Der Traum von ganz oben

Von Martin Grupp
Mittwoch, 06.04.2011 | 14:55 Uhr
Moskau, 21. Mai 2008: Frank Lampard nach der CL-Finalpleite gegen Manchester United
© Getty
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Frank Lampard will eine verkorkste Saison retten, Carlo Ancelotti seinen Job. Für den FC Chelsea geht es bei der Neuauflage des Champions-League-Finals von 2008 gegen Manchester United darum, endlich den großen Traum zu verwirklichen (20.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Die aktuelle Spielzeit verlief für Frank Lampard alles andere als rund. Wegen Leistenproblemen fehlte er von August bis Dezember, verpasste beinahe die komplette Hinrunde. In die Champions League griff der 32-Jährige erst im Achtelfinale gegen den FC Kopenhagen ein.

Gegen Manchester United wird Lampard nun zum 500. Mal das Chelsea-Trikot tragen. Nach Ron Harris (795), Peter Bonetti (729) und John Hollins (592) knackt er als erst vierter Spieler der Blues diese Marke.

Der große Traum bleibt

In seinen zehn Jahren beim FC Chelsea feierte Lampard je drei Meisterschaften und FA-Cup-Siege, holte Ligapokale und Community-Shields. Der Traum vom ganz großen Wurf aber bleibt bislang unerfüllt: "Natürlich haben wir in England schon Titel gewonnen, aber ein Champions-League-Titel ist noch einmal etwas ganz anderes, etwas Großartiges, besonders weil wir nun schon oft so kurz davor waren."

Seit Roman Abramowich 2003 die Zügel in die Hand genommen hat, sehnt man sich in West-London nach Europas wichtigstem Vereinstitel. "Die Champions League ist der Traum des Vereins", sagt Trainer Carlo Ancelotti. In den letzten Jahren versagten die Blues aber meist in der entscheidenden Phase des Wettbewerbs. 2004, 2005, 2007 und 2009 war im Halbfinale Schluss.

John Terry rutscht weg

Die bitterste Pleite setzte es 2008 im Finale in Moskau gegen ManUnited. John Terry rutschte im Elfmeterschießen weg und traf - den Sieg auf dem Fuß - nur den Pfosten. Danach scheiterte Nicola Anelka an Edwin van der Sar - der Henkelpokal ging nach Manchester.

Der Stachel der bitteren Niederlage sitzt noch immer tief. "Sie haben das Spiel damals nicht wirklich gewonnen. Sie hatten einfach Glück - mehr nicht", sagt Keeper Petr Cech. Die Scharte soll nun ausgewetzt werden.

"Wenn wir uns an unser Pech erinnern, spornt einen das natürlich schon an", sagt Lampard. "Es gibt nichts Schlimmeres, als ein Halbfinale oder Finale zu verlieren. Aber es hilft nichts, den verpassten Chancen nachzuweinen, das waren alles Erfahrungen für uns."

Die Saison hängt an diesem Moment

Carlo Ancelotti wird derweil zum 100. Mal auf der Chelsea-Bank Platz nehmen. Für den zuletzt in die Kritik geratenen Coach ist die Königsklasse die letzte Chance, diese Saison zumindest einen Pokal an die Stamford Bridge zu holen. Elf Punkte Rückstand auf die Red Devils in der Liga sind wohl nicht mehr aufzuholen, im FA-Cup war der FC Everton in Runde vier Endstation.

Mit dem Abschneiden in der Champions League steht oder fällt vermutlich auch die Weiterbeschäftigung Ancelottis über das Saisonende hinaus. "Im Mai werden wir sehen, wo wir stehen und den Trainer bewerten", ließ Chelsea-Geschäftsführer Ron Gourlay verlauten. Ancelotti ist gewarnt: "Die ganze Saison hängt an diesem Moment. Es wird immens wichtig."

Manchesters Trainer Sir Alex Ferguson hat diese Sorgen nicht, er sitzt fest im Sattel, wie eh und je. Und so kann er sich sogar Sorgen um sein Gegenüber machen: "Das ist unglaublich für Carlo, er hat letzte Saison das Double gewonnen. Wie kann Chelsea überhaupt daran denken, so einen Trainer zu entlassen? Carlo ist ein super Typ, eine tolle Persönlichkeit. Ich kann nicht nachvollziehen wo die Kritik herkommt."

The trend is Chelsea's friend

Dass Ferguson seine Spieler Ancelotti zuliebe mit angezogener Handbremse spielen lässt, ist aber wohl nicht zu erwarten. "Ich habe oft gesagt, dass es toll wäre, einen Titel zu gewinnen. Aber jetzt haben wir die Chance, alle drei zu gewinnen und das Triple von 1999 zu wiederholen", so Ferguson.

Die Statistik spricht allerdings für die Blues: Seit April 2002 und zehn Spielen gab es an der Stamford Bridge keine Niederlage mehr gegen ManUnited. Zuletzt gewannen die Blues das Premier-League-Heimspiel im März mit 2:1. "Sie haben in dieser Hinsicht vielleicht einen kleinen mentalen Vorteil", sagte ManUnited-Verteidiger Nemanja Vidic: "Für uns geht es in erster Linie um ein Auswärtstor."

Für Frank Lampard geht es um mehr, es geht um das ganz große Ziel. "Andere Saisons waren toll, am Ende standen wir aber mit leeren Händen da. Diese Saison könnte es umgekehrt sein." Es wäre Zeit.

Das Champions-League-Viertelfinale im Überblick

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