Chelsea: 60 Millionen für null Tore

Was Fernando Torres braucht...

Von Oliver Wittenburg
Dienstag, 12.04.2011 | 12:38 Uhr
Fernando Torres erzielte in sieben Premier-League-Spielen für Chelsea noch kein Tor
© Getty
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Fernando Torres ist Englands Sorgenkind Nummer eins. Seit seinem 60-Millionen-Euro-Wechsel vom FC Liverpool zum FC Chelsea hat der Spanier nicht getroffen und ist inzwischen zur Zielscheibe für Hohn und Spott geworden. Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League bei Manchester United (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) droht ihm die Reservebank. Ist Torres der falsche Mann für Chelsea oder Chelsea der falsche Klub für ihn?

Er spiele wie ein Betrunkener, der auf dem Heimweg nach durchzechter Nacht die Bierdosen übers Pflaster bolzt. Das ist in etwa das Bild, das die englische Öffentlichkeit derzeit vom Sorgenkind Nummer eins der Premier League zeichnet.

Es ist schon atemberaubend, in welchem Tempo der Kurs des Fernando Torres gefallen ist. In wenigen Wochen wurde aus dem Transfer des Jahres der Flop des Jahrhunderts.

Die Essenz: Torres ist das Geld nicht wert, das der FC Chelsea im Winter für ihn nach Liverpool überwies. Knapp 60 Millionen Euro immerhin.

Die Crux für Torres an der Geschichte ist freilich seine enorme Fallhöhe. Wer soviel Geld kostet, genießt per se keinen Welpenschutz, egal wie herzzerreißend er auch dreingucken mag.

60 Millionen sind eben 60 Millionen. Dazu kommt seine persönliche Empfehlung von 65 Toren in 102 Spielen für den FC Liverpool. Doch seit seinem Wechsel trifft er nicht mehr - und schlimmer noch: Er vermittelt nicht den Eindruck, als bräuchte nur irgendein Knoten aufzugehen und schon wäre er wieder der Alte.

Wie sehr das Vertrauen in die Qualitäten des Spaniers inzwischen gelitten hat, illustriert auch die Meldung aus dem Hause des bekannten britischen Buchmachers William Hill: Es lohnt sich offenbar bald nicht mehr, Geld darauf zu setzen, dass Torres in dieser Saison überhaupt nicht mehr trifft. Die Quote fiel von 8-1 zuletzt auf 11-2.

Keine Stammplatzgarantie

Als wäre das alles nicht schon genug, kursieren diverse Gerüchte. Die einen besagen, Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch habe schon genug von Torres und überlege ernsthaft, den Spanier bei nächster Gelegenheit wieder loszuwerden.

Die anderen besagen genau das Gegenteil. Abramowitsch übe intern Druck aus und fordere Torres' Aufstellung, denn schließlich sei dieser gekommen, um Chelseas verzweifelte Jagd nach dem Champions-League-Pokal zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Dagegen verwehrte sich Blues-Coach Carlo Ancelotti jedoch entschieden: "Roman ist sehr intelligent, er würde so etwas nie tun. Ich muss die passenden Spieler finden und nicht die Spieler nach dem Geld aufstellen, das der Klub für sie ausgegeben hat."

Ancelotti ließ durchblicken, dass es sehr wohl sein könne, dass Torres im Rückspiel des Viertelfinals der Champions League bei Manchester United (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) nicht in der Startelf stehen könnte.

"Ich stelle die Mannschaft nach den Trainingseindrücken auf, ihrer Verfassung und ihrer Einstellung. Fernando weiß das sehr wohl", sagte Ancelotti, der seinem neuen Stürmer zumindest nach außen hin noch Schonfrist gewährt.

Drei Superstars - ein Tor

Doch weiß der Italiener auch, dass es in einer insgesamt enttäuschenden Saison nicht der rechte Zeitpunkt ist, um sich der behutsamen Integration eines neuen Mitbürgers zu widmen. Ein Stürmer der Luxusklasse hat gefälligst ohne Kennenlernspiele zu funktionieren.

Doch das eben tut Torres nicht. Er wirkt wie ein Fremdkörper im Spiel. Schlimmer noch: Wenn er auf dem Platz ist, scheinen auch seine Nebenleute ihrer Fähigkeiten beraubt. Zwei jämmerliche Stürmertore hat Chelsea seit Torres' Ankunft verbucht. Zum Vergleich: Der im Winter nach Bolton verliehene Daniel Sturridge hat bei acht Einsätzen sechs Mal getroffen.

Dass es nicht funktioniert, nagt natürlich an Torres, der sich fast ausschließlich über seine Tore definiert. Dementsprechend mutlos und in sich gekehrt wirkt er auf dem Platz. Selbstzweifel strahlt er aus, nicht etwa Entschlossenheit.

Stagnation seit 2008

Zweifel kämen bei Torres nicht von ungefähr. 2008 hatte er seinen Karriere-Peak. Er schloss seine Premierensaison in England mit 24 Toren für den FC Liverpool ab und machte danach Spanien mit seinem Tor gegen Deutschland zum Europameister.

Doch seither stagniert seine Entwicklung, was in erster Linie an seinen zahlreichen Verletzungen liegt. In den beiden Spielzeiten nach der EM fiel Torres zusammengenommen in 30 Spielen aus. Zur WM im vergangenen Sommer reiste er mit körperlichen Defiziten und mangelnder Spielpraxis und kam über die Rolle des Ergänzungsspielers in der Seleccion nicht hinaus. Im Finale gegen die Niederlande war er dann zwar am Siegtreffer beteiligt, schied aber kurz darauf mit einer Oberschenkelverletzung aus.

Die erste Hälfte der laufenden Spielzeit verlief dann äußerst wechselhaft. Ein Tor am dritten Spieltag gegen West Brom. Zwei Monate Flaute. Ein Tor gegen Blackburn. Torres in Galaform gab es genaugenommen nur einmal zu bestaunen: am 7. November, als er beide Tore bei Liverpools 2:0 gegen - natürlich! - Chelsea erzielte.

Torres passt nicht zu Chelsea

Doch woran liegt es denn nun, dass Torres bei den Blues nicht zu funktionieren scheint? Zum einen sind körperliche Defizite unübersehbar. Torres wirkt längst nicht so robust und antrittsschnell wie früher, dabei blieb er in dieser Spielzeit abgesehen von einer Adduktorenzerrung Anfang Oktober ausnahmsweise verletzungsfrei.

Die andere Seite ist die spielerisch-taktische. Passt Torres überhaupt zum FC Chelsea so wie er zum FC Liverpool passte?

Fast die Hälfte seiner 65 Premier-League-Tore für die Reds erzielte Torres dank seiner Schnelligkeit im Antritt. In Liverpool gab er die alleinige Sturmspitze. In seinem Rücken wusste er Steven Gerrard, dessen Spezialität es war, den Ball scharf und vertikal in die Lücken der gegnerischen Viererkette zu spielen.

Dieses Stilmittel, das exakt auf die Stärken Torres' zugeschnitten wäre, existiert im Spiel des FC Chelsea zum Beispiel nicht. Ancelotti bevorzugt einen kleinteiligen Spielaufbau. Doch Kurzpassspiel gehört wiederum nicht zu Torres' Spezialitäten, dafür ist er technisch zu limitiert.

"Torres braucht andere Bälle"

Nicht von ungefähr kommt deshalb auch seine Torflaute in der spanischen Nationalmannschaft, deren Philosophie der radikalen Raumverknappung und der totalen Kontrolle mit Torres' Spielweise inzwischen kaum noch kompatibel ist.

"Chelsea ist es gewohnt, für Drogba zu spielen und das heißt, ihm in den Fuß zu spielen. Torres braucht aber ganz andere Bälle. Hinter die Abwehr, in den freien Raum", weiß Teamkollege und Freund Yossi Benayoun um die Problematik.

Erschwerend kommt bei Chelsea hinzu, dass schlicht kein Mann für den tödlichen Pass im Kader zu finden ist. Der einzige kreative Mittelfeldspieler, Frank Lampard, hat viele Qualitäten, doch ist er kein Spielmacher. Sein Credo lautet meist: "shoot first".

Der beste Stürmer der Welt?

Benayoun bittet um Geduld für seinen Zimmerkollegen aus gemeinsamen drei Jahren in Liverpool: "Allmählich haben ihn die anderen ein wenig kennengelernt. Die Tore werden schon kommen. Für mich ist er der beste Stürmer der Welt. Die Tore werden schon kommen."

Laut Benayoun sei auch Torres selbst davon überzeugt, dass der Knoten bald platzen werde, wenngleich es schwer fällt, Anknüpfungspunkte für beider Optimismus zu finden.

Gleichzeitig ist es aber wohl zu früh, nach nur zwei Monaten die Liaison Torres/Chelsea schon für gescheitert zu erklären.

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