro
International Champions Cup
Fr04:05
Man United -
Man City
Club Friendlies
Fr13:30
Inter Mailand -
FC Schalke 04
1. HNL
Fr20:00
Dinamo Zagreb -
Cibalia
International Champions Cup
Sa11:35
FC Bayern München -
AC Mailand
CSL
Sa13:35
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Sa16:30
St. Petersburg -
Kasan
Club Friendlies
Sa17:00
SC Freiburg -
Feyenoord
Premier League
Sa18:30
Schachtjor Donezk -
Dynamo Kiew
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Macva
Super Cup
Sa20:30
Anderlecht -
Zulte Waregem
Serie A
Sa21:00
Vitoria -
Chapecoense
International Champions Cup
So00:05
Barcelona -
Juventus
International Champions Cup
So02:05
PSG -
Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Senhua -
Beijin Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar

Kontinuierlich hat sich der FC Bayern in den letzten drei Jahren in die europäische Spitze vorgedrängelt. Die Basis für eine sehr erfolgreiche Zukunft ist gelegt, unabhängig vom Ausgang der Saison. Doch eine Frage muss erst noch geklärt werden. Hat die Mannschaft nachhaltig Siegermentalität?

Anfang April verlängerte Mario Gomez seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2016. Was dem überwiegenden Teil der Profifußballer ein Leben lang verwehrt bleibt, war für den Stürmer nicht mehr als ein symbolischer Akt. "Für mich stand lange fest, dass ich hier bleiben werde. Jetzt ist halt die Unterschrift unter dem Papier", kommentierte Gomez recht emotionslos die erfolgreichen Verhandlungen mit seinem Arbeitgeber.

Dabei hätte Gomez auch bei einem anderen Verein unterschreiben können. Das kolportierte Interesse von Real Madrid, inklusive Vertragsangebot, löste mitnichten verstärkte Aufmerksamkeit, geschweige denn eine erhöhte Pulsfrequenz beim 26-Jährigen aus. "Was soll ich woanders, wenn ich schon beim besten Verein bin?", fragte Gomez, um die Antwort gleich selbst zu geben: "Nichts."

Gomez auf Müllers Spuren

Seit 2009 spielt Gomez beim FC Bayern. Drei Jahre, in denen bei weitem nicht immer alles nach Plan lief. Zwischendurch fiel er in der Stürmerhierarchie auf Platz vier zurück und bat den Vorstand um die Freigabe für einen Wechsel zum FC Liverpool. Die Bosse waren dagegen, was sich als äußerst weise Entscheidung entpuppen sollte. Gomez schießt seit nunmehr 18 Monaten Tore am Fließband, seit dem unwiderstehlichen Gerd Müller hatte kein Stürmer des FC Bayern eine derart beeindruckende Quote.

Gomez' Entwicklung zu einem auch international hoch angesehenen Torjäger geht einher mit der Entwicklung einer Mannschaft, die binnen drei Spielzeiten zum zweiten Mal das Finale der Champions League erreicht hat. Damit bewegen sich die Bayern auf einem Terrain, das jahrelang zwei Teams beherrschten, die partout keinen Nebenbuhler duldeten: FC Barcelona und Manchester United.

Die Spitzenposition des FC Barcelona nach dem Halbfinal-Aus gegen den FC Chelsea infrage zu stellen, käme Blasphemie gleich. Die Katalanen haben sich ihre Ausnahmestellung in Europa durch einen über viele Jahre hinweg genialen, nicht kopierbaren, weil so einzigartig schönen Fußball verdient. Und ManUnited wird seine desaströse CL-Saison verkraften.

Löw von Homogenität beeindruckt

Real Madrid hat sich nach vielen traumatischen Erlebnissen im europäischen Fußball wieder rangepirscht. In dieser Saison haben die Königlichen selbst Barcelona den Rang abgelaufen. Mit dem FC Bayern drängelt zudem eine Mannschaft in die Spitze, die sich durch ihre Erfolge in der Champions League abhanden gekommenen Respekt zurückgeholt hat.

"Wir sind an einer herausragenden Mannschaft gescheitert. Die Bayern hatten vielleicht mehr Glück als wir, aber sie haben sich das Finale verdient", sagte Real-Kapitän Iker Casillas in einem Anflug von Bewunderung für die Münchner.

Joachim Löw, der auf Einladung des Bayern-Vorstands am Bankett teilnahm, meinte, es sei "kein Zufall", dass die Bayern nach 2010 wieder im Finale stehen.

"Mich beeindruckt die Homogenität und die Entschlossenheit der Mannschaft. Ein solches Spiel bei Real Madrid abzuliefern, besonders nach dem frühen 0:2-Rückstand, ist alles andere als selbstverständlich", so der Bundestrainer.

"Mia san mia" als Credo

Besser als am Mittwochabend im Bernabeu hat der FC Bayern in Spielen auf höchstem europäischem Niveau in den letzten Jahren nicht gespielt. Zielstrebiges, variables Offensivspiel gepaart mit einer größtenteils funktionierenden Defensive, dem Key-Faktor Manuel Neuer und dem spürbarem Willen, das Finale im eigenen Stadion zu erreichen.

"Die Mannschaft hat dieses Ziel, diesen Traum konsequent verfolgt und nie den Glauben daran verloren, es auch zu schaffen. Das ist imponierend, da muss man den Hut vor ziehen", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Kapitän Philipp Lahm sah sich an das Viertelfinal-Rückspiel 2010 bei Manchester United erinnert, als die Bayern trotz eines 0:3-Rückstands noch ins Halbfinale einzogen. "Das hat uns sicher geholfen. Wir haben schon einmal bewiesen, dass wir Spiele auch auswärts bei den besten Mannschaften drehen können."

Nach dem Elfmeterdrama im DFB-Pokalhalbfinale bei Borussia Mönchengladbach hatte Präsident Uli Hoeneß das verborgene Sieger-Gen der Bayern wiederentdeckt, gleichzeitig die Spieler aber aufgefordert, das "Mia san mia" täglich zu leben. Noch stehen zwei Finalspiele aus, erst dann kann eine Bewertung stattfinden, ob die aktuelle Bayern-Mannschaft nachhaltig Siegermentalität besitzt.

Keine weitere Pleite gegen den BVB

Der Weg des FC Bayern verläuft sehr vielversprechend, gewonnen haben die Münchner aber noch nichts in dieser Saison. In der Bundesliga wurden sie zwei Mal in Folge von Borussia Dortmund abgewatscht und abgehängt. Eine fünfte Pleite gegen den BVB am 12. Mai im Pokalfinale wäre unverzeihlich.

"Die Mannschaft hat sich eine hervorragende Basis geschaffen, eine der erfolgreichsten Saisons der Vereinsgesichte hinzulegen. Sie muss aber erst noch die Ernte einfahren. Deswegen wird der Fokus nach diesem tollen Erlebnis von Madrid sofort wieder auf die nächsten Spiele gerichtet. Wir haben noch zwei ganz große Ziele", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Gegen Dortmund und im CL-Finale gegen den FC Chelsea muss die Mannschaft Hoeneß' Aussage in Madrid, der FC Bayern gehöre "eindeutig zu den Großen der Welt" rechtfertigen.

Dante verstärkt Abwehr

Unabhängig vom Ausgang der Saison hat der FC Bayern aber auch eine Basis für die Zukunft geschaffen. Mit Manuel Neuer steht einer der besten Torhüter der Welt im Kasten, Holger Badstuber und Jerome Boateng bilden ein starkes Innenverteidiger-Duo und mit der Verpflichtung von Dante wird das Abwehrzentrum sinnvoll ergänzt.

David Alaba ist mit 19 Jahren schon auf dem besten Weg, Publikumsliebling zu werden. Der Österreicher rechtfertigt das Vertrauen von Heynckes bravourös und er bringt alles mit für eine große Karriere.

Toni Kroos hat unter seinem Förderer Heynckes den Sprung zum Führungsspieler geschafft und die mitunter launischen Stars Franck Ribery und Arjen Robben wollen noch lange beim FC Bayern bleiben. Und ganz vorne spielt ja noch der erfolgreichste Goalgetter seit dem Bomber.

Mario Gomez im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung