FC Bayern in Villarreal: Quälen - aber richtig

Von Thomas Gaber
Mittwoch, 14.09.2011 | 16:20 Uhr
Der letzte Auftritt der Bayern in der Champions League: Achtelfinal-Aus gegen Inter Mailand
© Getty
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In der Bundesliga dominiert der FC Bayern. Nach dem Geschmack von Bastian Schweinsteiger aber mit zu viel Aufwand. Trainer Jupp Heynckes glaubt dennoch ans große Ganze in der Champions League. Auch Gegner Villarreal hält viel von sich.

Der FC Bayern München genießt in Spanien keinen besonders guten Ruf. Mark van Bommel wurde von seinen Kollegen vom FC Barcelona ausgelacht, als er im August 2006 vor versammelter Mannschaft seinen Wechsel zum FC Bayern bekanntgab.

Im Umfeld von Real Madrid werden die Bayern nicht geliebt, aber wenigstens respektiert. In unregelmäßigen Abständen war La Bestia Negra (die schwarze Bestie) in den letzten Jahren präsent, allen voran der verhasste Oliver Kahn.

Im Südosten des Landes zieht der Name Bayern München nicht wirklich. Wenn der FC Villarreal am Mittwoch zum Auftakt der Champions League gegen die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes antritt, werden wohl einige Plätze im Estadio El Madrigal leer bleiben.

Gomez eckt an

Dabei kommt ein Gegner ins beschauliche Villarreal, der in den letzten Wochen durchaus beeindruckte - selbst so manchen Spanier. "Die Bayern fegen wie ein Tornado durch die Bundesliga, der alles zerstört", schrieb "superdeporte.es", ein Portal, das sich in erster Linie mit Villarreal und dem FC Valencia beschäftigt.

Die Destroyer aus Deutschland machten sich nach der Ankunft nicht gerade Freunde. Mario Gomez verweigerte die Bitte eines Journalisten, seine Spanischkenntnisse zum Besten zu geben, mit dem Satz: "Ich bin hier nicht auf Kulturreise, sondern um das Spiel zu gewinnen."

Mit erfolgreichen Fußballspielen kennt sich der FC Bayern derzeit bestens aus. Nach der Auftaktpleite in der Bundesliga gegen Mönchengladbach hat sich die Mannschaft in kurzer Zeit einen Stil angeeignet, der alle erfolgsversprechenden Attribute im Fußball vereint: Hohe Laufbereitschaft, Aggressivität, Präzision, schnelles Umschalten nach der Balleroberung und eine funktionierende Defensive.

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Heynckes: "Die Mannschaft hat viel Klasse"

Bauherr Heynckes ist keineswegs überrascht, dass seine Arbeit bereits reife Früchte trägt. "Meine Mannschaft hat viel Klasse. Und sie arbeitet im Training ganz hervorragend", sagte der Coach. Heynckes ist sich sicher, dass die Qualität des Kaders ausreicht, um nicht nur die heimische Liga aufzumischen.

"Die Möglichkeit, in der Champions League über uns hinauszuwachsen, ist zweifelsohne da", so Heynckes. Der FC Bayern würde zu gerne verhindern, dass am 19. Mai 2012 Fremde den eigenen Garten betreten.

"Dass das Finale in München stattfindet, belastet uns nicht", versichert Thomas Müller, "ehrlich gesagt ist das bei uns überhaupt kein Thema. Wir sind viel zu weit weg, um über ein Finale nachzudenken."

Schweinsteiger fordert Zurückhaltung

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge betonte, dass die Mannschaft angesichts der Qualität der Gruppengegner aufpassen müsse, "dass aus dem Traum Finale im eigenen Stadion kein Albtraum wird."

Gleich der Auftakt habe es in sich. "Der spanische Fußball ist im Moment der beste, den Europa zu bieten hat, das ist das Maß aller Dinge. Man benötigt schon höchste Konzentration, um kein Missgeschick zu erleben", so Rummenigge.

An mangelnder Konzentrationsfähigkeit hat der FC Bayern derzeit nicht zu leiden und auch nicht an einem gewissen Maß, sich für den Erfolg zu qüälen. Doch in diesem Punkt mahnt Bastian Schweinsteiger zu etwas Zurückhaltung.

"Wir haben in den letzten Spielen viel Aufwand betrieben. Wir müssen in Zukunft auch mal klug spielen, um unsere Kräfte zu schonen. Wir müssen mal eine 2:0-Führung verwalten und auf Ergebnis spielen, besonders international", sagte der Vizekapitän der "Bild"-Zeitung.

In der letzten Saison schenkten die Bayern viele Punkte nach einer Führung her, in Köln und beim AS Rom ging man sogar nach einer 2:0-Führung punktemäßig leer aus.

Villarreals Plan: Den Bayern weh tun

An ein Gegentor kann sich die aktuelle Bayern-Mannschaft aber kaum noch erinnern. Torhüter Manuel Neuer wurde von der "Süddeutschen Zeitung" schon als "teuerster Arbeitsloser Deutschlands" bezeichnet. Am Mittwoch könnte es mit der Ruhe aber vorbei sein. Der FC Villarreal hat andere Offensivqualitäten als Kaiserslautern, Freiburg oder der HSV.

"Nilmar und Rossi sind zwei exzellente Stürmer. Villarreal spielt zuhause und wird Druck machen", sagte Heynckes. Dass der Gegner die Initiative übernimmt, ist Neuland für die Bayern in dieser Saison, der Ausgang daher keineswegs vorhersehbar.

In seiner derzeitigen Verfassung hat der FC Bayern jedoch auch den Dritten der letzten Saison der Primera Division nicht zu fürchten.

Auch Villarreal erstarrt nicht in Ehrfurcht vor den Münchnern. "Wir haben die Qualitäten, allen Mannschaften in Europa weh zu tun. Das werden auch die Bayern spüren", kündigte Torhüter Diego Lopez an.

Nicht ohne Grund. Villarreal hat noch kein Champions-League-Heimspiel verloren. Und die Bayern haben seit zehn Jahren nicht mehr in Spanien gewonnen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Villarreal: Diego Lopez - Zapata, Mussachio, Gonzalo, Oriol - Bruno, Marchena, Marcos Senna, Cani - Nilmar, Rossi

Bayern: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Luiz Gustavo, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Ribery - Gomez

Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei)

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