Nordirlands Kultstar Liam Beckett im Interview

"Wie Lämmer auf dem Weg zur Schlachtbank"

Von Interview: Carsten Germann
Montag, 12.09.2011 | 12:34 Uhr
Liam Becket (unten rechts knieend, mit Vollbart) und die Crusaders kassierten in Bukarest ein 0:11
© Johnston Press
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Primera División
Leganes -
Alaves
First Division A
Lüttich -
Zulte Waregem
Ligue 1
Metz -
Monaco
Championship
Burton Albion -
Birmingham
Primera División
Valencia -
Las Palmas
J1 League
Gamba -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
West Ham -
FC Southampton
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
Deportivo -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia

Die Kreuzritter tauchten am Nachmittag in Bukarest auf - und holten sich eine historische Tracht Prügel ab. Im Oktober 1973 verlor der nordirische Meister FC Crusaders Belfast beim rumänischen Titelträger Dinamo Bukarest im Europacup der Landesmeister mit 0:11. Wenn Liam Beckett (60) an diesen ominösen Oktoberabend denkt, plagen den ehemaligen Mittelfeldspieler aus Nordirland auch nach fast 40 Jahren noch Albträume. Mit den Crusaders schrieb Beckett in der "Albtraumnacht in Bukarest" (uefa.com) ein trauriges Kapitel Europacup-Geschichte. Es ist die bis heute höchste Europapokal-Schlappe, die je ein Team einstecken musste.

"Wahrscheinlich", mutmaßt Liam Beckett rückblickend mit einem Zwinkern, "fühlten wir uns nach dem Hinspiel zu sicher." Die erste Partie im Windsor Park von Belfast hatten die Nordiren nur 0:1 verloren. In Bukarest ging aber alles ganz schnell. Schon zur Pause hieß es 0:4 aus Sicht der Crusaders, ehe es danach zweistellig wurde. Rumäniens Klassestürmer Dudu Georgescu und Mittelfeldspieler Radu Nunweiler trafen beim Kreuzritter-Bashing jeweils vier Mal für Dinamo. Treffer von Florea Dumitrache und Constantin Dinu sowie ein Eigentor von Liam Beckett sorgten für das geschichtsträchtige 0:11.

Schalkes Euro-League-Gegner HJK Helsinki kam im Juli 2011 in der Champions-League-Qualifikation gegen die Waliser von Bangor City mit einem 10:0 dieser Bestmarke gefährlich nahe. Aber besser schlafen kann Liam Beckett deshalb nicht. Der damals 22-Jährige bleibt dabei: "Bukarest wird wohl für immer die unwirklichste Nacht meines Lebens bleiben." Sie machte Beckett und die Crusaders zu unvergessenen Anti-Helden. Nicht nur in Nordirland.

Wie schneiden die deutschen Klubs in der Gruppenphase ab? Jetzt durchtippen!

Im Interview mit SPOX spricht Beckett über die Klatsche von Bukarest, einen Affen auf seinem Rücken, die Beatles, wilde Zeiten in Belfast und sein Idol George Best.

SPOX: Mister Beckett, woran denken Sie, wenn Sie den Namen Dinamo Bukarest hören?

Liam Beckett: Ich zittere immer noch. (lacht) Im Oktober 1973 sind wir als gutes Team aus Nordirland nach Rumänien gefahren. Das dachten wir zumindest, aber wir waren für Europa überhaupt nicht bereit, waren viel zu unerfahren. Wir waren wie Lämmer auf dem Weg zur Schlachtbank. Auch wenn es eigenartig klingt: Wir waren trotz des 0:11 besser, als es das Ergebnis aussagt. Wir haben versucht, anzugreifen, standen aber viel zu offen und Dinamo hat das voll ausgenutzt.

SPOX: Es soll also keiner sagen, Sie hätten sich nicht gewehrt...

Beckett: Das haben wir zumindest versucht. (lacht) Unser Trainer Billy Johnston hat uns vor dem Spiel gesagt, dass wir den Ball halten sollen. Aber den haben wir immer nur beim Anstoß gesehen. Spaß beiseite: Ich habe mit den Crusaders und später mit dem FC Coleraine oft im Europacup gespielt und wir hatten in den späten Siebzigerjahren wesentlich erfolgreichere Tage als diesen. Damals gab es im Meistercup noch keine Qualifikationsrunden und das war ein Vorteil.

SPOX: Aber Bukarest bleibt unerreicht.

Beckett: Ja, auch wenn wir zwei Jahre später mit dem FC Coleraine (als nordirischer Pokalsieger, die Red.) gegen Eintracht Frankfurt gespielt und in der Addition 3:11 verloren haben. Das war hart. Dafür haben wir 1977 bei Lokomotive Leipzig ein 2:2 erzielt.

SPOX: Klingt nach einem guten Ergebnis.

Beckett: Exakt. Die Leipzig-Fans rissen vor Wut die Sitzbänke heraus und feuerten sie auf den Rasen. Das war ihre Art des Protests. In Erinnerung ist mir aber auch die Anreise geblieben. Wir flogen zunächst nach West-Berlin. Man brachte uns dann zum berühmten Checkpoint Charlie und dann mit dem alten Mannschaftsbus von Lokomotive Leipzig zum Stadion.

SPOX: Zurück ins Jahr 2011. Haben Sie sich im Juli gewünscht, dass HJK Helsinki den Stempel der höchsten Europacup-Pleite an Bangor City weiterreicht?

Beckett: Das hätte ich mir in der Tat gewünscht. (lacht) Auf diesen Rekord bin ich nicht besonders stolz, obwohl wir von einer extrem starken Mannschaft überrollt wurden. In Nordirland gab es damals politische Unruhen und die Fans in Rumänien nahmen darauf Rücksicht. Ich habe diese Nacht angesichts der großartigen Gastfreundschaft genossen - aber natürlich nicht wegen des Ergebnisses. Und im Juli dachte ich mir beim Blick auf die Champions-League-Qualifikationsspiele: Hätte Helsinki nicht noch ein Tor mehr schießen können? Dann wäre ich endlich diesen Affen losgeworden, der mir seit Bukarest auf dem Rücken sitzt.

SPOX: Was werden Sie tun, wenn der Rekord eines Tages tatsächlich gebrochen wird?

Beckett: Ich werde den Trainer des Siegerteams anrufen und ihn nach Belfast auf ein Glas Guinness einladen. (lacht) Ehrlich, ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn ich diese Last von meinen Schultern bekäme.

 

Hier geht's zu Teil 2: Beckett über Hölzenbein, Miniröcke und George Best

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung