FCB-Boss über Financial Fairplay und BVB-Probleme

Hoeneß: Barca ist unser Maßstab

Von SPOX
Dienstag, 23.08.2011 | 15:01 Uhr
FCB-Präsident Hoeneß: "Eine Katastrophe, wenn im Land des Weltmeisters Spiele abgesagt werden"
© Getty
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Uli Hoeneß hat sich vor dem Playoff-Rückspiel in der Champions League beim FC Zürich zu Wort gemeldet. Der Bayern-Präsident über die Folgen eines Scheiterns in den Playoffs, den Streik in Spanien, die Übermacht des FC Barcelona und die Möglichkeiten durch das Financial Fairplay. Zudem traut er Borussia Mönchengladbach durchaus eine Überraschung zu.

Im Züricher Letzigrund will der FC Bayern am Dienstag (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) die Weichen für die komplette Saison stellen.

Beim Rückspiel (Hinspiel: 2:0) gegen den FC Zürich geht es für den deutschen Rekordmeister um nicht weniger als die Teilnahme an der Champions League in dieser Saison - für die Bayern eins der wichtigsten Spiele des Jahres.

"Katastrophe für Verein, Spieler, Fans, Image"

Das weiß Uli Hoeneß nur zu gut. In einem Interview mit der Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" warnt der Bayern-Boss noch einmal eindringlich vor den Folgen eines möglichen Scheiterns. "Sollte Bayern in einem Jahr, wo das Finale der Champions League in unserem Stadion stattfindet, nicht dabei sein, wäre das eine Katastrophe für Verein, Spieler, Fans, Image."

Auch wenn immer wieder kolportiert wird, die Bayern würden jetzt schon auf das Finale im Mai nächsten Jahres in der heimischen Allianz Arena schielen, hält Hoeneß in der Beziehung den Ball richtig flach.

Barca als Maßstab

Für den Bayern-Präsident gibt es derzeit mindestens eine Mannschaft, die den Bayern um einiges voraus ist. "Es ist nicht unser Ziel, ins Endspiel zu kommen. Wenn man Real Madrid und den FC Barcelona spielen sieht, können wir derzeit nicht behaupten, dass wir die Champions League gewinnen. Es kann ja sein, dass man schon im Achtelfinale auf einen der beiden trifft."

Besonders Barca sieht Hoeneß als Vorbild. "Man darf sich auch nicht völlig verrückt machen lassen. Es wird sich dann zeigen, ob sie so einen Fußball über das ganze Jahr zeigen können. Aber derzeit ist das der Maßstab, an dem sich auch Bayern orientieren muss. Auch wie Barca im Champions-League-Finale mit einem Gegner wie ManU gespielt hat, hat mich schwer beeindruckt."

Sorge wegen Streik in Spanien

Dass die Katalanen bislang noch kein Ligaspiel bestritten haben, weil die Profis in Spanien nun auch den zweiten Spieltag bestreiken, bestätigt Hoeneß in seinen Warnungen vor einem möglichen Kollaps in den großen Ligen - auch wenn ihm der Ausstand in Spanien durchaus Angst macht.

"Langsam aber sicher kriege ich Recht. Das beste Finanzinstitut kann nicht ewig stillhalten, wenn die Gelder nicht fließen. Aber ich reibe mir deswegen nicht die Hände, sondern beobachte das mit Sorge. Es ist eine Katastrophe, wenn im Land des Weltmeisters Spiele abgesagt werden!"

"Wie Taschenmesser gegen Säbel"

Eine Möglichkeit, der finanziellen Schieflage in vielen europäischen Ligen entgegenzutreten, sieht Hoeneß in der Einführung des Financial Fairplay. "Michel Platini und die UEFA sind da auf einem guten Weg. Man will das Financial Fairplay durchsetzen, das würde den Fußball von den Wurzeln her ändern. Aber das geht nur, wenn man nicht irgendwelche Sonderrechte für große Klubs einführt. Es muss mehr als ein Lippenbekenntnis sein."

Wie von Hoeneß schon prognostiziert, würde hier die Chance für die deutschen Klubs liegen, endlich wieder mit der zahlungskräftigen Konkurrenz aus Spanien und England aufzuschließen.

"Für uns wäre das perfekt. Es würde endlich wieder Chancengleichheit herrschen. Es kann doch nicht sein, dass ein Team, das die Champions League gewinnt, in einer Saison 100 Millionen Euro Schulden macht! Das ist, als wenn man mit einem Taschenmesser gegen einen Säbel kämpft."

Hoeneß sieht Probleme für den BVB

Nach dem Holper-Start mit der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach kommen die Bayern in der Bundesliga immer besser in Tritt. Nichts weniger als die deutsche Meisterschaft fordert Hoeneß von seiner Mannschaft und Trainer Jupp Heynckes.

"Es ist für uns in jedem Jahr der wichtigste Titel. Letzte Saison als Dritter war es schon schlimm genug", so der 59-Jährige. Auf den vermeintlich schärfsten Konkurrenten Borussia Dortmund sieht er in den nächsten Wochen und Monaten durchaus Probleme zukommen.

"Der BVB hatte eine überragende Saison. Aber man hat jetzt schon gesehen, wie es ist, wenn man unter der Woche x Nationalspieler im Einsatz hat. Dazu wird die Champions League kommen, wo der BVB als ungesetzte Mannschaft eine schwere Gruppe bekommen wird. Jeden Mittwoch oder Donnerstag werden die Spieler total fertig nach Dortmund zurückkehren. Da muss man mal sehen, wie sie damit umgehen können."

Überraschungsmannschaft Gladbach?

Der anderen Borussia aus Mönchengladbach traut er in dieser Saison nach deren Traumstart noch einiges zu.

"Lucien Favre hat bisher wirklich großartige Arbeit geleistet. Er ist alleinverantwortlich dafür, dass Gladbach letzte Saison nicht abgestiegen ist. Dabei hat er eine fast unmögliche Mission übernommen. Aber auch wenn dort momentan eine riesige Euphorie herrscht, glaube ich nicht, dass Gladbach Meister wird. Ein Platz unter den ersten 6 wäre doch nicht schlecht, oder?"

Das ist der FC Bayern

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