Fussball

Zanetti: "Wir hungern nach Erfolg"

SID
Ein seltenes Bild dieser Tage. Inter will gegen Lille einen Schritt aus der Krise machen
© Getty

Vor eineinhalb Jahren feierte Inter Mailand noch das Triple. Seitdem ging es steil bergab. In der Liga rutschte der Traditionsklub auf Rang 17. Das Champions-League-Duell gegen Lille (20.30 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) wird zum Strohhalm.

Fehlstart, Schulden, Pöbel-Plakate: Inter Mailand ist eineinhalb Jahre nach dem Triple im freien Fall. In der Liga rutschte der 18-malige italienische Fußball-Meister in die Abstiegszone, lediglich in derChampions League lief es bislang nach Plan. Am Mittwoch kommt der OSC Lille (20.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Ranieri mit Durchhalteparolen

Trainer Claudio Ranieri behilft sich in der misslichen Lage mit Durchhalteparolen. "Ich glaube an mein Team", sagte der Coach, der die verunsicherte Mannschaft erst Ende September übernommen hatte. "Wir müssen bis Weihnachten abwarten und schauen, wo wir da stehen", sagte Ranieri und schob voller Hoffnung nach: "Ich glaube an die Spieler und an ihren Stolz."

Die Spieler selbst konnten das Vertrauen des Trainers zuletzt nicht rechtfertigen. Am Samstag gab es im Klassiker gegen Juventus Turin (1:2) den nächsten Rückschlag, der schlechteste Liga-Start seit 1946 war perfekt. Elf Punkte hat Inter schon Rückstand auf Tabellenführer Juventus. "Die Schwarzblauen stehen einen Schritt vor der Serie B", warnte sogar die "Gazzetta dello Sport".

"Hungern nach Erfolgen"

Auch die Spieler waren ratlos. Kapitän Javier Zanetti brachte die Stimmung auf den Punkt: "Wir hungern weiterhin nach Erfolgen, doch wir begreifen nicht, warum wir keinen Sieg schaffen." Vereinspräsident Massimo Moratti hatte nach der Pleite gegen Juve das Stadion San Siro wortlos verlassen.

In der Königsklasse liegt Inter in der Gruppe B mit sechs Punkten aus drei Spielen noch einigermaßen auf Kurs. Mit einem Sieg am Mittwoch gegen Lille wäre das Tor zur K.o.-Runde weit aufgestoßen. Mut macht das Ergebnis aus dem Hinspiel (1:0).

Samuel Eto'o wird schmerzhaft vermisst

Der Grund für die Krise liegt vor allem in den Personalentscheidungen des Klubs. Inter spürt schmerzhaft den Verlust des nach Russland gewechselten Samuel Eto'o, der jedoch kaum zu halten gewesen wäre. Der russische Verein Anschi Machatschkala hatte eine Ablösesumme von 27 Millionen Euro überwiesen und zahlt dem Stürmer ein Netto-Jahresgehalt von 20 Millionen Euro.

Neben der sportlichen Talfahrt macht der Renommierklub auch mit seinem finanziellen Defizit Schlagzeilen. Die Mailänder schlossen das Geschäftsjahr 2010/11 mit einem Minus von 86,8 Millionen Euro ab. Im Geschäftsjahr 2009/2010 lagen die Verluste bei 69 Millionen Euro. Um die Verbindlichkeiten zu tilgen, beschloss Moratti, eine Kapitalaufstockung in Höhe von 40 Millionen Euro in die Wege zu leiten.

Fans machen zusätzliche Probleme

In der schwierigen Phase machen die Fans zusätzliche Probleme. Der Vizemeister wurde zur Zahlung einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt, weil seine Tifosi im Duell mit Juve Spruchbänder mit Beleidigungen gegen Juve-Präsident Andrea Agnelli sowie gegen den Anhang des Gegners ausgerollt hatten. Die Inter-Tifosi wünschten den Juve-Fans sogar den Tod und sorgten damit für den vorläufigen Tiefpunkt in der Krise des Traditionsklubs.

Die Gruppe B im Überblick

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