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FC Arsenal unter Zugzwang

SID
Nach verpatztem Ligastart droht Arsenal-Coach Wenger nun auch der K.o. in der Champions League
© Getty

Nach dem Fehlstart in der Liga droht dem FC Arsenal auch in der Champions League der K.o.. Die Mannschaft von Arsene Wenger steckt nach den Abgängen von Cesc Fabregas und Samir Nasri mitten im Umbruch.

Udinese - FC Arsenal (20.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Beim FC Arsenal geht die Angst um. Ausgerechnet vor dem so immens wichtigen Millionen-Spiel bei Udinese stecken die Gunners in einer der größten Krisen ihrer jüngeren Klub-Geschichte.

Der Start in der Premier League ging mit einem Punkt aus zwei Spielen gründlich daneben, die Mannschaft steckt nach den Abgängen der Superstars Cesc Fabregas und Samir Nasri mitten im Umbruch und der allmächtige Teammanager Arsene Wenger hat zu allem Überfluss auch noch einen Haufen Ärger mit der UEFA.

Wenger darf im Playoff-Rückspiel allerdings nun doch auf der Trainerbank sitzen. Nachdem der FC Arsenal Berufung gegen die Sperre seines Teammanagers eingelegt hatte, entscheidet die UEFA erst nach der Begegnung beim italienischen Klub Udinese am Mittwoch über das Strafmaß.

Wenger hatte bereits für das Hinspiel gegen Udine (1:0) ein Innenraum-Verbot erhalten, trotzdem aber während der Begegnung via Mikrofon mit seinem Assistenten Pat Rice Kontakt aufgenommen. Arsenal wurde außerdem mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro belegt.

Arsenal seit 1998 immer in der Königsklasse dabei

Die 10.000 Euro sind dabei noch das geringste Übel, würde den Klub doch ein Verpassen der lukrativen Königsklasse mindestens 28 Millionen Euro kosten. Und das ist dem 13-maligen englischen Meister seit 1998 nicht mehr passiert.

Seitdem musste der Klub zwar in den vergangenen fünf Jahren viermal in die Qualifikation, am Ende stand aber jeweils der souveräne Einzug in die Champions League.

"Wir leben derzeit unter Verhältnissen, in denen jede Niederlage gleich eine Schande oder ein Erdbeben ist. Wir sind bei Niederlagen alle enttäuscht, aber wir stehen erst am Anfang der Saison", mahnt Wenger zur Ruhe. Es ist wohl die schwierigste Zeit des Franzosen, seit er vor fast 15 Jahren im Norden Londons seinen Dienst angetreten und den Verein zu drei Meistertiteln und vier Pokalsiegen geführt hat.

Offensive mit Ladehemmung

Der Ruhm vergangener Tage ist aber schnell verblasst, wenn der Erfolg ausbleibt. Am Sonntag kassierte der FC Arsenal eine 0:2-Heimniederlage gegen den FC Liverpool. Damit blieb die einstmals so hochgelobte Offensivabteilung auch im zweiten Ligaspiel ohne eigenen Treffer, was dem Klub letztmals 1969/70 unterlief.

Dass dies so ist, liegt mit Sicherheit auch an den kaum zu ersetzenden Abgängen der Stars Cesc Fabregas (FC Barcelona), Emmanuel Eboue (Galatasaray Istanbul) und Gael Clichy (Manchester City), die rund 50 Millionen Euro in die Klubkasse spülten.

Kurz vor dem Abflug nach Italien kam auch noch die Nachricht vom Wechsel des nächsten Hochkaräters: Samir Nasri geht zu Manchester City, was weitere 25 Millionen Euro einbringen soll.

Verletzungspech kommt hinzu

Doch nicht nur die vielen Abgänge machen dem Klub zu schaffen. Erschwerend kommt für Arsenal das Verletzungspech (Jack Wilshere, Johan Djourou, Laurent Koscielny) hinzu. Alles andere als gute Vorzeichen.

Und dass Udine nicht zu unterschätzen ist, bewies die Mannschaft im Hinspiel. 18:12 Torschüsse standen unter dem Strich für die Italiener zu Buche, getroffen hat aber nur Theo Walcott.

"Wir sind in der Lage, dorthin zu fahren und zu gewinnen", sagte Mittelfeldspieler Aaron Ramsey. Es wäre nicht das Schlechteste vor einer wegweisenden Woche, denn auch in der Liga wartet am Sonntag mit dem Auswärtsspiel bei Manchester United in Old Trafford die nächste Herkulesaufgabe.

Sturm Graz - BATE Borissow (20.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Für den deutschen Trainer Franco Foda in Diensten von Sturm Graz lebt es sich recht entspannt. Nach dem 1:1 im Hinspiel beim weißrussischen Klub FC BATE Borissow ist die Champions League zum Greifen nah.

Sturm Graz könnte mit der Qualifikation an alte Zeiten anknüpfen. Zuletzt waren sie in der Saison 2000/2001 für die Gruppenphase qualifiziert. "Ich will das sportlich höchste Ziel erreichen, aber uns stehen noch 90 schwierige Minuten bevor", sagte Foda.

Benfica Lissabon - FC Twente (20.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Ebenfalls Unentschieden (2:2) trennten sich Benfica Lissabon und der FC Twente. Damit haben die Gastgeber aus Protugal die besseren Chancen, die Qualifikation für die Champions League perfekt zu machen.

Doch trotz der zwei Auswärtstore will Benfica-Coach Jorge Jesus mutig nach vorne spielen: "Es wird ein sehr ausgeglichenes Spiel zwischen zwei guten Mannschaften geben. Twente hat tolle Spieler und spielt gut nach vorne, aber wir wollen mit einem Sieg in die Gruppenphase einziehen."

Aber auch Twente ist vor dem Spiel zuversichtlich. "Es ist wichtig, dass wir kein Gegentor zulassen. Wenn wir das schaffen, haben wir eine gute Chance, weiterzukommen. Ich habe großes Vertrauen in unsere Offensive. Ich bin sicher, dass sie in Lissabon zuschlagen wird", sagte Twente-Keeper Nikolay Mihaylov im Vorfeld der Partie.

Rubin Kazan - Olympique Lyon (17.45 Uhr im LIVE-TICKER)

Mit einem 3:1-Sieg aus dem Hinspiel fahren die Franzosen nach Russland. Gute Voraussetzungen für Lyon, in die Champions League-Gruppenphase einzuziehen.

Der Torhüter des russischen Klubs, Sergei Ryzhikov, kündigt jedoch an, dass sich Kazan nicht kampflos geschlagen geben will. Es bestünde weiterhin die Chance, das 1:3 aus dem Hinspiel vor heimischen Publikum umzudrehen.

"Im Hinspiel war mehr für uns drin", sagte der 30-Jährige bei "UEFA.com". "Wir hatten drei hundertprozentige Chancen, konnten aber keine verwerten und lagen anschließend mit 0:1 hinten."

Im Rückspiel wollen sie effektiver mit ihren Chancen umgehen.

Viktoria Plzen - FC Kopenhagen (20.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Etwas überraschend gewann das tschechische Team Viktoria Plzen mit 3:1 beim dänischen Meister in Kopenhagen. Im Rückspiel spricht nun alles für ein Weiterkommen der Tschechen.

Für den FC Kopenhagen wäre das nach dem guten Abschneiden im letzten Jahr (Achtelfinale gegen FC Chelsea) eine herbe Enttäuschung.

Die Champions League-Qualifikation im Überblick

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